Wehrübung PzGrenBtl 908 - Reservistenkameradschaft Ingolstadt

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Wehrübung PzGrenBtl 908

Aktivitäten
Wehrübung beim PzGrenBtl 908 in Augustdorf vom 19.09.-30.09.2016
 
 1. Tag, Montag, 19.09.2016:
Abfahrt vom Hauptbahnhof erst um ca. 0920, da der geplante ICE 882 wegen Störung ausfällt und dafür ein langsamerer IC 2904 fährt. Dieser führt nur einen 1.Klasse-Waggon mit, in dem schon alle Plätze besetzt sind. Ich muß daher eine Viertelstunde warten bis ein Platz frei wird. Meine Freude währt nur kurz, da der Zug unangekündigt nur bis Nürnberg fährt und ich mit meinem ganzen Gerödel bestehend aus Wäsche- und Tragesack sowie vollgepacktem Rucksack dort auf dem Gleis gegenüber in einen anderen IC wechseln muß. Die Woche fängt ja schon gut an.
Die Weiterfahrt um 1000 endet schon wegen technischer Probleme im nächsten Bahnhof Fürth. Nach einer Viertelstunde geht es weiter. Im Bahnhof Fulda gibt es einen längeren Aufenthalt wegen einer technischen Kontrolle des Zugs. Bei Abfahrt um 1200 hat mein Zug bereits eine Verspätung von 50 Minuten. Da wegen dieser Verspätung mein Anschlußzug schon längst abgefahren ist, muß ich im Umsteigebahnhof Kassel 1,75h auf meine nächstmögliche Beförderungsmöglichkeit warten.
Der Zug hat auch noch Verspätung wegen technischer Probleme auf der Strecke. Die Abfahrt in Kassel ist 1417. Den Anschlußzug in Altenbeke kann ich noch erreichen. Im Zug treffe ich OL R.. Zusammen erreichen wir 1542 unseren Endbahnhof Detmold.
Wir können dort gleich nach Augustdorf mit dem KvD weiterfahren, der vor dem Bahnhof auf uns wartet. Die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne erreichen wir gegen 1615. Das Unterkunftsgebäude ist diesmal ein anderes (Geb. 517) als bei der Wochenendübung im Juli und befindet sich in der südwestlichen Ecke der Kaserne. Nach Sichtung der ausgehängten Stubenbelegungsliste verbringe ich mein Gepäck auf die Stube 202 im ersten Stock, die ich zusammen mit HG S. und SG K. teile. Wegen meiner zweistündigen Verspätung sind die unteren Betten bereits durch die Kameraden belegt. Pech gehabt, muß wohl oder übel auf eins der oberen Betten.
Anschließend suche ich den Lehrsaal auf, der dem Gebäude angegliedert ist um meine Einschleusung hinter mich zu bringen. Dort erhalte ich meine Gesundheitsakte und die 90-5er für die Einschleusungsuntersuchung beim Truppenarzt morgen früh. Von 1700-1730 ist Essensempfang in der Kantine.
Nach der Rückkehr wird vor dem Block angetreten und die Anweisung ausgegeben für die folgende Unterrichtung im U-Raum, diesen dementsprechend mit Bänken und Sitzgelegenheiten herzurichten. Wie befohlen stellen wir die vorhandenen Biertische und -bänke für die Unterrichtung um 1830 auf. Es erfolgt WuG-Ausbildung. Zuerst am G-36, danach P8. Der Unterricht endet 1930.
Beim folgendem Antreten auf dem Rasen hinter dem Gebäude werden die Züge eingeteilt. Ich gehöre zum Bravo-Zug. Am Ende werde ich zusammen mit 5 Kameraden nach vorne befohlen. Da sich keiner von den zuerst genannten Kameraden nach vorne traut, mache ich den Vordersten und melde mich mit den mir nun folgenden Kameraden beim Kompaniechef H G. wie befohlen. Zur Front hin neben dem Hauptmann angetreten erfolgt die Beförderung zum OSG.
Nach Abschluß des Antretens und Entgegennahme der Glückwünsche der Kameraden führt mein Weg ins GeZi um die Urkunde abzuholen und die Einzahlung in die Kompaniekasse (für die Abschlußfeier) zu tätigen. Zurück auf Stube, aber noch kein Einräumen der Spinde möglich, da noch abgewartet werden muß, ob die Stubenzusammensetzung geändert wird, da die Züge sich auf verschiedenen Geschoßen im Gebäude befinden. Nach Bekanntgabe Dienstschluß kann ich meine Sachen auspacken und die Spinde einräumen und mein Bett beziehen.
 Ich unterhalte mich mit meinen Stubenkameraden und stelle fest, daß ich der Stubenälteste bin. Mein Bravo-Zug muß um 2200 nochmal im Flur 2.OG zur Bekanntgabe Tagesablauf morgen antreten. Das 90-5er muß für den Arztbesuch morgen vierfach kopiert werden. Herrichten des Anzugs für morgen, Kampftasche und Rucksack vorbereiten, neue Schulterklappen aufbringen etc. Um 2300 kommt die Ansage der Zugführung, die besagt, daß der Arztbesuch im privaten Sportanzug zu erfolgen hat. Das Licht geht in unserer Stube um 2330 aus, dazu erfolgt der Zapfenstreich durch Kamerad OSG N. mit der Fanfare.
2. Tag, Dienstag, 20.09.2016:
Nach dem Hornsignal um 0530 wird um 0545 aufgestanden. Zur Toilette und zum Waschraum gelaufen. Sportklamotten angezogen und um 0615 im 2.Stock Antreten des zweiten Zugs. Im Anschluß zugweises Antreten vor dem Gebäude zum Abmarsch zur Kantine. Wir verpflegen in der Kantine von 0645-0715.
Direkt von der Kantine zum Truppenarzt Geb. 200. Die Anmeldung erfolgt tröpfchenweise, so daß wir draußen warten müssen. Nach der Anmeldung heißt es wieder warten. Eingeteilte Funktioner werden vorgezogen. Ich komme erst um 1000 zum Blutdruckmessen. Erst ohne dann mit 10 schnellen Kniebeugen Blutdruck gemessen. Danach Anstehen zum Hörtest. Gutes Gehör. Es steht das Arztgespräch noch aus. Oberfeldarzt S. öffnet meine G(esundheits)-Akte, klopft noch von vorne und hinten ab und wünscht mir viel Spaß bei der Wehrübung (1130). Mit den letzten 6 Kameraden marschiere ich gleich direkt zum Mittagessen zur Kantine zurück (1145-1215).
Wieder im Block zurück Umziehen auf Feldanzug 1245. Mit 2 Kameraden zur StOSchAnl aufgemacht, die sich gleich neben der Kaserne im Süden befindet. Wir stehen zuerst am G36-S-1 Stand an, werden aber wegen des großen Andrangs weiter zur P8-S-1 geschickt.
Mein erster Schuß fällt gegen 1345. 5 Schuß auf 10er Ringscheibe. 40 Ringe bedeuten erfüllt. Weiter zum Nachbarstand mit MG3-S-1. Ich erhalte dazu 5 Gurte mit jeweils einem Schuß. Ich erfülle die Übung, da die Trefferlage sich innerhalb eines Kreises von 10cm befindet.
Mittlerweile ist die Bataillonsführung und Aufsicht in Begleitung von Oberst H. (InspResAngel des Deutschen Heeres) auf der Schießbahn eingetroffen. Mit OG W. und HFw C. im Rennen zur G36-S-1 Übung. Dort im Sitzen aufgelegt mit ZF 5 Schuß auf 100m im 10cm Kreis (38 Ringe), dann Trefferaufnahme. Die Übung wird wiederholt, aber diesmal mit Rotpunktvisierung und 15cm Kreis (42 Ringe). Bestanden 5/4 um 1500. Das Schießende ist schon gleich danach um 1530.
Wir letzten Schützen helfen mit beim Abbau des Standes. Wir sammeln vor den Schießständen und marschieren zum Gebäude zurück (1600). Ich muß zuerst noch in den Lehrsaal zur Ableistung einer fehlenden Unterschrift, dann ist schon wieder Antreten vor dem Gebäude zum geführten Marsch zur Kantine zur Einnahme der Abendverpflegung (1645-1715).
Diesmal marschiere ich mit dem Alpha-Zug zurück zur Unterkunft. Im Gebäude treffe ich auf M H. im Treppenhaus und dieser hat gerade Zeit mein Fotobuch von der Ausbildung zum Panzergrenadier anzusehen. Es wurde bereits Antreten vor dem Gebäude befohlen, ich melde mich als verspätet wegen des Herrn Majors auf der Stube. Es wird zum AGSHP (Geb. 307) geführt.
Dort schießen wir die drei Pzfst-Übungen: Pzfst3-S-1 mit zwei Entfernungen auf einen stehenden Panzer, Pzfst3-S-2 wie eins, jedoch mit Nebel und Pzfst3-S-3 mit drei Entfernungen am Hang. Alle Übungen fehlerfrei bestanden.
Der Platz an den Ständen ist beengt, es können nur drei Schützen auflegen, also schieße ich die ersten beiden Übungen im Stehen, nur bei der dritten kann ich Auflegen. Als Schmankerl wird noch eine Übung auf freiwilliger Basis gefahren (der "Panzerfaustschütze").
Für diese Übung mit bewegten Zielen stehen 20 Patronen zur Verfügung. Es sind mehrere Treffer zur Vernichtung nötig. Ich erziele mit 5 Treffern zwar die meisten Treffer meiner Kameraden, die mit mir die Übung ableisten, aber die Übung ist nicht bestanden, wir alle tot. Schweißtreibende Angelegenheit ist das ständige Nachladen und Anrichten.
HFw A. führt zur Kompanie zurück, dort Nachbereiten auf Stube. Gebe meine G-Akte im Lehrsaal ab. Um 2130 Antreten im Grün hinter dem Gebäude. H G. macht noch eine kurze Ansage zum Tagesgeschehen und es werden noch einige Kameraden befördert. Ich fange meinen Zugführer nach dem Ende des Antretens ab um meine Ableistung des UvD-Dienstes zu koordinieren. Ich will vermeiden, daß der Termin zeitlich mit dem Biwak-Wochenende zusammenfällt. Ggf. möchte ich den Termin verschieben um das Biwak nicht zu verpassen. Jedoch kommt mir Kamerad F. zuvor. Dieser hat auch ein Problem mit seinem gleich beginnenden UvD-Dienst, da er morgen als Funktioner an der Pzfst3 eingeteilt ist und dazu ausgeruht sein muß. So löst sich mein Problem von selbst und ich übernehme mit Zustimmung des Zugführers den UvD vom Kameraden.
Zuvor muß ich jedoch noch das Zugantreten im 2.OG mitmachen bevor mich der Spieß in meine Tätigkeit als UvD einweisen kann (2200). Mein Dienst als UvD geht bis 0700 am nächsten Tag. Es steht kein GvD zur Verfügung.
Mit dem S2Offz OL Manter werden noch diverse Punkte des Dienstes geklärt, u.a. mein Anruf beim OvWa wegen des defekten Telefons in der UvD-Stube. Die Kommunikation soll nun über das Telefon der Nachbarstube laufen. Außerdem wird definiert was bei der Streife alles kontrolliert werden soll und der Alarmierungsablauf bei Vorfällen.
3. Tag, Mittwoch, 21.09.2016:
Ich hau mich um 0100 aufs Ohr, jedoch nur gedöst bis zu meinem Kontrollgang um 0200. Danach nochmal 1,5h bis zum letzten Check um 0400. Die ersten Kameraden sind schon um 0500 wach und unterwegs. Ich werfe mich um 0525 aus den Federn. Fw S. löst mich fürs Frühstück ab (0545-0620). Mein Dienst endet um 0656. Nun endlich Körperpflege nachholen bis 0730. In frische Klamotten und aufgerödelt nach unten ins EG.
Vor der Kompanie steht zufällig gerade OSFw S. mit der Pritsche und ich kann gleich zur Schießanlage mitfahren (0745). Ich komme gerade rechtzeitig zum Antreten und zur Einteilung des Schießens. Da ich alle S-1-Übungen absolviert habe, trete ich zur MG-Schulung unter OSG R.
Hier darf ich gleich zur Vorführung die Waffe zerlegen und zusammensetzen, allerdings mit kleinen Fehlern. Danach sind die neuen Kameraden dran bis 0915. Bis dahin wurden die Schießstände auf die S-2-Übungen umgebaut. Zuerst gehts zum P8-S-2 Stand.
Hier beim ersten Mal Silber (3/4) und beim zweiten Mal Gold (3/5) erfüllt. Dann wechsle ich zum Nachbarstand zur MG3-S-2. Zum dritten Stand unter OSG D.. Mit 4 Patronen sind so viele Feuerstöße wie möglich abzugeben. Ich erfülle die Schießübung mit jeweils einem Treffer im kleinen und großen Kreis mit zwei Feuerstößen. Weiter geht es zum Panzerfaustschießen (1030).
Dort wird der Negerpfeil (Leuchtspurgeschoß zum Anzeigen der Trefferlage) und das Zündhütchen vom Funktioner eingesetzt, ich brauche daher nur noch das Griffstück auf die Patrone setzen, die Ladetätigkeiten ausführen und die nötigen Meldungen erstatten bevor ich schieße. Feuer und Treffer. Dauer des ganzen Spektakels: 5 Minuten.
Weiter zum G36-Stand. Hier muß wegen Andrangs gewartet werden. Das Mittagsessen kommt dazwischen (1200-1230). Das Schießen beginnt aber erst wieder um 1315 wegen Umstellung auf die nächsten Übungen.
So stehe ich um 1330 am MG3-S-3. Nehme bei SU H. den falschen Haltepunkt an. Dementsprechend das Ergebnis: nur ein Ziel bekämpft, 0 Treffer im kleinen, 4 im großen Kreis. Ich probiere es nochmal, aber auch dieses Mal nicht erfüllt (3 Ziele bekämpft, 1 im kleinen, 11 im großen Kreis). Beim dritten Versuch (1445) komme ich zum gleichen MG zurück, jedoch wurde hier an der Visierung eine Änderung vorgenommen und das Rohr gewechselt bei Beibehaltung des gleichen Haltepunkts. Das kann natürlich nicht funktionieren. Zwar 7 Feuerstöße geschafft, aber alle Schüße außer- und unterhalb der Ziele.
Beim MG ist für mich heute Schluß, dafür gibt es bei der P8 noch ein Sonderschießen im knien (3/5, paßt). Schießende um 1530. Abmarsch zur Unterkunft um 1600. Danach gleich zur Kantine (1645-1720). Nach Antreten ist Dienstschluß um 1800. Telefoniere nach Hause und mache mich dann mit SG N. und SU W. zu Fuß auf zum Mannschaftsheim und trinke noch einen mit den dortigen Kameraden. Zurück mit 7 Kameraden um ca. 2030. Auf Stube noch mit K. und S. unterhalten, dann duschen und ab ins Bett (2145).
4. Tag, Donnerstag, 22.09.2016:
Aufstehen 0515. Ich bin noch müde und hätte länger schlafen können. Hilft nichts, also raus und Frischmachen, denn um 0545 ist schon Antreten im 2.OG. Mit dem Kameraden S. selbstständig zur Kantine gelaufen und um 0645 mit dem Bus von N. zurück zur Kompanie gefahren.
Gleich darauf um 0700 Antreten zum Abmarsch zur StOSchAnl, welche wir um 0715 erreichen. Dort Mithilfe beim Aufbau der Panzerziele für das Panzerfaustschießen. Um 0800 erfolgt die Schießbelehrung durch OL K.. Stelle mich wie gestern bei der MG3-S-3 an (0900) und schieße zuerst bei OSG D.. Nur 10 im großen Kreis, nicht bestanden. Leicht zwei Strich nach rechts verzogen, darf mich nicht so in Waffe lehnen. Beim zweiten Versuch unter SU H. um 0915 klappt es besser-> Gold erfüllt. Weiter zum G36-S-3-Schießen an Nachbarstand D2. Zusammen mit OSG W. unter Leitung von OSG B. (0930).
10mal Schnellschuß mit Rotpunktvisier aus Pirschhaltung auf 10er Ringscheibe. Ergebnis: 7x10,2x9 und 1x8 (96 Ringe). Weil keiner ansteht habe ich die Möglichkeit die Übung im Anschluß sofort noch einmal zu schießen. Nun mit Fhj. H. unter Leitung OSG K.. Auch dieses Mal 96 Ringe wie vorher (0945).
Danach soll es zum G36-S-5 Schießen gehen. Auf dem Weg dorthin sehen wir am Nachbarstand AIII Kameraden des 2./PzBtl 203 beim G3-Schießen. Da schon ein paar unserer Kameraden mit den Panzerleuten im Gespräch stehen, stellen wir uns auch dazu und erfahren, daß hier ein Abschiedsschießen für einen ausscheidenden Kameraden stattfindet. Wir, d.h. 7 Kameraden, können uns daher zum G3-S-2-Schießen, verteilt auf 2 Rennen, einreihen. Stehend aufgelegt 6 Schuß auf Ringscheibe mit Feinddarstellung hinter Holzstoß. 51 Ringe mit 4 Körpertreffern (erfüllt). Endlich wieder ein gescheites Kaliber mit meiner alten STAN-Waffe geschoßen.
Nun endlich zur G36-S-5 nebenan. Hier komme ich noch unverhofft als letztes Rennen vor dem Mittagessen dran. 3 Stände nacheinander aufgebaut, zuerst stehend aufgelegt, dann vorlaufend in Stellung mit Anschlag liegend und danach pirschend vorgehend. Jeweils ein Magazin mit 5 Schuß steht zur Verfügung. Treffer 6/5/5 wegen Doppeltreffers (Kugel hat kleinere Scheibe im Vordergrund durchschlagen und die seitlich versetzte, hintere größere Scheibe auch noch getroffen). Nach bestandener Übung Mittagessen von 1230-1315.
Beim MG3-S-4 Stand dürfen wegen Munitionsmangel nur noch die Kameraden schießen, die die Übung für die ATN noch brauchen, also werde ich weitergeschickt. Als ich beim nächsten Mal dort vorbeilaufe, werde ich durch die Standleitung L K. zum Schießen eingeladen, da gerade Kundenflaute herrscht. Ich nehme das Angebot dankend an und kann im ersten Ansatz unter OSG D. Gold schießen.
In der Zwischenzeit wurde auf die G36-S-9 umgestellt und ich stelle mich zu den wartenden Kameraden (1400). Hier sind mit je 4 Schuß folgende Schießleistungen zu erbringen: 200m stehend, 150 liegend, 100m je 2 Schuß stehend und kniend und bei 50m nochmal je 2 Schuß stehend und kniend. Ergebnis: 4/4/4/4 Treffer. Gold erfüllt. Das ist mit diesem letzten Schießen die goldene Schützenschnur für mich. Schießende bis auf die S-9, da noch eine halbe Stunde länger ist 1500.
Ich helfe den Kameraden beim Aufräumen der Stände, Klapp- und sonstiger Zielscheiben. Pünktlich um 1600 erfolgt der Rückmarsch zur Kompanie. Dort werden zuerst die Waffen grob gereinigt. Allerdings sind von den dazu bestimmten 30 Kameraden nur noch 8 dafür zugegen. So zieht sich das Reinigen bis 1700 und es rentiert sich nicht mehr zum Verpflegen in die Kantine zu gehen, da ja um 1730 wieder Antreten befohlen ist. Mist!
Das angesagte Antreten entfällt, daher gehe ich mit K. und S. zu Fuß zum Verpflegen ins Mannheim (bis 1900). Zurück können wir mit L. in dessen Auto mitfahren. Bei der Raucherecke, zwischen Lehrsaal und Gebäude, wo wir noch vorher Waffen gereinigt haben und die Biertische stehen, trinken wir mit den Kameraden noch das bei SFw J. besorgte Freibier und genießen den Abend mit Unterhaltung und musikalischer Umrahmung (Handy). Zwischenzeitlich telefoniere ich noch nach Hause und stoße dann wieder zu den Kameraden bis 2130. Danach Duschen und ins Bett (2230).
5. Tag, Freitag, 23.09.2016:
Und wieder um 0515 aus den Federn, geweckt durch den Handyalarm. Raus gequält auf Toilette und in den Waschraum. Mit Martin S. im Auto zur Kantine (0600-0630). Zurück in der Unterkunft bringe ich den Rucksack mit Hilfe der von Sven R. ausgeliehenen elektronischen Handwaage auf das benötigte Gewicht von exakt 15 kg für den heute anstehenden Leistungsmarsch.
Antreten des Bravozugs um 0650 im 2.OG. Hier verteilt OL K. noch einige Motivationssüßigkeiten. Die darauf einsetzende, nicht endende Unruhe und Geschwätzigkeit werden durch SU H. durch 10 Strafliegestützen beendet.
Um 0705 steht und wartet die Kompanie angetreten vor dem Gebäude. Es besteht Unklarheit wo die ABC-Ausbildung stattfindet (lt. Dienstplan im SimZentr). Die Örtlichkeit wurde geändert und so wird um 0715 zum Stab PzBrig21 im Geb.229 marschiert.
Beim Marsch werden wir durch die von W. geführten Dienstgrade überholt. Da diese nach dem Einscheren vor uns langsamer werden, schließen wir auf die Vorderen auf. Als wir zum Überholen ansetzen, packt W. der Ehrgeiz und befiehlt Gleichschritt. Wir gehen das Tempo mit, ziehen ebenfalls an und sitzen ihnen im Nacken. Nach Ankunft beim Stab sofort in den U-Raum eingerückt.
Der Stab der PzBrig 21 „Lipperland“ besitzt schöne Außenanlagen mit aufgestelltem Großgerät wie Leopard 1A2, Marder 1A3 und Panzerhaubitze M109. Wegen technischer Probleme beim Zugriff auf die Datenbanken kann der Vortrag nur als pdf-Datei gezeigt und erst um 0750 begonnen werden. In dem ca. 25-minütigen Vortrag wird durch den ABCAbwFw auf die Kontamination durch dreckige Bomben (A: atomar, B: biologisch, C: chemisch), sowie auf deren einfache Herstellung bzw. Verfügbarkeit eingegangen (durch zivile Nutzung). Es werden die Schutzausstattungen vorgestellt und soweit vorhanden als Exemplare herumgereicht. Schutzmaske aktuell, Schutzmaske Wehrmacht und Schutzmaske 1. Weltkrieg. Ebenso Filter, Overgarment neu mit Aktivkohle (leichter Einteiler in Tarnmuster mit erhöhtem Tragekomfort), Überziehschuhe und Schutzhandschuhe aus Latex. ABC-Selbsthilfesatz, daraus das RSDL (Reactive Skin Decontamination Lotion Kit) im Prinzip Seife mit Schwamm, (das Dekonpuder wird nicht mehr verwendet).
Zuletzt wird noch auf die Bedrohungs- und auftragsangepaßten Schutzzustände (BAS 0-4) eingegangen. Der Vortrag endet 0915.
Unser Rückmarsch führt uns zum T-Bereich zwischen den Hallen A50/51. In den verbleibenden Minuten bis zum Gedenkantreten des Bataillons wegen des verstorbenen Kameraden OTL T. wird Formaldienst geübt (3x wenden im Gleichschritt, ausrichten, Kopfbedeckung ab zum Gebet).
Das Gedenken findet auf dem Rasen hinter dem Gebäude um 1000 durch M H. und mit musikalischer Unterstützung durch OSG N. (Lied an die Liebe, Ich hatt´ einen Kameraden) statt. Danach Ansagen und Absagen. Der Basic Fitness Test entfällt, die Neulinge üben Auf- und Absitzen auf den Marder unter HFw A.. Restliche Teile haben Vorbereitungs- und Verfügungszeit ab 1030 für den Leistungsmarsch am Nachmittag.
Ich nutze die bestehende Möglichkeit den Rucksack beim Spieß im GeZi auf dessen mechanischer Handwaage nachzumessen. Genau 15 kg wie gefordert. Mit Peter K. und Martin S. zum Mittagessen gefahren. Nach Rückkehr im Gebäude von H G. als Telefonposten im GeZi bis zur Rückkehr des Spieß vom Mittagessen eingeteilt.
Um 1300 beginnt zuerst die Einweisung in den StOÜbPl Stapel durch H G.. Die Belehrung ist mit Unterschrift nachzuweisen. Es folgen Sicherheitseinweisung und Umgang mit Handwaffen. Anweisungen des Sicherheitspersonals ist Folge zu leisten. Keine Koch- oder Wärmefeuer erlaubt, ebenso ist das Schanzen verboten wegen des Vorhandenseins vieler Blindgänger. Dieser Vermerk macht mich stutzig, da auf der letzten Übung auf demselben StOÜbPl Stellungen ausgehoben und des Nachts ein wildes SigPi-Schießen stattfand! Das Gelände steht unter britischer Verwaltung, d.h. deren Belange gehen vor und deren Anweisungen sind zu befolgen. Dazu oberstes Prinzip Gesunderhaltung (kein Heldentum), Dixie Klos vorhanden und ein Schmankerl: Schafe haben Vorfahrt!?!
Im Anschluß erfolgt dann die Einweisung durch OTL S. in den Leistungsmarsch (1325-1345). Die Strecke ist kein Rundweg, sondern eine Hin- und Rückstrecke. Die Wegemarken sind zu beachten, die Notfallnummern SAN und GeZi zu notieren. Keine Kopfbedeckung nötig. Beginn 12km-Läufer um 1415, Beginn 6/9km-Läufer 1430 am Südtor.
Es geht zuerst entlang des Kasernenzauns Richtung Westen und schwenkt dann nach Süden auf Wald- und Wiesenwege mit sandigem Grund ab. Ich lasse es erst langsam angehen und rolle dann das Feld von der Mitte her auf. Kurz vor der Hälfte bin ich am Führungstrio HFw W., OG W. und OSG H. dran, wobei die Erstgenannten die 9km-Strecke laufen. Auf dem Rückweg anfangs mit Rene H. noch gejoggt, dann alleine weitergelaufen. Bis auf ein paar Geheinlagen laufe ich die Strecke bis zum Schluß durch. Am Kasernenzaun hole ich noch L. ein, der den 12km-Lauf aus gesundheitlichen Gründen abbrechen mußte. Nach 46 Minuten erreiche ich die Wache als Erster, H. folgt 3 Minuten später. Zusammen mit L. zurück zur Kompanie. Es regnet jetzt leicht.
Nach dem Marsch ist Dienstschluß, dazu erst auf Stube ausschwitzen und die Essenspakete am Eingang abgeholt. Endlich Duschen und die Ausrüstung fürs Biwak verstauen. Ich habe wegen der vorsorglich aufgebrachten Blasenpflaster keinerlei Blasen an den Füßen. Mit den Kameraden zum Mannschaftsheim (1730-2015) gelaufen. Zurück auf Stube, noch ein paar Telefonate führen, mit den Kameraden unterhalten und ins Bett um 2200.
6. Tag, Samstag, 24.09.2016:
Aufstehen wie gestern um 0515. Zum Waschraum, dort die Parole vernommen, daß heute erst um 0600 Wecken ist (wurde im Dienstplan noch handschriftlich geändert) und unter dem Schleppdach verpflegt werden soll.
Der Dienstplan sollte ja schon seit gestern um 1730 ausgehängt werden, wurde aber erst in der Nacht ans Brett gehängt. Ich laufe runter ins EG um mich von der Richtigkeit zu überzeugen. Der GvD bestätigt mir dies und gibt auch die aktuellen Anweisungen aus, so Vollständigkeit herstellen bis 0650 und Waffenempfang um 0700. Also noch die 20 Minuten ins Bett gelegt und um 0600 aufgestanden.
Nach dem Waffenempfang zur Schlepphalle A50 zu den abgestellten Mardern. Laut Einteilungsliste bin ich Alpha 2 unter dem StellvZgFhr HFw C. als Schütze 2 auf einem A5er zugeteilt. TrpFhr ist SU(FA) R., OSG W. ist Richtschütze. Wir verstauen unsere Rucksäcke in den wasserdichten Planensäcken, die außen am A5er angebracht sind und zurren diese mit den vorgesehenen Gurten fest. Mit Peter K. und Christian W. werde ich zur Abholung der kompletten Waffenanlage in die Waffenkammer abberufen.
Danach Munitionsempfang zum Selbstaufmunitionieren (2 Magazine Üb) Frühstücksempfang unter dem Schleppdach bei SFw J. von 0800-0845. Gesichtstarnung anlegen und auf den Böcken aufsitzen, noch Kanister verstauen und Abfahrt um 0900. Sitze auf Schütze 5 Position. Nach einer halben Stunde Fahrt sind wir auf dem StOÜbPl STAPEL angekommen. Im VerfR erst einmal Helmtarnung anbringen und Rundumverteidigung herstellen. Um 1030 mit Kommandant als Melder zum ZgFhr Alpha SFw B..
Lage:
Feind steht westwärts ca. 15-20.000m. Mit feindlicher Aufklärung im VerfR STAPEL ist zu rechnen. Daher ist ein gepanzerter Spähtrupp aus 3 SPz zu bilden, der entlang der StOÜbPl-Grenze Richtung Bach in Schleichfahrt aufklären soll. Unser Panzer soll im raupenartigen Vorgehen jeweils die Stellung des ZgFhrs Alpha einnehmen. Das Gewässer ist feindfrei, ggf. ist Absitzen zu lassen. Unterlegener Feind ist zu vernichten, überlegenem Feind ist auszuweichen. Abfahrtszeit 1050, Motoren an 1049.
Tausche mit K. und bin nun Schütze 3. Die Fahrt verläuft immer entlang des Übungsgeländes und wir werden dabei von erstaunten Fußgängern und Radfahrern ungläubig bestaunt. Um 1145 kurze Raucherpause, die ich dazu nutze die Kleidung aufzulockern (Parka und Shemag ablegen), da es mit zunehmend hochstehender Sonne ziemlich warm wird. Viel Sand und steppenartiges Gelände wie im Rußlandfeldzug. Es staubt ordentlich auf dem Marsch. Mittagspause um 1230.
Weiter gehts um 1320. Diesmal haben wir den ruhigeren Part. Wir sollen für die beiden anderen SPz einen Schadpanzer simulieren, der durch die abgesetzten Panzervernichtungstrupps zu knacken ist. In unserer Halteposition angekommen (1345) klappen wir dazu den Kettenschutz links hoch, machen die Staukästen auf und stellen einen starken Ast ans Antriebsrad. Eine Staubwolke kündigt das Nahen der SPz an bevor der Motorenlärm zu hören ist (1400). Mit dem Zielfernrohr des G36 kann ich die Entfernung schätzen. Die Feindpanzer sind demnach auf ca. 600m ran.
Aus unbekannten Gründen nehmen sie uns als Ziel nicht war und vermuten den Feind woanders. Wir lärmen dazu mit dem Hammer auf den Stahl um Reparaturarbeiten zu simulieren und K. macht als das nichts hilft, Warnblinker und Fernlicht an. Wir rechnen damit, daß wir in Bälde Besuch von den Panzervernichtungstrupps erhalten und verstärken unsere Sicherung. Aber nichts passiert. Es folgt Übungsunterbrechung.
Wie sich herausstellt haben die Panzervernichtungstrupps uns nicht als Feind angesprochen, sondern diesen an anderer Stelle vermutet und zwar jenseits des bewaldeten Hügels. Die Panzervernichter trafen zum Glück auf ein zufällig im Gelände befindliches Panzerwrack, welches als Ziel aufgefaßt wurde und hatten so auch ihren Erfolg.
H S. läßt zum Thema Panzervernichtungstrupp sammeln. M H. und OLT S. sind als Aufsicht anwesend. Wichtige Punkte werden angesprochen, wie Befehlsfolge nach Sichtung/Aufklärung Feindschadpanzer. Geländeangaben, Orientierung, Einweisung des Trupps in die Lage, Annäherung/Bewegung dem Gelände angepaßt. Nicht zu vergessen, die Waffen: Pzfstschützen führen die Pzfst bereit, d.h. Handwaffen über der Schulter, Abstandsrohr drin, teilgeladen in der Hand. Annäherungsreihenfolge nach Vorgabe Fhr. Nach Aufklärung Stellung, Einweisung der Schützen und Schußfolge (2. nach 1.), Nahsicherung auslegen bei Trupps von 4 Mann. Folgende Maßnahmen für 2. Schützen wichtig nach Schußabgabe. Griffstück vom Abschussrohr ab- und mitnehmen und Rückzug. Sendeverbot aber Empfangsbereitschaft. Verbindungsaufnahme vKR, ggf Unterstützung durch SPz, Aufnahme durch Marder und Fortsetzung Auftrag. Zeitspanne so kurz wie möglich halten, also Tempo.
Ab 1445 Wechsel des ZgFhrs, C. führt, B. jetzt bei uns, wir bleiben Schadpanzer. Hier keine Tätigkeit bis 1600. H S. läßt eine Duellsituation herstellen. Dazu soll unser Bock auf den Waldweg einfahren, auf dem sich ein anderer SPz nähert. Hier ist reaktionsschnelles Erkennen, Schießen und Rückzug gefragt. Als Aufklärer werde ich an die T-Kreuzung vorgeschickt und warte auf die Rückkehr der gerade abfahrenden Marder. Nach Herstellung Sichtkontakt Handzeichen an Kommandant (1645).
Mit Vollgas auf die Kreuzung vorgeprescht, Sichtungshalt, Feind eröffnet das Feuer (wir haben keine Mun an Bord) und beidseitiges Zurücksetzen mit Karacho. Ich laufe zurück zu meinem Bock und sitze auf, der hKR ist aber abgesetzt worden, so daß ich wieder aussteigen muß. Derweil kommen die Feindpanzer auf der Straße zurück und eröffnen in der Vorbeifahrt Feuer auf die Schneise aus der unser SPz gekommen ist. Danach Übungsende und Unterziehen der Panzer unter Deckung in den Wald. Absetzen Schützentrupps und sammeln. Kommandanten zur Bataillonsführung zur Besprechung befohlen (OLT W.). Abschlußbesprechung für uns durch H S.. Abgesessene Teile sodann Abmarschbereitschaft herstellen und aufsitzen.
Der Marder Alpha 1 hat Kühlungsprobleme und muß bei jedem Halt abkühlen, d.h. Motorabdeckung auf. Abmarsch in Reihe zum Biwakraum um 1715. Nur fünf Minuten später bleiben wir als letzter Wagen mitten im Sandmeer hinter den anderen Wagen zurück und bleiben schließlich liegen. Unser Sprit ist ausgegangen, der Motor zieht Luft. Die Spritanzeige war bekanntlich fehlerhaft, das Fahrzeug wurde aber vollgetankt übergeben.
Der Alpha 1 bleibt 200m weiter vorn liegen und muß abkühlen. Das Wetter ist uns gewogen und wir nutzen die Zeit für ein Sonnenbad. Bei dem vielen Sand fehlt nur noch die Meeresbrandung und ein paar Cocktails. Wir verpflegen uns selbstständig aus den Mittags ausgegebenen Essenspaketen und warten auf den Sprit.
Um 1915 kommt ein VW Widder in unsere Nähe, wegen des Sandmeers jedoch nur bis zum nahe gelegenen Wäldchen, wo noch fester Boden ist. Es sind die OL L. und K. mit Fhj D., die sich ein Bild von der augenblicklichen Lage machen. Bei der Rückreise bitte ich die drei uns bei der nächsten Offensive wieder mitzunehmen. Die Sonne taucht ab und bietet einen herrlichen Sonnenuntergang reich an Motiven für Landserromantik.
Gegen 2000 werde ich mit Kamerad L. zum SPz von SU H. befohlen zur Klärung der Lage und um den Befehl zur Entmunitionierung der Waffenanlage zu überbringen. Nach Rückkehr melde ich an H S. Ausführung des Auftrags sowie die Meldung des SU H., daß die Herstellung der sofortigen Abmarschbereitschaft nur mit Weißlicht möglich ist. Eine Stunde später quält sich der Marder von B. über die Hügel zu uns her und bringt uns erstaunliche zwei Kanister Sprit.
MKF K. hat den Einfüllstutzen schon bereit und es wird sofort aufgetankt. Beim Abmarsch um 2120 sitze ich auf Schütze 5 Position und muß beim Starten ordentlich Sprit mit der Handpumpe nachfördern helfen. 20 Minuten später erzwungener Halt bis 2205, da SPz SU H. heißgelaufen ist. Von meinem SPz wollte trotz Nachfrage keiner zu dieser späten Stunde noch am Biwak teilnehmen geschweige denn noch eine Dackelgarage beziehen.
Ankunft in der Kaserne unter dem Schleppdach um 2230. Panzer ab- und entladen, Waffen und Gepäck am Mann in die Unterkunft (2250) und in die Spinde weggesperrt. Unter die Dusche und dann ins Bett 2345.
7. Tag, Sonntag, 25.09.2016:
Aufstehen 0630. Antreten 0700. Abgabe der Waffen in der Waffenkammer um 0800. Zur Unterstützung der MKF und RS beim TD zur Schlepphalle. Dort angesammelten Müll aus den Mardern entfernen, Ölstand Laufrollen kontrollieren. In Unterkunft Frühstück von 0915-0945.
Zurück im T-Bereich SFw B. und RS OSG W. beim Vorreinigen der Waffenanlage und deren Einbau unterstützen. Kameraden bei den anderen Panzern mithelfen (1100). Danach Leerlauf. Mittagessen 1345-1430. Schönstes Sonnenwetter.
Erhalten den Auftrag, die Panzer nach dem Auftanken (1530) auszuräumen und zu säubern (soweit nötig). Wir laden Massen an Verbrauchsmaterialien aus einem Marder, so zB Klopapier und Trinkwasser für eine ganze Kompanie (wo war da Platz für den hKR?). Nach einer halben Stunde ist diese Tätigkeit vorbei und wir gehen zurück auf Stube und warten auf weitere Anweisungen. Ein Tag ohne geplanten Ablauf zieht sich ordentlich.
Antreten um 1715. Warten auf Dienstschluß abhängig vom Fertigwerden der Waffenkammer. Um 1930 mit den Stubenkameraden ins Mannheim zum Burgeressen und was trinken (nichtalkoholisch) bis 2045. Im Bett 2145. Ein vom Wetter herrlicher aber inhaltlich fader Tag geht zu Ende.
8. Tag, Montag, 26.09.2016:
Aufstehen 0500. Mit K. auf der Pritsche zusammen mit 4 Kameraden zur Kantine um 0530 zum Frühstück. Ein halbe Stunde später zurück, Gerödel vorbereiten und Waffenempfang um 0630 nach Antreten Bravo-Zug im 2.OG. Mit Gerödel nach unten und vor Gebäude auf Abtransport warten.
Es erscheint ein ziviler Linienbus um 0725. Gepäck verladen, aufsitzen und abgefahren zum TrÜbPl SENNE, Schießbahn C. Zum Südtor raus und 7 Minuten später schon am Ziel. Vom Parkplatz in den angrenzenden Wald unterziehen, dort warten, Raucherpause, Sicherheitsüberprüfung MG3 mit K. und Gesichtstarnung (0830).
Um 0900 Einweisung am Sandkastenmodell durch L v. S.. Wie im Dienstplan vorgesehen werden 3 Rennen gebildet. Ich gehöre zum 3. Rennen unter SU H.. Vor den SPz auf der Panzerplatte erfolgt die Belehrung (0945) mit anschließendem Marsch zum Platz der Gruppe zurück. Hier Besprechung des gewünschten Ablaufs des Gruppengefechtsschießens. Angabe Ort des Munitionsempfangs (Mulde) und der Menge (40 Patronen G36, 2 Gurte a 50 Patronen mit Leuchtspur fürs MG, Negerpfeile für Pzfst). Meldungen Munbestand sollen patronenscharf erfolgen. Die Lage ist unbekannt.
Aufteilung Schützenrudel: links H. 1, N. 2, K. 3, M. 4, Mitte H., rechts L. 5 (MG), N. 6, R. 7, W. 8 (Pzfst). Zusätzlich stoßt Kamerad S. zu uns als Nummer 7. Ich wechsle auf 9 (letzter Mann).
Erstes Rennen läuft von 1115-1215, danach Empfang Mittagessen. Parallel zum Gefechtsschießen des abgesessenen Teils führen die vKR die Schießübungen SPz-S-1 und S-2 auf der linken Seite der Schießbahn durch. Nach dem Mittagessen ist unsere Gruppe dran. Die Sonne kommt jetzt durch. Abmarsch 1300.
Lage:
Alpha hat feindliche Kompanien im Vorgehen auf unsere Stellung aufgeklärt. Eigene Patrouille im Vorfeld, wird vom Feind bedrängt, kann sich aber halten. Unser Auftrag ist es den Feind aufzuhalten, die Stellung zu halten, den rückwärtigen Bereich zu sichern und den Feind möglichst zu zerschlagen. 
Unser Vorgehen erfolgt zuerst in Schützenreihe durch den Wald. K. und ich sind zu stellvGrpFhr ernannt worden. Erhalte den Befehl mit zwei Kameraden über einen Wiesengrund zu springen, über den anschließenden Hügel aufzuklären und der Gruppe nach Sicherung das Zeichen zum Nachführen zu geben.
Im darauf folgenden abfallenden Geländeabschnitt bis zur Mulde entfalten wir uns zum Schützenrudel. Ab dem dortigen Munitionsempfang ist Übungsbeginn.  Vom GrpFhr erhalte ich den Auftrag zwei Gebäude an einer Straße auf der Hügelkuppe unweit des Waldrands zu erkunden und zu besetzen.
Dazu erhalte ich K. und S.. Am Waldrand gehe ich in Sicherungsposition und weise K. das rechte Haus und S. das linke zu. Nach Besetzung der Häuser rücke ich nach, weise den Kameraden die Stellungen zu und gebe das vereinbarte Handzeichen zum Nachführen der restlichen Gruppe. Derweil taucht im Vorfeld Feind auf 600m auf. Befehle Feuervorbehalt und lasse den Feind näher kommen. Ich will nicht jetzt schon meine Position verraten und den Feind mit einem Feuerschlag der gesamten Gruppe begegnen. Ich warte auf das Herankommen der Gruppe bzw. des Gruppenführers. Da dieser nicht kommt, bringt mich dies in die ungewohnte Lage selbstständig Handeln zu müssen, da der Feind nun immer näher kommt. Ich weiß nicht, wo sich der Rest der Gruppe aufhält bzw. ob mein Führer ausgefallen ist.
Die Lage erschwert sich dadurch, daß Panzerfeind von 11 Uhr seitwärts auf das Gefechtsfeld einfährt. Mein mehrfaches Rufen nach der Pzfst bleibt ungehört. Erst an H. Stimme erkenne ich daß die restlichen Teile der Gruppe sich in der Stellung links und rechts neben mir eingefunden haben. Die feindliche Infanterie ist nun auf 400m heran und ich lasse durch das MG, daß sich im rechten Gebäude befindet, das Feuer eröffnen.
Dieses hat jedoch sofort Störung und fällt aus, Kommando an übrige Schützen das Feuer zu eröffnen. Nach wie vor fehlt die Pzfst. Es ist kein Schuß zu sehen oder zu hören. Meldungen kommen zu mir nicht durch. Feind ist auf 200m heran, eröffne nun selbst das Feuer. MG hat noch immer Störung. Feind ist schnell auf 100m vorgerückt, habe schon mein erstes Magazin verschossen und muß wechseln. Habe im Eifer des Gefechts vergessen mitzuzählen und muß daher im ungünstigsten Moment nachladen, was viel zu lange dauert, da das Magazin in der Magazintasche klemmt. Just in dem Moment taucht mein lang vermißter GrpFhr hinter mir auf und springt von Stellung zu Stellung.
Ein zweiter Feindpanzer fährt auf und ich kann auch hier keine eigene Wirkung der PzFst erkennen. Habe nur noch wenige Schuß zur Verfügung als Feind zurückweicht. Die Munstandsabfrage ist ernüchternd. Der gegebene Befehl zum Rückzug braucht nicht ausgeführt werden, da Feind am Zurückgehen ist und das MG nun wieder einsatzfähig ist. Die Schüsse sitzen erst zu hoch und werden nach unserem Korrekturschreien ins Ziel gebracht. Übungsende 1350. Magazin raus, Sicherheit herstellen und antreten zur Manöverkritik durch OL M. und OLT W..
Problem war die Koordination zwischen GrpFhr und Stellv, Führung durch Stellv zu lasch und unkontrolliert im Anfang, am Schluß besser koordiniert. Aufenthalt des GrpFhr in Ausgangsstellung bedingt durch Warten auf einen Kameraden zu lange und Entscheidung auf dem Flügel die Pzfst zu koordinieren, setzt starken Stellv voraus.
Die Führung der Gruppe wurde daher schwierig. Im Ergebnis war die Übung aber gut und wurde erfüllt. Das Ziel der Übung war es neue Erkenntnisse zu gewinnen, die dementsprechend beim nächsten Mal umgesetzt werden können. Zurück im Verfügungsraum 1415.
Nach einer kurzen Pause geht es zur Parallelausbildung als Panzervernichtungstrupp unter HFw A.. Zuerst folgt die Theorie, dann die Praxis. Den Panzervernichtungstrupp bilden TrpFhr HFw N., Schütze 3 SU H. und Schütze 4 SG L.. Der Rest stellt die übrige Marderbesatzung dar und simuliert die Aufklärung eines feindlichen KPz mit Annäherung und Zurücksetzen. Wir entlassen den Panzervernichtungstrupp, der dann gleich in den Wald ausweicht, aus unserem "Marder".
HFw N. führt den Trupp bis zur Sichtung des Feindes an und holt die Schützen heran. Diese gleiten dann in tiefster Gangart in Stellung. Die Schußposition zum Gegner ist alles andere als optimal, da frontal auf gegenüberliegendem Hang. Eine bessere Position einzunehmen wäre zu zeitraubend und anstrengend und der Übung nicht angemessen. Die Schützen suchen sich ein freies Schußfeld und müssen unter Beachtung der Rückstrahlzone mehrmals umsetzen. Die Schützen melden fertig und erhalten Feuer frei. Schütze 3 schießt unter Angabe Zielpunkt und Entfernung zuerst und verfehlt, da Schuß zu kurz. Schütze 4 korrigiert nach, setzt höher an und trifft.
Feindlicher KPz brennt. Griffstück abgemacht und schnellstens zum Aufnahmepunkt durch Marder geeilt. Übungsende und Besprechung.
Zum Gruppennest zurück (1530), die Waffen eingeölt und vorbereitet auf die Abfahrt. Sicherheitsüberprüfung, Kontrolle Vollständigkeit und Aufsitzen auf den Bus um 1615. Abfahrt 1630. 10 Minuten später vor der Unterkunft. Waffenabgabe, Abladen Gerödel auf Stube und Gesicht abtarnen. Zur Abendverpflegung in die Kantine (1705-1745). Zurück auf Stube und Warten auf Dienstschluß, der um 1900 eintritt. Mit den Kameraden gleich noch ins Mannheim, aber nur kurz bis 2030. Im Bett 2200.
9. Tag, Dienstag, 27.09.2016:
Wie gestern raus um 0500. Im 8-Sitzer zum Essen. Ein Stunde später wieder zurück. Zugantreten um 0615. Bis Bus kommt auf Stube. Im Gruppennest an der Schießbahn zur Toilette, dort vor dem Spiegel Gesichtstarnung anlegen. Vor der Vergatterung noch Zeit für ein großes Gruppenfoto. Wir sind gleich nächstes Rennen fürs Gefechtsschießen.
Der Anmarsch läuft ähnlich wie gestern, jedoch nähern wir uns der Munausgabe in einer Zangenbewegung. Dort erhalte ich vom SO OL M. den Auftrag 7 Schuß SigPi-Munition zur Panzerplatte an den AblaufOffz (SFw H.) zu übergeben. Den Hin- und Rückweg lege ich im Laufschritt zurück um ein bisschen warm zu werden. Haben nun 2 volle Magazine zur Verfügung.
Den GrpFhr macht HFw N. (0900). Dieser klärt zusammen mit N. die Häusergruppe auf, läßt M. und mich nachziehen und weist uns die Stellung zwischen der Pzfst und dem linken Haus zu. Ebenso werden die restlichen Schützen vom GrpFhr in ihre Stellungen eingewiesen. Es gilt Feuervorbehalt. Erst bei Pfiff wird geschoßen.
Der Feind schickt seine Aufklärung voraus. Kein Schuß fällt. Feind ist auf 400m Entfernung. Auf Pfiff erfolgt der Feuerschlag, jedoch wurde dieser nicht überall gehört und so entgleitet der Feuerkampf etwas, da nun jeder jedes Ziel bekämpft, welches vor dem Rohr auftaucht. Das MG schweigt zunächst und feuert erst beim Herannahen der feindlichen Hauptmacht in die dichten Reihen.
Auftreten von Panzerfeind. Pzfstschütze erhält Meldung über von rechts auf das Gefechtsfeld einfahrenden feindlichen KPz, jedoch noch kein Feuerbefehl. Dieser kommt erst später. Erster Schuß sitzt zu kurz, beim 2. bootet die Besatzung aus. Der Feind kommt auf 200, dann auf 100m ran. Das MG schweigt unverständlich lange, seine Stellung ist ja mittlerweile aufgeklärt. So feuern die Einzelschützen weiter auf die dichten Feindrudel. Der Feind beginnt sich wegen unserer Waffenwirkung zurückzuziehen. Einzelne Schützen werden noch bekämpft, teilweise ist der Sperrbestand an Mun bereits erreicht (Sturmgewehr 5, MG 15). Feind weicht weiter aus und wird durch Feuer zur Flucht angehalten. Übungsende ca. 1005.
OL M. hält Kritik: Führung straff und gut bis zum Entgleiten Feuerkampf. Erst laufen gelassen, dann wieder eingefangen. Kommunikation laut und gut. Die Verteilung des Feuerkampfes ist verbesserungswürdig, eine klarere Zuordnung wünschenswert. Die Führung aus einem Haus ist unvorteilhaft, da unverständlich. Dann noch einige Sicherheitshinweise und Anmerkungen bevor zur Panzerplatte und zum Platz der Gruppe (1030) abmarschiert wird. Es gibt heute keine Parallelausbildung, da A. beim Schießen ist. Mittagessen 1200-1230.
Durch den Beschuß brennt die Heide. Ein Brandbekämpfungskommando aus drei Soldaten wird zum Brandherd geschickt jedoch erfolglos. Es muß erst die Truppenübungsplatzfeuerwehr mit mehreren Fahrzeugen anrücken und das Feuer löschen.  Diese muß jedoch noch einmal umkehren, da der Brand noch einmal aufflackert.
In der Zwischenzeit bekommen wir einen seltenen Gast zu Besuch auf der Schießbahn. Ein Leopard 2A6 taucht auf, muß aber wegen des Feuerwehreinsatzes warten. Ich nehme sofort Tuchfühlung mit der Panzerbesatzung auf. Leider darf ich wegen Abmarschbereitschaft nicht Entern, begnüge mich daher mit ein paar Fotos. Der Panzer fährt um 1310 alleine auf die Schießbahn, da alle unsere SPz auf der Panzerplatte stehen und kommt um 1400 wieder zurück. Ich erhalte nun die Gelegenheit auf den Leo zu klettern und den Stahlkoloss näher in Augenschein zu nehmen.
Um 1415 Antreten vor SFw H. zur halbstündigen Einteilung der Schützen und Aufsichten für Alpha und Alpha 1. Hier handelt es sich um ein Vorführrennen. Die restlichen Kameraden können die Übung vom Feldherrenhügel aus sicherer Entfernung beobachten.
Bis zum Übungsbeginn (1545) Rückkehr ins Gruppennest und warten. 2 Marder bilden das Rennen, wir marschieren mit den übrigen Schützen, dem Leitungs- und Sicherungspersonal zum Beobachtungshügel und sehen dem Schauspiel zu. Ein Marder stößt auf der Schotterstraße vor und sichert, dann fährt der andere entlang des Waldrands zur Aufklärung vor. Eine Minensperre (Panzerabwehrrichtminen) wird entdeckt, die Marder ziehen sich daher zurück. Stoßen wieder vor und entlassen beide ihre Schützentrupps zur Erkundung einer Umgehung bzw. zur Beseitigung der Sperre und ihrer feindlichen Sicherung. Dazu sollen diese durch den Wald vorstoßen, der Beginn verzögert sich. Dann Übungsunterbrechung aus unbekanntem Grund und neues Ansetzen um 1645.
Nachdem abgesessene Teile den Waldweg erreicht haben zieht SPz Alpha am Waldrand nach. Beide SPz sichern und AB kann gedeckt weiter vorziehen. Über Funk bekommen wir die Lage mit. AB hat Feind auf 12 Uhr entdeckt und eröffnet das Feuer (1707). Feuerkampf mit feindlicher Sicherung. 400m vor eigener Stellung feindliche Schützen, die ausgewichen sind. Ein feindlicher SPz taucht auf dem Gefechtsfeld auf. Unsere Grenadiere im Wald können den feindlichen Panzer nicht aufklären, die SPz nicht unterstützen. Daher Befehl zum Waldrand heranzuführen um Feind von dort zu bekämpfen. Befehl wird umgehend ausgeführt, Waldrand erreicht, FeindSPz aufgeklärt. Pzfst schießt (1720), Trefferlage unklar, 2. Schuß SPz vernichtet.
Aufklärung Lage Minensperre durch Grenadiere, Sperrsicherung geworfen und Bekämpfung ausweichender Restteile Feind. Erkundung Umgehung Sperre über Waldweg, dazu setzt Alpha in den Waldweg. Umgehung wegen Drahtsperre nicht möglich. Prüfung Räumung durch Grenadiere ergibt keine feindliche Sicherung oder Verminung. Beginn Räumung 1745. Sperre geworfen, Alpha zieht zum Waldrand vor. Einstern gelb. Übungsende 1748.
Um 1800 sammeln und vorrücken auf die vorgelegene Kuppe zur Beobachtung des Wirkungsschießens auf verschiedene Ziele. Zuerst D. mit G36 und darauf N. mit MG3 auf Scharfschützenscheibe schwarz mit Gefechtshelm, dann mit BMK auf einen ausrangierten Stahlschrank, eine Sandsackstellung und noch andere Ziele. Die Schießergebnisse werden ausgiebig begutachtet und bestaunt, vor allem der durchlöcherte Gefechtshelm und der perforierte Stahlschrank. Die Löcher machen Eindruck.
Die Rennen dürfen zum Rückmarsch zur Panzerplatte (300-400m) auf die Marder aufsitzen, an den Rest ergeht der Befehl zum Laufschritt. Als erste Rotte sind wir zu schnell, trotz Kürzertretens ziehen sich die Reihen auseinander und lösen sich bis ins Ziel auf. Nette kleine Körperertüchtigung, kurz auf Temperatur gekommen.
Antreten um 1900, Ausgabe Befehl zum groben Waffenreinigen am Platz der Gruppe. Im Anschluß Abschlußbesprechung durch L v. S. am Sandkasten. Auf diese dürfen wir geraume Zeit bei bereits einsetzender Dämmerung warten. Für den Vortrag muß der Sandkasten ausgeleuchtet werden.
Vor der Abfahrt zur Kaserne um 2000 Entgatterung und weitere Anweisungen zum Ablauf bis Dienstschluß durch H G.. Nach Ankunft im Block Abgabe der Waffen in der Waffenkammer und Essenspaketeempfang. Dienstschluß 2100.
Noch ein bisschen Musikhören und die Stiefel putzen. Im Bett 2251.
10. Tag, Mittwoch, 28.09.2016:
Aufstehen 0500. Mit der WaKa-Pritsche zur Kantine (0530-0615). Zurück um 0615. Zum Antreten meines Zugs um 0630 komme ich zu spät (macht nichts, die Kameraden bestätigen meine Existenz), empfange daher meine Waffe als Erster. Vors Gebäude und dort auf Bus zur Abfahrt warten. Auf dem Hinweg überholt uns das Vorkommando, d.h. wir dürfen erst noch warten bis alles aufgebaut ist. Nach Bezug des Gruppennestes teilt OL R. 3 Kameraden und mich SFw J. zu. Mit diesem fahren wir zu den Schießzielen von gestern und laden die Überreste auf die Pritsche auf.
Nach Rückkehr zur Gruppe wird Gesichtstarnung angelegt. Um 0840 erfolgt das Antreten und Vergattern. Ich bin nun gleich beim ersten Rennen (2) mit dabei. Als MG-Schütze 1 empfange ich einen Gurt mit 40 Patronen und zusätzlich 200 Patronen in 5 einzelnen Gurten im Blechgurtkasten für meinen MG2. SU H. zeigt die richtige Verbindung der Gurte zu einem langen Gurt und die richtige Verlegeweise des Gurts im Gurtkasten, damit die Zuführung des Gurts sauber über den aufgeklappten Gurtdeckel erfolgen kann.
Mit Tuan N. (mein MG2), L. als 3, S. 4 und G. 5 sitzen wir um 0900 auf Alpha auf. TrpFhr ist SU H. auf der Fahrt. Im Gefecht ist dies der jetzige Kommandant HFw C.. Da es Probleme mit der Munitionszuführung gibt, sitzen wir wieder ab, D. und N. müssen helfen die Störung zu beseitigen.
Alpha 1 fährt schon mal ohne uns los, es läuft ein Ersatzrennen. Das Wetter zeigt sich durchgehend bewölkt, aber noch trocken bei leichtem Wind. Um 1100 ergeht der Befehl zum Aufsitzen. Beginn des Rennens 1130. Es regnet jetzt leicht. Die SPz gehen nebeneinander sichernd vor und eröffnen auf erkannten Feind das Feuer mit MG und BMK. Beim Schießen muß ich aufpassen und meine Rübe unten halten, da der Hülsenauswurf sich direkt über und neben mir befindet. Die Hülsen gehen je nach Turmausrichtung ziemlich knapp am Helm vorbei.
Wir fahren am Waldrand entlang, setzen nach Entdecken der Minensperre zurück und werden als Schützentrupp abgesetzt. Ich folge dem TrpFhr dichtauf und laufe mit meinem Schützen 2 im Schlepptau 20m in die zugewiesene Richtung in den Wald und sichere. Mein Sicherungsgehilfe (SU H.) steht neben mir und gibt die Anweisung im Wald nicht teilzuladen und zu feuern und immer erst auf Befehl zu handeln. Wenn dann der Befehl dazu kommt, dann lange Feuerstöße.
Ich freu mich ob dieser Ansage wie auf Ostern, Pfingsten und Weihnachten zusammen und kann es gar nicht mehr erwarten loszulegen. C. führt im Schützenrudel vor. Die feindliche Sperrsicherung taucht vor uns auf und wird durch die Kameraden bekämpft. Weiter nach links kann ich nicht verschieben, da hier der Grenzbereich des Übungsgebietes ist. Weitere Klappscheiben kommen im Vorgehen auf und mein 2er muß diese bekämpfen, da ich nicht darf.
Der SO OL M. kommt bei einer kurzen Übungsunterbrechung vorbei und befiehlt Teilladen fürs MG. Jetzt gehts los, denk ich mir und freue mich auf die nächsten Ziele. Aber bevor es dazu kommt und ich tätig werden darf, wird die Übung wegen Empfang des Mittagessens abgebrochen (1230). Ich fall gleich vom Glauben ab. Da habe ich mal die Möglichkeit mit einem Gurt, der den Namen mal verdient, durch die Pampa zu kriechen und richtige Feuerstöße abzugeben und dann darf ich nicht einen einzigen Schuß abgeben. Wie bestellt und nicht abgeholt. Wie Weihnachten ohne Geschenke. Aber es hilft nichts. Sicherheit herstellen, mit den SPz zurückfahren, abmunitionieren und Empfang des Mittagessens.
OL K. sucht Freiwillige für ein Extra-Rennen. Melde mich als MG-Schütze, ist aber schon vergeben. Dann halt nicht, nachdem sich jedoch niemand findet, fahre ich als Schütze 4 beim Unterstützungsmarder mit. Hier ist kein Absitzen geplant. Dauer der Übung 1315-1345. Wetter hat sich gebessert und hat nun mehr sonnige Abschnitte. Zurück am Platz der Gruppe werde ich mit S., H. und L. von N. zum Hülseneinsammeln auf die Schießbahn gefahren. Im Anschluß kommen wir noch rechtzeitig zur Endbesprechung am Sandkastenmodell.
Das zügige Absitzen liegt im Verantwortungsbereich der TrpFhr und muß nachgebessert werden. Mit Stimme führen wurde positiv bewertet wie auch das breite Vorgehen im Wald. MG 1 und MG 2 sind nicht zu trennen. Bei der Stellungswahl gilt das Prinzip Wirkung vor Deckung. Vorhandene Stellungen sind auszunutzen. Kommunikation soll kurz und knackig sein, nach KISS (keep it simple and stupid). Brückenköpfe bilden, TrpFhr mit Nachsicherer, V-förmiges Verschieben in Feindnähe, kein Querverschieben. Richtschützen: Bekämpfung Flugziele mit Feuerstoß, Einzelziele erst mit Einzelschuß, dann Feuerstoß. Es sind möglichst viele Waffen am Feind einzusetzen. Immer ein überwachendes Element z.B. SPz nötig. Das Absitzen ist die verwundbarste Stelle. Die Sicherheiten waren ruhig und zuverlässig. Meldungen und Befehle sind auszuführen, Beobachtungsbereiche sind einzuhalten. Empfehlung an die GrpFhr die vorhanden Schützen in Bereiche zu unterteilen (links/rechts) um die Ansprache zu erleichtern, ggf. sind die schweren Waffen (MG/Pzfst) gesondert anzusprechen.
Um 1515 Abschlußantreten und Belehrung. Ich werde C.s Marder zugeteilt und soll bei der Panzerwäsche mithelfen. Die anderen Kameraden sitzen auf den Bus auf und fahren in die Kaserne zurück. Meine Abfahrt endet bereits schon vor der Schießbahnschranke, da der A5er Startprobleme hat. Der Führungsmarder kehrt deshalb zur Unterstützung zurück und wir können nach erfolgreicher Behebung der Störung gemeinsam zur Kaserne zurückfahren (1605).
Vor der Südeinfahrt biegen wir nach rechts zur Panzerwaschanlage ab. Hier werden alle beweglichen Teile ab- oder aufgeklappt so z.B. der Kettenschutz. Mit einer Welle mit Düsen und jeweils beweglichen und schwenkbaren Düsen an den Seiten der Waschhalle werden die Marder nacheinander mit Hochdruck von unten und den Seiten gereinigt. Durch Steuereinheiten, links und rechts an der Halle angebracht, kann der Vorgang manuell beeinflußt werden. Nach der Waschhalle werden die Panzer zusätzlich durch ihre Besatzungen noch von oben abgespritzt bevor es mit Einweiser zurück in die Kaserne und in den T-Bereich geht.
Um 1730 bin ich nach Waffenabgabe wieder auf Stube. Es heißt jetzt hurtig sein, da Antreten schon für 1800 befohlen ist. Als raus aus den staubigen Klamotten und kurz unter die Dusche und dann in frische Klamotten zum Antreten bevor es zum Bataillonsabend im Mannheim geht.
Dort hält der Bataillonskommandeur OLT D und der Kompaniechef H G noch eine kurze Ansprache, dann ist die Theke eröffnet und wenig später gibt es das Abendessen (1900). Unterhalte mich mit den Kameraden im Runde. Ich verlasse die Veranstaltung gegen 2145 und fahre mit den Kameraden zurück. Im Bett bin ich um 2300.
11. Tag, Donnerstag, 29.09.2016:
Zum Aufstehen um 0530 gibt es einen Fanfarenstoß und den Weckruf an die Kompanie vom UvD. Pünktlich um 0600 unten vor dem Gebäude, wo zeitgleich der KvD zum Transport zur Kantine vorfährt. Nach dem Frühstück zurück im Block 0645. Ich komme gerade noch rechtzeitig zum Zugantreten ins 2.OG, wo gerade mein Name aufgerufen wird. Eine neue Variante des üblichen "Hier" ist neuerdings "ja, gleich". Auf Stube vor- und nachbereiten zB Kampfstiefel putzen bei Marschmusik aus dem Handy. Dabei muß ich den Befehl zum Antreten (0730) im Flur EG überhört haben. Komme durch Zufall auf dem Weg zum GeZi vorbei und reihe mich gleich ein. Da es strikt nach Alphabet geht habe ich ja noch nichts versäumt, komm ja erst später dran.
Die Ausschleusung Truppenarzt erfolgt in einer Stube durch einen Oberstarzt, der begleitet wird durch eine äußerst hübsche Arzthelferin in Flecktarn. Leider bin ich zu gesund für einen längeren Aufenthalt und muß den nächsten Kameraden hereinrufen. Jetzt muß ich die Utensilien, die ich einst in der Waffenkammer empfangen habe, wie Magazintasche, MPG, 2 Magazine und einen Reinigungslappen, dort wieder abgeben. Im Gegenzug erhalte ich meine Waffe zum Reinigen zurück. Als Erste beim Waffenreinigen (0815) stellt unsere Stube den Tisch auf den Flur und beginnt mit der Arbeit unter musikalischer Handybegleitung.
Fhj D. gibt mir gegen 0930 den Auftrag 5l Petroleum vom OSFw Sch. im Geb. 307 wie telefonisch bereits abgesprochen zu empfangen und zu den SPz unter dem Schleppdach zu bringen. Dort angekommen erhalte ich im Geb. 306 allerdings einen 20l Kanister, da keine kleinere Einheit vorhanden war. Gut aufgewärmt vom Schleppen gebe ich wie befohlen den Kanister bei den Kameraden ab (0950) und gehe zurück zum Waffenreinigen (bis 1115).
Zu Fuß mit zwei Kameraden zur Truppenkantine zum Mittagessen. Auf den Rückweg mache ich mich alleine, da ich vorher noch bei den Kameraden vom PzGrenBtl 212 vorbeischauen will um nach einem Stanzsatz für meine von HFw W. erhaltene Erkennungsmarke zu fragen. Die Kameraden vom Geb 306 schicken mich weiter zur MatGrp 212 im Geb. 301. Ich habe Glück und erhalte dort den gewünschten Satz zum Selbermachen mit Lehre und Ausfüllanleitung auf Papier. Leider nutzt die Lehre nur für die Reihe mit der PK-Nummer, die Öffnung für die Blutgruppe ist einfach zu eng oder der Prägesatz zu breit. Außerdem gefällt mir das Ergebnis nicht im Mindesten und so mache ich mich auf den Rückweg zur Kompanie.
Auf dem Weg dorthin treffe ich meine Essenskameraden wieder und gemeinsam setzen wir unseren Weg fort. Um 1330 läuft OSFw St. von der WaKa durch die Stuben und sucht händeringend Soldaten zum Nachreinigen. Wir folgen dem Aufruf und sehen uns vor der Waffenkammer mit anderen Kameraden wieder. Dort findet gerade die Übergabe an 212 statt und es müssen ca. 30 G36 nachgereinigt werden. Die Gewehre sind teilweise überhaupt nicht gereinigt worden oder schwimmen regelrecht im Öl. Mit dem Nachreinigen sind bis zu 10 Kameraden bis 1500 beschäftigt. Parallel haben Kameraden auch bei der Abgabe der MG, penibel geprüft bei der Übergabe, nachreinigen müssen und zwar bis ins kleinste Detail so auch Ausbau des Ausziehers im Verschlußkopf mit dem Kombinationswerkzeug!
Hole mir bei W. noch ein paar Ersatzhundemarken ab. Im Lehrsaal erfolgt um 1540 die Ausschleusung durch das Geschäftszimmer unter Leitung von Fw (w) R.. Ergattere hier noch einen Satz OSG-Schulterklappen. Für schnellere Hinzuziehungen in Zukunft unterschreiben wir eine Blanko-Einverständniserklärung. Danach erhalten aufgerufene Soldaten ihre Wehrdienstzeitbescheinigung und sind demnach entlassen.
Auf Stube zurück 1640, beginne ich zusammenzupacken. Um 1900 ist noch Antreten im Grünen zur Verleihung ATN-PzGren und Schützenschnüre. Anerkennung für besondere Leistung erhalten OSG D.t, OSG N. und SU H.. Erhalte meine goldene Schützenschnur erst morgen, da SFw H. mit der Ausführung noch nicht fertig geworden ist. Gehe zu den Kameraden noch ein Bierchen trinken und plaudern. Im Bett 2245.
12. Tag, Freitag, 30.09.2016:
Ich bin schon um 0430 wach, stehe aber erst mit den anderen um 0530 auf. Nach der Morgentoilette mit den Kameraden im Auto zur Kantine (0600). Zurück auf Stube die restliche Ausrüstung für die Heimfahrt verstauen. Verstaue mein Gepäck mit OG E. im Auto von K., der kameradschaftlich wie er ist, sich bereit erklärt hat uns beim Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe abzusetzen.
Ich nehme noch an der Wahl zur Verleihung des Helms für besondere Leistungen teil, dann ist auch schon Antreten um 0830 auf dem Grün hinter dem Block. Hier werden noch einmal Schützenschnüre verliehen, ich warte jedoch vergebens darauf aufgerufen zu werden. SFw H. versichert mir, daß es dann beim Abschlußantreten soweit sein wird. Bis dahin noch Stuben- und Revierreinigen.
Erst um 1030 ist endlich das letzte Antreten und dort bekomme ich nun meine erste goldene Schützenschnur zusammen mit den Kameraden N., S. und D. verliehen. Man verabschiedet sich voneinander und freut sich schon auf das nächste Wiedersehen.
Wir sitzen auf das Auto von K. auf und verlassen um 1107 die Kaserne Richtung Kassel. Um 1240 sind wir am Bahnhof, unseren Zug haben wir um ca. 15 Minuten verpaßt. Jetzt heißt es zwei Stunden warten bis zum nächsten Zug. Die Zeit verkürzen wir uns erst beim McDonald’s, wobei uns unser Fahrer noch Gesellschaft leistet. Da E.s Zug schon 50 Minuten Verspätung hat, können wir gemeinsam mit meinem ICE Richtung München fahren (1424). Im Zug treffen wir noch OL R.. In Ingolstadt bin ich dann um 1707.
 
Wolfgang Reitzer, OSG d.R.
 
 
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