Wehrübung beim PzGrenBtl 908 - Reservistenkameradschaft Ingolstadt

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Wehrübung beim PzGrenBtl 908

Aktivitäten
Wehrübung beim PzGrenBtl 908 in Torgelow
vom 21.09.2015 bis 02.10.2015

Tag 1, Montag, 21.09.2015:
Abfahrt um 0747 in Ingolstadt Nord über Ingolstadt Hbf (0800) nach Nürnberg mit dem ICE 1512. Dort treffe ich den Kameraden HFw Hopperdietzel und zusammen setzen wir die Reise fort bis Berlin Hbf. Mit dem IC 2355 Richtung Ostseebad Binz geht es weiter bis zu unserer Endstation Pasewalk, die wir um ca. 1510 erreichen.
Uns erwartet bereits der KvD OSG Lehmann, der uns in die Greifenkaserne zum Unterkunftsgebäude 40a (wie letztes Jahr) chauffiert. Ich erledige die Einschleuseformalitäten im GeZi und begebe mich dann zur zugewiesenen Stube 215, die ich mit den Kameraden Leschinski, Hendrichs und Mecke teile. Die Ausrüstung verpacke ich in den Spind und das Bett will noch bezogen werden bevor es zur Erstuntersuchung zum Arzt in die Kürassierkaserne geht (1700). Hier steht zuerst die Kontrolle beim Zahnarzt an, welche recht zügig von statten geht, da ich zu dem Zeitpunkt der einzige Kunde bin. Dann auf zum Truppenarzt. Es wird der Blutdruck und der Puls gemessen und noch eine 4-fach Impfung (Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis) durchgeführt. Zurück in der Kaserne wird zu Abend verpflegt und sich noch mit den Kameraden unterhalten.
Ich treffe überraschend Christian Loibl von der RK Neuburg, der sich die Sache bei 908 mal anschauen will. Um 1930 wird vor dem Gebäude angetreten und die Kompanie geschlossen zum Greifensaal geführt. Hier begrüßt uns um 2000 der Bataillonskommandeur OTL Dubitzky und im Anschluß werden wir durch den Kompaniechef H Sattler und H Bödeker in die Bestimmungen des StOÜbPl Jägerbrück (vormals Truppenübungsplatz) eingewiesen und belehrt. Nach der Rückkehr von der Einweisung erfolgt Dienstunterbrechung ca. 2115. Noch Ratschen auf der Stube bis zum Zapfenstreich um 2300.

Tag 2, Dienstag, 22.09.2015:
Ich bin schon vor dem Wecken wach (0415). Um 0500 ist offizielles Wecken jedoch nicht wie im letzten Jahr durch Fanfare. Also raus aus den Federn und zur Körperpflege in den Waschraum zu den anderen noch müden Kameraden. Zusammen mit meinen Stubenkameraden (außer Leschinski) mache ich mich um 0545 auf zum Frühstücksempfang in der Truppenküche. Nach einer Stunde sind wir wieder zurück und kurz darauf (0700) empfangen wir die Waffen für das heutige Schießen auf der Schießbahn 9 und 10. Ich bin mit den meisten altgedienten Kameraden dem 2. Zug (Bravo) unter HFw Bardutzky zugeteilt, während die Neulinge und einige "alte" Kameraden im 1. Zug (Alpha) unter HFw Hartmann dienen. 
Draußen sammelt SU Strohmeyer die Teile des Bravo-Zugs (12 Mann), die als übende Truppe zum Schießen gehen. Wir warten auf den Transport zur Schießbahn, als jedoch keiner kommt, geht es mit dem Fußbus Richtung Kasernentor. Kurz davor treffen wir auf den rückkehrenden Transporter (Lehmann), der 7 Mann mitnimmt, der Rest mit mir läuft weiter. Erst einige hundert Meter vor der Schießbahn werden wir abgeholt und unseren wartenden Kameraden an der Schießbahn 9 zugeführt (0730). Jetzt heißt es erstmal warten auf den Beginn des Schießens. Die Zwischenzeit wird genutzt um die Torpostendienste einzuteilen und ich schreibe fleißig an meinem Wehrübungstagebuch. Die Schießbelehrung erfolgt für die schießenden Abteilung durch HFw Jaus. 
Danach geht es erst mal zum Pistolenschießstand zur Übung P8-S-1 unter OFw Colombo. Ich bin mit OSG Glander als 4. Rennen zugeteilt (ca. 0830). Bevor wir jedoch zum Schießen kommen erfolgt der Abbruch des Schießens, da das Rennen vor uns einen Versager hat (OSG Wenzel hat eine angeschlagene, nicht gezündete Patrone im Lauf). Daher wird der Kampfmittelräumdienst verständigt, der die Patrone dann sicher aus dem Lauf holt. Dies dauert natürlich und so verlegen wir zum MG-Schießen auf Schießbahn 10 zur Übung MG3-S-1 um 1030. Erfülle die Übung mit 5 Treffern (5 Schuß mit jeweils einem leeren dazwischen zum Nachziehen und Nachladen, ein Kopfschuß). Der Pistolenschießstand ist mittlerweile wieder freigegeben und so kann ich um 1130 die Übung mit 5 Treffern (3 Ziele, 5 Schuß, Klappscheiben) bestehen. Die Waffe schießt hervorragend, hatte bisher noch nie so ein präzises Gerät in der Hand. Das macht Spaß, wenn das Vergnügen auch nur sehr kurz dauert. Nun wird umgestellt auf P8-S-2. Das Schießergebnis bleibt gleich (3 Ziele bekämpft, 5 Treffer in schneller Folge, sehr gut). Waffe fühlt sich nach wie vor gut an. Super. Leider ist es viel zu schnell vorbei. Die Mittagspause kommt als willkommene Unterbrechung (1200-1300). Danach wird die vorausgegangene Übung wiederholt, jedoch als Wertungsübung. Mein Glück bleibt mir treu, daher Gold erfüllt mit 3/5/5. 
Mit Euphoriegefühl zum Torpostendienst zum Abkühlen abkommandiert (1315-1345). Weil beim G36-S-3 Stand großer Andrang herrscht, weichen wir zum G36-S-2 Schießen unter HFw Allmeroth aus (5 Schuß auf 200m und 250m, bestanden). Beim MG3 ist momentan Überfüllung angesagt, daher weiter zum G36-Stand unter Leitung OL Riedl und HFw Jaus. Erst aber mal umziehen, da es mittlerweile recht warm geworden ist nach der frischen Morgentemperatur. Das Gefechtsschießen ist eine umgewandelte S-3 Übung. Ich erhalte 4 Magazine mit je 5 Schuß. Die Übung läuft wie folgt ab: Entfernung Scheibe 25m, erst stehend 2 Schuß, dann liegend 2 Schuß, nochmal diesselbe Sequenz, dann vor auf 20m Entfernung und das gleiche nochmal bis zum Verbrauch der Munition. Das Trefferbild ist mittig bis links Mitte etwas unterhalb. Keine Wertung, zahlreiche Treffer, ohne Zählung (1500). Eine halbe Stunde später bin ich endlich beim MG-Schießen (MG-S-3). Zieldarstellung auf 400m-Scheibe. Die Übung wird bestanden (3 Ziele bekämpft, 7 Feuerstöße, 3 Treffer im kleinen, 6 im großen Kreis). Um 1600 ist Schießende mit anschließendem Antreten vor dem Gebäude und Abschlußansprache durch OL Riedl. 
Der Rückmarsch mit vollem Gepäck und Waffen erfolgt unter Führung L Korfs über die Panzerstraße zurück zur Kaserne (1645-1720). Völlig durchgeschwitzt erreichen wir unsere Unterkunft, da das Tempo vorne hochgehalten wurde. Wahrscheinlich wird für den Leistungsmarsch schon mal warmgelaufen. 
Auf die Stuben weg und ausgeschwitzt, dabei Waffenreinigen und Ausrüstung herrichten sowie Abendverpflegung. Die Waffen werden nicht in der Waffenkammer abgegeben, sondern bleiben am Mann bzw. werden abends in den Spind eingeschlossen. Um 1940 wird mit der Waffe vor dem Gebäude angetreten und die Gruppen eingeteilt. Ich bin dem II. Zug (Bravo) unter HFw Bardutzky zugeteilt und als Schütze 4 (Pzfst) dem Gruppenführer Bravo2 OFw Colombo unterstellt. Anschließend wird zum Greifensaal zum Unterricht Thema Sicherung (Verbindung-Aufklärung-Sicherung-Erkundung) durch H Sattler abgerückt. Zurück um 2045. Die Zeit bis zum Zapfenstreich verbringe ich mit reger Unterhaltung mit dem neuen Stubenkameraden OG Andreas Mecke. Im Bett um 2315.
Tag 3, Mittwoch, 23.09.2015:
Raus aus den Federn wie gestern um 0500. Um 0545 werde ich zusammen mit den soweit versammelten Teilen des Bravo-Zugs zum Frühstück (0600-0630) in der Truppenküche geführt. Nach Rückkehr Aufnahme Gepäck und Waffe und ab 0700 wird zur Schießbahn marschiert. Schlau oder eher faul wie der normale Soldat nun eben ist, nehmen wir natürlich eine Abkürzung (Herchet zeigt uns den Weg) durch die Pampa, damit wir nicht die längere Strecke auf der Panzerstraße laufen müßen. An der Schießbahn heißt es erst mal warten. Nach der Schießbelehrung durch HFw Jaus werden die Rennen durch OL Riedl eingeteilt. Zuerst geht es ans G36-S-3-Schiessen um 0900. 
Empfange 15 Schuß a 3 Magazine. Zielentfernung 25m, 3 Schuß stehend, 2 knieend. Vorgehen auf 20m, Feuern wie vor. Jedenfalls erreiche ich 132 von 150 Treffern, also bestanden bzw. erfüllt (0945). Jetzt muß nur noch das Rennen fertig schießen , dann kann zum P8 Stand gewechselt werden. Ich werde zum Truppführer bestimmt und führe nun die Kameraden dorthin und melde H Graff 6 Mann bereit zum Schießen. Leider müssen wir zum G36 Stand unter HFw Allmeroth weitermarschieren, da bei der Pistole die Munition rationiert werden muß um noch genügend Schuß für die Kameraden aufzubewahren, die noch nicht geschossen bzw. erfüllt haben. 
Am Gewehrstand herrscht Kundenarmut, deshalb kann ich mich in ein halbleeres Rennen eingliedern zur Übung G36-S-7. Gefeuert wird auf Klappkameraden je 4 Mann nebeneinander auf 70, 50 und 25m. Schußanzahl 15, abzugeben mit Rotpunktvisier und in Pirschhaltung. Zielen, Entsichern, Schuß, Sichern, Absetzen lauten die Anweisungen des SO. Ich treffe alles bis auf den ersten 25m-Schützen (14 von 15 Treffern, bestanden, 1015). Im Anschluß führe ich zum MG3-S-3 WÜ-Schießen (1100-1200). Beim ersten Mal 2 von 3 Zielen bekämpft, 4 Treffer im kleinen , 7 im großen Kreis, wird beim zweiten aber nicht besser (2/5/6). Ich verreiße immer beim ersten Schuß. 
Das Mittagessen sorgt etwas für Abwechslung (bis 1300). Es ergeht danach der Befehl zum Handgranatenwerfen unter HFw Bardutzky. Dazu rücken wir zum abgestellten Marder ab und nehmen dort die bereitgestellten, blauen Übungshandgranaten DM58 auf. Diese sind nun das erste Mal komplett mit Splint und Sperrbügel ausgestattet seit ich mit den Dingern üben darf. Am Rande der Schießbahn üben wir nun den gezielten Wurf im Stehen und im Liegen auf ein Ziel, das durch einen Rucksack und ein Gewehr dargestellt wird. Leider kann ich die Übung nicht bis zum Schluß mitmachen, da ich den Torposten (Tauch) ablösen muß (1320-1345). Von meinem Standort aus muß ich beobachten, daß ich an der P8-S-3 WÜ nicht mehr teilnehmen kann, da just in der Zeit die Munition ausgeht. Genau die hätte mir noch gefehlt und hätte bei der akuraten Waffe sicher für Gold gereicht. So folge ich den Kameraden nach zur Übung G36-S-5 um 1400. 
Hier ist Bewegung angesagt. Zur Stellung wird gelaufen mit 15 Schuß in 3 Magazinen. Zuerst stehend 5, Nachladen, dann Laufen und 5 im Liegen, Nachladen, Laufen und den Rest im Stehen abfeuern. Beim ersten Durchgang sind meine Ergebnisse unterirdisch (0-3-2). Prima, nicht bestanden, aber zweite Chance gleich im Anschluß, da Besucherflaute. Diesmal nimmt mich HFw Jaus unter seine schwäbischen Fittiche, mit Erfolg. Ich bestehe die Übung mit zahlreichen Treffern, welche aber weder von mir noch vom HFw Jaus mitgezählt wurden. Es folgt wieder ein Wechsel, desmal eine G36-Sonderschießübung bei HFw Allmeroth um 1500. 2 Schützen nebeneinander 15 Schuß auf je eine Klappscheibe Entfernung 400m. Trotz vorheriger Angabe des Haltepunkts (links unten) gelingt mir kein einziger Treffer. Das Ziel ist vor dem Waldhintergrund schlecht auszumachen. Beim 2. Versuch schaffe ich wenigstens 4 Treffer. Weitere Ergebnisse verhindert meine Ablösung des Kameraden Hilkert als Torposten um 1515. Diese Aufgabe behalte ich bis zum Ende des Schießens um 1600. 
Nach Rückgabe Ausstattung Torposten an HFw Jaus (Warnweste, Winkerkelle und Funkgerät) muß ich noch zum Wiegen meiner Ausrüstung für den anschließenden IGF-Marsch. Am Zughaken erreicht mein Rucksack (mit Gefechtshelm) bereits 12kg. Dazu kommen noch das G36, das Koppeltragegestell mit voller Mehrzwecktasche und gefüllter Trinkflasche und der Klappspaten. Erst treten wir zugweise vor dem Gebäude an und warten, bis der Befehl zum Sammeln vor der Schießbahnschranke auf der Straße erfolgt. Hier nimmt H Sattler die Einweisung und Einteilung der Marschierenden vor. Ich wähle die kurze Strecke (6 statt 12km), da ja noch das Biwak mit seinen vermutet interessanten Tätigkeiten bevorsteht und ich mich daher nicht mit Absicht vorher kaputtmachen muß. 
Der Marsch beginnt um ca. 1640. Ich lasse es zuerst langsam angehen, da dies mein erster Marsch mit vollem Gepäck ist. Langsam aber sicher komme ich in meinen Rhythmus. Zu der Zeit bin ich gleichauf mit SU (FA) Riep und HFw Jaus. Es geht gut voran und ich kann Boden auf die Vorausmarschierenden gut machen. Nach 2/3 der Strecke befinde ich mich im vorderen Bereich der Marschierer. Am Kasernenzaun habe ich die Kameraden Hilkert, Mecke und Vietzke eingeholt. Mein eingelegter Endspurt bringt mich noch vorbei an Colombo und Hopperdietzel ans Kasernentor (1735). Fairerweise muß ich zugeben, daß unter den von mir überholten Kameraden auch diejenigen waren, die die 12km Strecke gelaufen sind. Ich dürfte unter den ersten 10 der 6km-Marschierer gewesen sein (Bestätigung steht noch aus). 
Mit Timm Tauch und Andreas Mecke betrete ich zusammen das Kompaniegebäude als erste Rückkehrer. Nun erstmal ausschwitzen, dann die patschnassen Klamotten runter und die gelaufenen Blasen verarzten. Nach dem verdienten Duschen ist Feierabend und Abendverpflegung. Beim Versorger kann ich endlich mein PzGren-Barettabzeichen abholen und an der Kopfbedeckung anbringen. Auf Wunsch (Fw Schlüter) hole ich mein Fotobuch, das ich über die Ausbildung zum Panzergrenadier erstellt habe, runter ins Gezi und nach Begutachtung durch die Kameraden ernte ich Lob und Anerkennung dafür. Es geht danach reihum bei den Kameraden. Selbst der Kommandeur läßt mich über Jesse zu sich rufen. Ich laß mich nicht zweimal bitten und präsentiere persönlich meine Arbeit bei OLT Dubitzky im Gemeinschaftsraum im EG. Das Urteil fällt wie bei den Kameraden äußerst positiv aus, vor allem wird auch der immense Aufwand gewürdigt. Im Bett um 2315.
Tag 4, Donnerstag, 24.09.2015:
Bin wie immer vor der Zeit wach (0445). Zugführer HFw Bardutzky läßt im Flur die Teile vom Bravo-Zug antreten, die schon zur Küche abmarschbereit sind. Da wir auf Stube noch nicht soweit fertig sind, können wir nicht teilnehmen und machen uns so einzeln auf dem Weg zur Küche (0600-0630). Mein Rückweg zur Kompanie erfolgt im Bayerndreier (OL Riedl, HFw Bardutzky und mir). 
Um 0700 geht es unter Führung von SU Strohmeyer und 6 Mann (Kühn, Kliewe, Hilkert, Saukel, Dewart, meinereiner) bei herrlichem Sonnenaufgang zum Schießstand (natürlich wie gestern durch die Pampa abgekürzt). Dort angekommen nehme ich erst einmal die einmalige Stimmung in mich auf. Die gerade aufgegangene Sonne scheint durch den Morgendunst auf die Schießbahn, idyllisch, fast mythisch. Es folgt die letzte Einweisung und Belehrung der schießenden Abteilung durch HFw Jaus. 
Ich werde zum MG-Schießen eingeteilt, muß aber wie die anderen auch meine beiden G36-Magazine für die Sturmgewehrschützen abgeben. Zusammen warten wir auf die Munition und als der Munlaster endlich eintrifft, kann um 0830 das Schießen beginnen (MG3-S-3 WÜ). Zusammen mit Dewart laufe ich als 1. Rennen. Das Ergebnis 3-4-7 reicht für Silber. Die Ziele waren wegen des Gegenlichts etwas schwer erkennbar. Nach der Umstellung auf MG3-S-4 WÜ ist das Endergebnis nur noch 1-1-8 (ca. 0945). Von 1000-1030 leiste ich den Torpostendienst, von dem mich Martin Saukel ablöst. Ich wechsle nun den Stand und verlege zum G36-S-9 WÜ-Schießen. Hier erhalte ich 16 Schuß in 2 Magazinen. Gefeuert wird zuerst 4x angestrichen im Stehen, dann 4x im Liegen. Stellungswechsel im Laufschritt, dann 2 Schuß stehend und 2 liegend und nochmaliges Vorgehen mit gleichem Prozedere. Im ersten Durchgang schaffe ich 4-3-3-2, im zweiten 4-3-3-1 (reicht für Silber). 
Von 1115-1200 verbleibe ich am Stand, nun jedoch als Sicherungsgehilfe, d.h. aufpassen, daß die Kameraden immer schön auf gleicher Höhe bleiben und nicht unbeabsichtigt auf Kameraden gezielt wird, sowie auf das Sichern des Gewehrs nach jeder Teilübung habe ich zu achten und natürlich am Schluß das Patronenlager zu kontrollieren. Nach dem Mittagessen (1200-1230) ist Schießende und mit 4 Böcken geht es zurück in die Kaserne (1300). 
Vom Abstellplatz der Panzer marschieren wir direkt zum Gebäude 6, dort beginnt für uns um 1330 das Modul B für den Einsatzersthelfer Alpha (EEH-A). Es werden erst 2 Stunden lang Theorie vermittelt (Atemwege, Herz-Kreislauf-System, Herzdruckmassage, Automatischer Externer Defibrillator) und danach die Gruppe getrennt um jeweils 1 Stunde im Wechsel Praxisunterricht zu erhalten. 
In der einen Praxisstunde simuliert ein Kamerad einen Verletzten bzw. Kranken während 2 andere vor der Tür warten müssen um nach Zuruf auf die, ihnen unbekannte Situation zu treffen und Hilfe zu leisten. 
Der Ablauf im Groben ist wie folgt: Ansprache des Verletzten, Feststellung der Verletzung, ggf. Notruf und erste Hilfe z.B. Schocklagerung, stabile Seitenlage etc. Die andere Praxisstunde lehrt uns die Mund-zu-Mund-Beatmung und die Herzdruckmassage, die wir beides an einem Dummy austesten dürfen. 
Der Rückmarsch wird um 1800 angetreten, auf Höhe der Küche werden wir jedoch abgefangen und dorthin umgeleitet. So laufen wir zur Abendverpflegung (bis 1830) mit Rucksack, Gerödel und Sturmgewehr in die Truppenküche ein. 
Zurück in der Kompanie Last ablegen und den Rucksack fürs Biwak packen. Gerade als ich den Schuhputz erneuern wollte, bläst Nagel mit dem Jägerhorn zum Antreten. Also alles liegen und stehen lassen, raus aus der Stube und dem Gebäude und Antreten auf der Wiese, da auf der Straße kein Platz mehr ist. So stehen wir Mannschafter erst einmal gefühlt ewig sinnlos herum, da der Befehl zum Antreten nicht von allen (vor allem den Unteroffizieren!) gehört wurde. Nachdem der letzte Nachzügler nun endlich eingetroffen ist, kann Hauptmann Sattler seine Ansprache halten. Er spricht 3 Themen an: Das Ende des Schießens, die freiwillige Meldung als Ausbilder für ein Kontingent Georgier und das letzte Thema ist mir nicht mehr geläufig. Meines Erachtens hätte man diese Aktion auch später vor Beginn des Unterrichts starten können, da hier sowieso alle Kameraden versammelt werden. Nun gut. Um 1930 sind wir entlassen und können auf die Stuben wegtreten. Jetzt ist die Zeit den Schuhputz herzurichten. 
Dann ist schon wieder Antreten im Flur und folgend vor dem Unterkunftsgebäude zum Abmarsch zum U-Raum im Greifensaal. Der Unterricht beginnt dort um ca. 2015, entgegen der Planung nicht mit einem Sperrevortrag, sondern dem Thema Marsch. Einzelne Begriffe wie Marschgliederung (Gruppe, Kolonne, Block), Befehlskette (Vorbefehl, Marschbefehl von oben nach unten), Abkürzungen (SP=Starting Point, PP=Passage Point, RP=Release Point, TH=Technischer Halt) und Aufgaben des Kraftfahrers werden uns in aller Kürze vermittelt. Ab 2045 wird nach einer 5min Pause der technische Halt in epischer Breite und Detailschärfe erläutert. Schön und gut, aber am Ziel vorbeigeschossen. Die meisten der zuhörenden Soldaten können mit der Materie nichts anfangen, da sie selbst keine MKF sind und vor Müdigkeit nicht mehr folgen, geschweige denn sich alles noch merken können. Der Vortragende hat ein Einsehen und kürzt seine Präsentation entsprechend. Diese reine Fahrerausbildung endet daher vorzeitig um 2110 statt um 2200 laut Dienstplan. Ausrücken und Antreten vor dem Greifensaal. HFw Bardutzky reißt die müden Kameraden mit seiner markigen Stimme aus ihrem Dämmerschlaf hoch und es wird Gleichschritt befohlen. Der Befehlston fährt in die lahmen Glieder und bis zum Unterkunftsgebäude läuft es zackig. Einfach geil und das war nicht nur meine Meinung. Noch ein bisschen Packen für morgen und ab ins Bettchen (2300).
Tag 5, Freitag, 25.09.2015:
Ich bin mal schon wieder vor der Zeit wach (0419) und stehe daher noch vor 0500 auf. Der Weckruf erschallt diesmal mit der Melodie "Muß i denn, muß i denn zum Städtele naus". Nun ab in den Waschraum und danach noch den Rest in den Rucksack verstauen und Fertigmachen zum Frühstück. Antreten im Flur und geführter Marsch zum Frühstück, von dem ich um 0640 wieder zurück bin. 
Als Schütze 4 empfange ich eine Pzfst in der Waffenkammer. Um 0700 nimmt uns Lehmann mit dem Transporter zum Panzerplatz mit, dort verladen wir die Rucksäcke auf den Lkw und wir vom 2. Zug sitzen mit den Waffen auf die Transporter auf. Der 1. Zug mit den Neuen darf  mit den Mardern ins Biwak fahren. Die Kaserne verlassen wir um 0800 Richtung Biwaklager Rieth. 
Ein halbe Stunde später erreichen wir den A-ÜbRaum Rieth, wo wir zuerst den Lkw abladen, auf die Gruppen verteilt werden und Platzpatronen aufmunitionieren. H Bödeker gibt die Lage und den Auftrag bekannt: 
Mit Über- und Angriffen einzelner ethnischer paramilitärischer Minderheiten ist zu rechnen (Hevellischer Konflikt). Zur Unterstützung des PzGrenBtl 411 und zur Erhöhung des Ausbildungsstands hat 2./908 in das Lager RIETH verlegt. Mit feindlichen Kräften ist nach wie vor zu rechnen, deshalb hat Streife HECKENROSE das Gelände Süd, Südost und Ost Lager RIETH zu bestreifen. Das Erreichen der Beobachtungspunkte "TULIPAN" und "HOLZBOCK" ist dem KpGefStd zu melden und Kontakt zum Alarmposten "ADLERAUGE" aufzunehmen. Parole bis 2400 Romeo-Bravo, danach Delta-Whisky. Übungsbeginn ist ca. 0900. 
Wir gehen vor in Schützenreihe, davor 2 Mann (Glander, Kliewe) als Richtungstrupp (Aufklärer/Späher). Es folgt der Streifenführer Colombo, Dewart, ich, Kühn und Strohmeyer am Schluß. Es werden auf unserem Streifenweg eine Signalweste in einem Baum hängend (unkritisch) und eine hevellische Schirmmütze entdeckt, die eine versteckte IED (improvised explosive device/Sprengfalle) sein könnte, aber nicht war. Diese Entdeckungen werden natürlich nach oben per Funk weitergegeben. 
Wir laufen weiter, überspringen eine Wegespinne und biegen in einen Waldweg ein. In einer Kurve erfolgt ca. 20m hinter mir auf Höhe letzter Mann eine Explosion. Alles wirft sich in Deckung und späht nach verdecktem Feind. 1 Mann ist nach Vorgabe der Leitung verletzt. Während Dewart dem Kameraden beisteht und erste Hilfe leistet, wechsle ich meinen schlechten Standort, da keine ausreichende Sicherungsmöglichkeit für mich besteht. Jenseits des Wegs ist dichtes, undurchdringliches Unterholz und neben mir verstellt ein Erdwall die Sicht. So flanke ich den Wall hinauf und sichere über diesen hinweg die Gruppe. Der Streifenführer wird angefordert, mittlerweile ist der Kamerad tot. Die Explosion war eine Sprengfalle (mit Übungshandgranate), der kein weiteres Feuer mehr folgte. Die Meldung wird per Funk weitergegeben und der Weg zum Alarmposten fortgesetzt (1015). 
Die neue Einteilung erfolgt nun durch H Graff. SU Strohmeyer ist nun Gruppenführer und verteilt die Aufgaben auf die einzelnen Schützen im Gruppennest. Zusammen mit OSG Glander werde ich in den Alarmposten abberufen, wo die Einweisung durch den Gruppenführer erfolgt. Der Alarmposten liegt sehr exponiert auf einem Wall, der zwei Straßen mit dem jeweils dahinter liegendem Waldrand von einander trennt. Die Sicht bzw. Wirkung ist sehr eingeschränkt und der Wald liegt sehr nah. Lieber wäre mir eine Stellung oben auf der Kuppe gewesen, aber daß wir nicht da oben liegen, hatte andere Gründe. Somit beschränken wir uns auf die Überwachung des uns zugedachten Frontabschnitts. In der Nachbesprechung um 1130 werden alle Punkte mit H Graff besprochen, bevor es in Schützenreihe zurück zum Lager Rieth zum Mittagsempfang um 1200 geht. 
Da aber noch die Rückkehr des 1. Zugs mit den Mardern abgewartet werden muß, gib es die Verpflegung erst um 1300-1345. Danach heißt es antreten, Waffen aufnehmen und auf die SPz verladen. Lageerklärung vor den Böcken. 
Wir fahren Patrouille zurück bis zur Greifenkaserne und zu einem Verschiebebahnhof in deren Nähe. Auf Grund Erkenntnisse beim Ablauf Alpha-Zug am Vormittag ist mit feindlichen Tätigkeiten wie Blockaden oder Angriffen auf die Kolonne zu rechnen. Starting Point 1440. Technischer Halt um 1545. 
Als Schütze 4 habe ich den Fahrer zu unterstützen, d.h. Mithilfe beim Öffnen der Motorhaube, bei der Wasser- und Ölstandskontrolle sowie des Ölstands der Laufrollen. Danach unterstütze ich die Sicherung am Waldrand. Um 1615 ist der TD beendet und wir sitzen auf. Auf der Rückfahrt (1715) kommt es wegen einer Sperre 100m voraus zu einem erzwungenen Halt. Bravo 1 (mittlerer von 3 SPz) läßt absitzen und aufklären, wir (Bravo 2) übernehmen die Sicherung mit dem SPz. Nach Klärung der Lage kehren wir ins Lager zurück (1745). 
Die Marder müssen abgeladen werden und H Sattler hält noch die Abschlußbesprechung. Einnahme der Abendverpflegung und ab 2000 Ausbildung, aber nicht zwingend. Teilnahmemöglichkeit an der Waffenausbildung an der Pzfst unter HFw Hopperdietzel oder am NSA-80 Nachtsichtgerät. Halte es wie die Kameraden und bilde Neigungsgruppen (Zitat Colombo). Wegen des Fehlens eines Lagerzauns muß Streife gelaufen werden, aber heute bleibe ich davon verschont, da Alpha übernimmt, wir sind morgen dran. Es steht jedem frei draußen zu biwakieren, wovon einige Kameraden Gebrauch machen. Der überwiegende Rest nutzt die Möglichkeit im Unterkunftsgebäude mit den Schlafsäcken auf den Betten zu nächtigen. Solange ein Soldat nicht muß, macht er es nicht! Bin um 2200 im Bett.
Tag 6, Samstag, 26.09.2015:
Um 0515 bin ich wach. Aufstehen ist gegen 0600. Eine Stunde länger schlafen hat auch was für sich. Frühstück um 0700-0730. Antreten eine Stunde später. Der Tag beginnt mit einem herrlichen Wetter, aber kühlen Temperaturen. 
Heutige Lage
Streifen haben in der Nacht Feind in der Nähe RIETH aufgeklärt. 2./908 setzt Ausbildung fort, dabei schließt Spähtrupp PSALTER Lücke zwischen KpGefStd und Alarmposten AUGE. 
Auftrag
Spähtrupp PSALTER schließt besagte Lücke und klärt gegen N/NW auf, da KpChef die genaue Feindposition wissen will. 
Durchführung
Jeder Zug stellt einen Spähtrupp gemäß Auftrag ab. Ab Überschreiten der Ablauflinie (Tor Lager Rieth) ist klar zum Gefecht befohlen (Fertigladen). Meldung hat an den laut Meldeskizze aufgezeichneten Meldepunkten ADLER, BUCHFINK, COCO, DROSSEL zu erfolgen. Diese sind zugleich die Sammelpunkte. Der Rückweg entspricht dem Hinweg. Ort der Rückmeldung ist KpGefStd 2./908. Die Parole lautet Delta Whisky. 
Es läuft wie gestern in derselben Reihenfolge ab. In Schützenreihe gehts zu den in der Skizze verzeichneten Stellen und am Schluß liegen wir in einer bewachsenen Hangstellung mit Deckungslöchern und beobachten die Umgebung. Im Vorfeld wird um 0930 eine verdächtige Person bemerkt, die mit einer Tasche ausgestattet immer wieder scheinbar ziellos hin und her wandert. Zusammen mit SU Strohmeyer erhalte ich vom Gruppenführer OFw Colombo den Befehl zum Abfangen. Gemeinsam holen wir weiter aus und nähern uns der Person aus einer anderen Richtung. Wir stellen die Person, die sich erst nicht ansprechen und fremdländische Laute von sich gibt, und zwingen sie mit Waffengewalt die Tasche abzulegen und sich mit ausgestreckten Armen und Beinen auf den Boden zu legen. Während ich sichere, untersucht Strohmeyer das Subjekt (es ist hierbei der Kamerad SFw Warnecke, der das echt und glaubwürdig spielt) nach Waffen. Die genauere Untersuchung nach Dokumenten etc. heben wir uns für nachher auf. Die Tasche lassen wir liegen, da wir darin eine Sprengfalle vermuten. Mit vorgehaltener Waffe führen wir die Person auf Umwegen zurück zum Gruppenführer. Dort Taschenkontrolle (hier übersehen wir in einem Werbeprospekt versteckt, ein Dokument, das den Inhaber eindeutig einer hevellischen Gruppierung zuordnen läßt, - FREE HEVELLIA) und Verhör. Danach erfolgt eine fiktive Übergabe an die Feldjäger, die nach Meldung an den KpGefStd erschienen wären. 
Der Übungsabschnitt ist vorerst beendet und nach der Manöverkritik nutzen wir die Zeit, in der wir auf die Kameraden warten aus und besichtigen die Hangstellung mal von unten um die Tarnungswirkung zu begutachten. Die Kameraden können wir erst entdecken als sich diese nach Zuruf durch Winken bemerkbar machen. Die Ablösung erscheint und so beginnt für uns der nächste Ausbildungsabschnitt um 1030. 
Es werden auf dem Spähtrupp durch den Richtungstrupp mehrere, auf dem Weg befindliche Sprengfallen erkannt, umgangen oder entschärft, davon bekomme ich wegen des Abstands zur Spitze direkt nichts mit, nur die jeweiligen Deckungs- und Sicherungsaufgaben. Mein Einsatz kommt dann beim Entdecken eines nicht identifizierten Fahrzeugs. 
Unter Führung von SU Strohmeyer sollen wir zu dritt das Kfz aufklären (Toyota Hilux). Wir schwenken dazu rechts ausholend in den Wald und nähern uns dann dem Fahrzeug wechselnd gegenseitig absichernd von der Seite. Das Fahrzeug ist nicht besetzt, auch können wir keine Person im Umkreis erkennen (Fehler: OSG Lehmann stand als Fahrer und als kenntlicher Feind in der Nähe und wurde von uns nicht entdeckt). Wir nähern uns dem Fahrzeug weiter und ich soll es inspizieren. Das Heck ist leer, die Rücksitzbank ist mit militärischer Ausrüstung belegt u.a. 2 Gefechtshelme und ein Tarnrucksack, auf dem Beifahrersitz befinden sich anscheinend Dokumente. Ich öffne dazu vorsichtig die Türen und bringe die Dokumente zu Strohmeyer. Da ich noch nicht fertig bin mache ich die letzte, hintere rechte Tür auf. Ich höre zuerst das Pling und schon springt der blaue Sperrbügel auf den Boden und die Handgranate kullert hinterher. Ich kann gerade noch "Sch....., Achtung Handgranate" plärren, meinen Hintermann mitzerren, den Motorblock zwischen uns und der Sprengfalle bringen, hinschmeißen und schon setzt die Ladung um (1135). Ob uns das gereicht hätte, mußte Gott sei Dank nicht nachgewiesen werden. Bei der Sichtung des Innenraums konnte ich wegen des Rucksacks die Falle nicht ausmachen und bin daher voll reingetreten. 
Noch im Bann des Ereignisses gefangen, erfolgt Übungsunterbrechung und Kritikbesprechung. Der Anmarsch war gut, der in der Nähe stehende Fahrer wurde jedoch nicht entdeckt (dieser zog sich beim Näherkommen weiter zurück und hätte uns ggf. mit Handgranaten erledigen können). Gute Aufklärung an sich und Dokumente wurden sichergestellt (im Handschuhfach wären noch mehr gewesen). 
Während der Besprechung ertönt Motorenlärm, der schnell näher kommt. Auf einmal heizen 4 zivile Endurofahrer durch unsere Gruppe hindurch. H Bödeker ist außer sich und wir würden die Idioten gern von den Rädern holen, aber leider ergeht dazu kein Befehl. Der Spähtrupp nimmt seine Tätigkeit wieder auf und entdeckt am Wegesrand schon die nächste Sprengfalle. Bei der nächsten Gelegenheit laufen wir einfach an einer weiteren IED vorbei ohne diese erkannt zu haben, denn der im Boden steckende Drahtbügel wurde von uns als Alteisen abgetan. Wir überqueren noch eine Kuppe und dann geht es zurück ins Lager (1230) zur Mittagspause. 
Ab 1330 heißt die Devise Schulung vorderer Kampfraum. 

Lageszenario:
Die Fühlung zum Gegner ist verloren gegangen, daher muß Feind aufgeklärt werden. Das Vorgehen soll raupenartig erfolgen nach dem Grundsatz Feuer und Bewegung. Ziel ist die Schießbahn 14, dort soll das Formationsfahren geübt werden. Abfahrt ist 1400. 
Als Schütze 5 bekomme ich nicht so viel mit, außer Mithilfe beim Reichen der Flaggenstöcke oder der Rundumleuchte ist nichts los. So stellt sich Schläfrigkeit ein und ich knacke ein paar Mal weg. Die Schießbahn 14 erreichen wir um 1600, hier erst einmal Pause bis 1630. Die Planung sah nun Formationsfahrten (Kolonne, Kette und Staffel) vor, aber wegen Kühlungsproblemen an Bardutzkys Marder werden diese abgesagt und der Rückmarsch angetreten. Das ist für mich ärgerlich, da ich mir für die Formation einen Lukenplatz ergattert hatte.
Um 1730 kehren wir nach Rieth zurück. Abladen, Abrödeln, Schuhputz herrichten und Empfang Abendverpflegung von 1800-1830. Nach kurzem Plaudern und Ratschen am Lagerfeuer wird nochmals angetreten zwecks Beförderung einiger Kameraden (1930-2000). Darauf folgt ein geselliger Bataillonsabend bei Bier und Schnaps in Maßen, ich halte mich zurück, da ich von 0500-0600 Streife laufen muß. Vorm zu Bettgehen wärme ich mich noch einmal richtig am Feuer auf, führe mit den Kameraden noch ein paar Gespräche und bin dann um 2215 in der Falle.
Tag 7, Sonntag, 27.09.2015:
Ich stehe um 0445 auf, habe nicht durchgehend geschlafen, da ich immer wieder durch die zurückkehrenden Streifen geweckt wurde. Mache mich fertig und wecke meinen Streifenkameraden Andreas Schmitz im Nachbarzimmer auf. Ich mache mit Kliewe von der Vorgängerwache die Übergabe und warte auf den Kameraden zum Abmarsch. Der ist aber in der Zwischenzeit wieder eingeschlafen, so daß ich ihn ein zweites Mal wecken darf. Unsere Streife ist die letzte von 0500-0600. Es ist kalt draußen, aber das Lagerfeuer brennt noch und Klein hält davor Wache. Wir laufen unsere Streife ab, kontrollieren dabei die abgestellten Marder, umrunden die große Halle, sehen nach der Waffenkammer, laufen das Unterkunftsgebäude ab und wechseln unrhythmisch die Kontrollrichtung nach einem Durchlauf. 
Mit einem lauten "Kompanie aufstehen" wecke ich die Kameraden um 0600 in der Unterkunft, während Andi die Kameraden weckt, die in der Halle oder draußen geschlafen haben. Nach Körperpflege, Bettenbau, Geraffel zusammenstellen und Frühstück mit Stollen (0700-0800) erfolgt das morgendliche Antreten mit Befehlsausgabe. Der Bravo-Zug hat demnach 2 Marder mit zur Verfügung gestelltem Astwerk bis Mittag zu tarnen. Die Ausführung dauert von 0820-1000, danach ist der Plattenbelag des T-Bereichs, auf dem die Marder abgestellt sind, sauber zu fegen. Zusammen mit David Hilkert werde ich zum Spieß abgeordnet und wir müssen in der Unterkunft nach einer Mustervorlage den Bettenbau ertüchtigen und bis 1100 das Gebäude herauskehren. Bis zum Mittagessen können wir dann noch das schöne und warme Sonnenwetter genießen. Verpflegt wird auf Biertischbänken vor der Halle (1200-1300). Danach auf die Böcke und Rückfahrt zur Greifenkaserne bis 1400. Dort nach Ankunft Waffenreinigen im Flur. Von 1530-1630 SaKa-Unterricht (Sandkasten) mit dem Thema Bewegung mit dem SPz im Gefechtsfeld durch HFw Bardutzky als Vorbereitung für die morgigen Übungen auf der SPz-Kampfbahn. Im Anschluß ist Zeit die Ausrüstung herzurichten, den Schuhputz auf Vordermann zu bringen und die Waffen in der Waffenkammer abzugeben (1715). Wir empfangen Essenspakete für das Abendessen, ich entscheide mich jedoch für das Angebot der Kameraden gemeinsam eine Pizza zu bestellen. Die essen wir zusammen mit einem Bierchen, vom Kameraden Hendrichs spendiert, auf der Stube. Ich führe dann noch ein paar Telefonate und bin langsam müde und freue mich deshalb auf mein Bett (2200).
Tag 8, Montag, 28.09.2015:
Aufstehen 0500. Fertigmachen und Antreten vor der Stube (0545) zum Abmarsch zur Kantine zum Frühstück. Es gibt einige Verwirrung, da es zuerst zur SPz-Kampfbahn gehen soll und dann doch heute die Waldkampfbahn bestritten wird. 
Daher Waffenempfang mit Verschluß für Blaumun um 0645. Ich gehöre zu dem Trupp, der mit den SPz zur Waldkampfbahn verbracht werden soll, daher Marsch zum Abstellplatz (0715), dort aufladen und Fahrt zur Waldkampfbahn SB 15 (0815-0900). 
Nach dem Antreten und der Belehrung wird die Gesichtstarnung aufgelegt und der Helm geschmückt. Als Funkgerätebediener erhalte ich ein SEM 70, allerdings soll ich dieses nicht benutzen, sondern nur auf dem Rücken mitführen. Wir warten und warten, aber anscheinend hapert es mit der Organisation, da die Munition nicht kommt. Letztendlich kann der Spaß beginnen. 
Zuerst erfolgt die Lageeinweisung durch H Sattler. Es herrschen demnach im Raum Ahlbeck-Eggesin Unruhen unter der uns feindlich gesonnenen Zivilbevölkerung. Daher ist mit paramilitärischen Tätigkeiten und Partisanen zu rechnen. Als PzGrenHalbZg ist es unsere Aufgabe ein Waldstück zu durchkämmen und mit Unterstützung durch einen Marder ein feindbesetztes Dorf zu nehmen und zu halten. 
Zur Veranschaulichung wird dies anhand eines schön angelegten Modells verdeutlicht. Die Übung startet erst um 1045 unter Führung von HFw Buck. Ich gehöre mit OSG Glander zum Zugtrupp, OSG Jesse führt den Deckungstrupp auf dem linken Flügel, am rechten führt HFw Hopperdietzel den Stoßtrupp. 
Wir gehen vor und eröffnen auf entgegenkommenden Feind das Feuer. Unterstützung erhalten wir dabei durch den Marder. Für den Feuerkampf bin ich zu weit in der Mitte. Die Kameraden rechts und links haben mehr Ziele, ich habe durch die dicht stehenden Bäume aber nur ein eingeschränktes Sichtfeld und kann so die Gegner nicht aufklären. Eine Übungsunterbrechung (1145) hindert mich an meinem ersten Schuß auf ein vor mir auftauchendes Ziel. Mist! 
Langsam wird es mir warm im Parka und mit dem SEM 70 auf dem Rücken. Aber schon geht es wieder weiter und mein Zugtrupp schwenkt nach rechts zum Stoßtrupp rüber. Deckungstrupp bleibt auf der Stelle und soll Gegner niederhalten. Der Stoßtrupp greift nun das Dorf aus der rechten Flanke heraus an, während der Deckungstrupp die Aufmerksamkeit des Feindes durch Gefechtslärm auf sich zieht. Der SPz wird gleichzeitig nachgeführt um auf die Straßenkreuzung in der Dorfmitte wirken zu können. Der Deckungstrupp erhält die Anweisung das Feuer zu verlegen um die eigene Truppe beim anschließenden Sturm nicht zu gefährden. Dann ist das erste Rennen vorbei, die Übung wird für den Empfang der Mittagsverpflegung in der Ausgangsstellung unterbrochen (1245). 
Das zweite Rennen beginnt um ca. 1400 unter Bravo 1 (UA Dörbandt) und Bravo 2 (OSG Jesse). Beim Vorrücken wird sogleich der SPz nachgezogen. Ich selbst liege links von Jesse und kann dort mehrere Gegner vernichten. Links von mir liegt Böttcher mit dem MG. Ich gehöre diesmal zur Deckungsgruppe. 
Der vorgezogene SPz hält in die feindlichen Reihen, muß sich aber aus Sorge vor feindlichen RPG-Schützen vorerst zurückziehen. Die Kommunikation zwischen Deckungs- und Stoßtrupp verläuft einwandfrei und die OPZ erhält die Meldungen bevor sie überhaupt daran gedacht hat. Es gibt keine Übungsunterbrechung, was für die qualitative Führungsarbeit der beiden Jungs spricht. 
Am Dorf geben wir Deckungsfeuer und der Stoßtrupp greift mit Handgranaten an. Wir ziehen nach und stoßen unter Deckung des Stoßtrupps bis zur Brücke am Ortsausgang durch, da Feind ausweicht. 
Über Funk kommt die Meldung eines anrollenden feindlichen Gegenangriffs durch BMP und Infanterie. Jetzt müssen wir zurückgehen, da durch den Angriff Alpha ausweichen mußte und wir damit in der Luft hängen würden. Beim Rückzug stehen wir unter Artilleriebeschuß (simuliert durch Pyrotechnik) und setzen uns bis zum Dorfrand ab. Bravo 1 sitzt unter unserem Deckungsfeuer auf SPz auf, dann ziehen wir von Bravo 2 nach und laufen hinter bzw. neben dem Marder zurück. Die Übung ist damit beendet (1500). 
Am Sammelpunkt wird aus feierlichem Anlaß angetreten. Die Hauptleute Held und Bödeker werden durch den stellv. Brigadekommandeur Oberst i.G. Freiherr von Keyserlingk und unserem Bataillonskommandeur Oberstleutnant Dubitzky zu Majoren befördert. Im Anschluß daran hält Hauptmann Sattler die Übungsnachbesprechung. Er spendet viel Lob für die gute und straffe Führung, die rasche Handlungsweise und deren Umsetzung waren trotz einiger Kleinigkeiten ein voller Erfolg. 
Mit dem Kameraden Hilkert und Vietzke erhalte ich den Auftrag beim Dorf die geworfenen Übungshandgranaten bzw. deren Einzelteile zusammenzusuchen und zurückzubringen. Wir marschieren von der Waldkampfbahn um 1645 ab und erreichen um 1715 die Kaserne. Ab 1730 sind wir zurück in der Unterkunft. 
Und wieder das gleiche Spiel: Ausrüstung verstauen, Tarnschminke entfernen und warten was passiert. Der Alpha-Zug zieht das Abendessen vor wegen der SanAusb EEH-A Modul C. Dies wird uns am Donnerstag passieren. Um 2000 ist überraschend nochmal im Flur anzutreten. Die Kameraden sind teilweise schon in Räuberzivil, weil keiner mehr damit gerechnet hat. Es wird dann noch die Einteilung für morgen bekannt gegeben, danach ist Dienstschluß. Im Bett 2330.
Tag 9, Dienstag, 29.09.2015:

Wach 0430. Wecken 0500. Eigentlich wollte ich mit dem Kameraden Mecke zum Frühstücken gehen, aber mein Zugführer HFw Bardutzky fängt mich auf der Treppe ab, und läßt den Bravo-Zug erst noch im Flur antreten zwecks Bekanntgabe heutiger Ablauf SPz- Kampfbahn. Zusammen marschieren wir dann zur Küche ab. 
Zurück in der Unterkunft und Waffenempfang um 0640, Gesicht tarnen und mit dem ganzen Gerödel vorm Gebäude antreten. Mit dem Bus werden wir zur Panzerplatte gebracht, wo wir dann auf den Mardern die Kaserne um 0800 mit Richtung Schießbahn 14 verlassen. Um 0840 treffen wir dort bei schönstem Sonnenwetter ein. Wir laden erstmal die Böcke ab und legen Helmtarnung an. Vor der Einweisung um 0915 durch HFw Bardutzky erhält jeder noch eine Übungshandgranate. 
Zur Lage:
2 Marder (Bravo 2 und 3) sollen eine Minensperrensicherung überwältigen. Dazu wird ein Deckungs- und ein Stoßtrupp gebildet. 
Ich werde dem Stoßtrupp unter HFw Buck zugeteilt, den Deckungstrupp übernimmt HFw Hopperdietzel. Die Übung wird beobachtet von Oberst Olbrich, Oberstleutnant Wolfermann und Oberleutnant Barthel. 
Der Stoßtrupp holt im Waldstück aus und geht auf eine Hügelkuppe vor. Die Aufklärung gibt feindfrei und wir schwärmen auf die Kuppe aus. Zusammen mit Hoffmann und Klein werde ich zur Sicherung des Nachzugs der Restgruppe abgestellt. Wir sichern in Feindrichtung, die Minensperre ist durch die Bäume schon zu erkennen. 
Ich merke erst, daß mein Stoßtrupp ohne mich weiter gelaufen ist, als die Deckungsgruppe um mich herum in Stellung geht. Ich habe wohl die Befehle oder Handzeichen dazu wohl nicht mitbekommen. Daher gliedere ich mich selbstständig der Deckungsgruppe ein und gleite mit dieser einer Hangstellung hinunter bis knapp an den Wegesrand um von dort bessere Sicht und Wirkungsmöglichkeit zu erhalten. 
Es herrscht Feuervorbehalt (1 Pfiff: Feuer, 2 Pfiffe: Feuer nach links verlegen, 3 Pfiffe: Stopfen). Von meiner Stellung aus kann ich in einer Entfernung von ca. 200m 12 Uhr gerade aus 2 bewaffnete Soldaten erkennen, die ich aber auf Rückfrage nicht ausknipsen darf. Unser Stoßtrupp holt derweil rechts aus und stößt durch den Wald auf die feindliche Sicherung vor. Die Marder werden nun hinzu gerufen und eröffnen das Feuer auf den Feind mit MG und BK, zeitgleich erhalten wir den Feuerbefehl und schießen auf erkannten Feind. Leider sind dies unsere eigenen Leute, die nun aus dem Wald kommen und unter Feuer geraten. Da kein Feuerverlegebefehl kam war für uns nicht erkennbar, daß wir unsere eigenen Kameraden aufs Korn nehmen. Trotzdem schafft es der Stoßtrupp die feindliche Stellung zu nehmen und so ziehen wir vom Deckungstrupp durch den Wald nach. Wir igeln uns ein und holen die Marder nacheinander heran. Es sitzt zuerst der Stoßtrupp gefolgt vom Deckungstrupp auf. Hier Übungsunterbrechung um 1130. 
Absitzen, Sammeln und Antreten zur Meldung an den Oberst. Nach Abzug der Offiziere Manöverkritik am Sandkastenmodell. Zum Mittagessen verlegen wir samt Marder zum Verpflegungspunkt (1200-1245). 
Wir kehren danach wieder zur Minensperre zurück und üben hier den Angriff auf eine Feldstellung durch Handgranaten- und Sturmtrupp (mit Hurra!). Ebenso Sturmangriff und Sturmabwehrschießen. Um 1530 wird aufgesessen und zurück in die Kaserne gefahren. 
Von der Panzerplatte zurück zum Kompaniegebäude wird im Gleichschritt geführt. Die letzten 200m unter Gesang (Panzerlied). Wir legen nur kurz unsere Ausrüstung auf den Stuben ab, dann treten wir schon wieder mit der Waffe an und werden zum Verpflegungsempfang zur Küche geführt (1630-1715). 
Zurück in der Kompanie Waffenreinigen im Flur mit musikalischer Untermalung aus dem Handy (Panzer- und Infanterielied), wobei natürlich mitgesungen wird. Noch nie war Waffenreinigen so kurzweilig. 
Abgabe der Waffen um 1800 und um 1830 wird zum Straßenverbindungstück zwischen Halle 76 und 77 marschiert und mit Fackeln OSFw Backasch aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Zwischen zwei abgestellten Mardern und dem Rednerpult wird unserem scheidenden Kameraden als Abschiedsgeschenk eine Hellebarde überreicht. 
Jesse führt uns um 1920 zurück zur Kompanie unter Gesang des Westerwald- und Panzerliedes, einfach geil! Danach Dienstschluß. 
Vertreibe mir die restliche Zeit mit einigen Telefonaten, lade meine Bilder auf Jesses Laptop, führe mein Wehrübungstagebuch weiter und unterhalte mich mit Andreas Mecke. Beim letzten Blick auf den Dienstplan für morgen komme ich mit den "Südländern" Knaflic, Jaus und Riedl im Trockenraum im EG ins Gespräch und trink noch ein Bierchen mit bis 2300. Dann noch schnell duschen und ab ins Bettchen (2330).
Tag10, Mittwoch, 30.09.2015:
Habe schlecht geschlafen, kann aber heute länger schlafen, da erst um 0530 Wecken. Ich muß noch unvorbereitet im Flur antreten und ab gehts zur Küche (0600-0630). Riep führt uns um 0745 zum Geb. 6 zur Schulung des EEH-Alpha Modul A. Dort angekommen erst Raucherpause bevor in den Unterrichtsraum eingerückt wird. 
Thema von 0805-0905 Streß. Im Anschluß Vermittlung von praktischen Tätigkeiten auf zwei Stationen, einmal Verbandanlegung mit Israel Bandage (Notverband), Combat Application Tourniquet und Dreieckstuch und auf der zweiten Station Entfernung eines Motorradhelms und stabile Seitenlage (bis 1115). 
Auf dem Rückweg zur Kompanie machen wir einen Abstecher zur Küche und schlagen uns die Bäuche voll. Verfügungszeit auf Stube. Die anwesenden Teile vom Bravo-Zug reinigen die MGs unter Musik und Gesang bis ca. 1600. 
Zum Vortrag des stellv. Brigadekommandeurs wird um 1740 zum Greifensaal abmarschiert. Der Vortrag mit dem Thema Kosovo - Hintergründe dauert von 1800-1905. Ich bin fast eingeschlafen, obwohl es eigentlich interessant war. 
Wir sammeln uns draußen und werden zum Grillplatz geführt. Man läßt antreten, da OSFw Romann verabschiedet wird. Danach Grillabend. Leider wird das Essen wegen der abendlichen Frische recht schnell kalt, also ranhalten. Das obligatorische Lagerfeuer ist natürlich der Publikumsmagnet, nicht nur zum Aufwärmen auch zum Erhitzen des ersten Glühweins geeignet. Endlich kann ich das heißbegehrte Bataillonsabzeichen getarnt auf Klett erwerben. Die Führung hat eine gewisse Anzahl von getarnten und normalen Abzeichen bestellt und man kann vorerst eins kaufen. Nach ein paar Pläuschen wird es mir zu kalt und ich ziehe mich zurück auf Stube und bin um 2300 im Bett.
Tag 11, Donnerstag, 01.10.2015:
Wach um 0520. Auf um 0535. Ich bin heute zu spät zum Antreten dran und gehe daher selbstständig zur Küche um 0555. Zurück vom Frühstück Ausrüstung herrichten, Schuhe putzen, etc. 
Antreten um 0745 und Marsch zum Sangebäude. Heutiges Thema: das Modul C des EEH-Alpha. Unterrichtsbeginn 0815-0845. Es wird die Aufteilung der Verwundetenversorgung in 3 Phasen erläutert: Phase 1: Care under Fire (Verwundetenversorgung im Gefecht) 
Phase 2: Tactical Field Care (Erstuntersuchung und Erstversorgung) 
Phase 3: Tactical Evacuation Care (Übergabe und Abtransport Verwundeter durch Sanitätskräfte). 
Danach Pause und zweiter Teil von 0900-0940 mit dem Thema Verletzungsauswirkungen bei einer Explosion (durch Druckwelle, Trümmer, Opferbeschleunigung, Hitze, Rauch, etc...). Hierzu werden uns noch zwei Videos vorgeführt, welche von amerikanischen Soldaten im Afghanistaneinsatz gefilmt wurden. Zum einen die Auslösung einer Sprengfalle mit massiven Verletzungen im Bein und Gesichtsbereich mit der anschließenden Erstversorgung durch die Kameraden und zum anderen ein Aufstand der Bevölkerung gegen einen amerikanischen Außenposten, bei dem unter den geworfenen Steinen auch eine Handgranate dabei war, die unter den wartenden Soldaten explodiert ist mit dementsprechenden Auswirkungen. 
Es folgt der dritte, praktische Teil: 2 Soldaten werden vor die Tür geschickt, während ein Freiwilliger in der verbleibenden Runde den Verletzten (Vorgabe der jeweiligen Verletzung durch das Sanpersonal) markiert. Danach werden die beiden Außenstehenden in den U-Raum zurückgerufen und mit der jeweiligen Situation konfrontiert. 
Lösungen immer unterschiedlich, aber Ablauf ungefähr folgender: 
Ansprache, Atemkontrolle, Verletzungskontrolle (ggf. Abtasten), je nach Situation Notruf und stabile Seitenlage, Verwendung von Notverbandkompresse oder Tourniquet. Äußerst interessant war vor allem der Umgang der Kameraden mit der jeweiligen Situation und ihrer teils kreativen Lösungen. 
Mittagspause von 1200-1230. Rückmarsch zum Unterkunftsgebäude und Ausrüstung sortieren für die morgige Heimfahrt. Um 1300 überraschendes Antreten im U-Raum durch HFw Bardutzky. 
Wir erhalten nun Gesangsunterricht. Unsere bereits selbst erprobten Gesangsversuche die Tage vorher zeigten natürlich redliche Bemühungen aber auch Schwächen. So vor allem die Textsicherheit, der zu hohe Anfangston und der richtige Einsatz. Also üben wir zuerst den Text des Westerwaldliedes, dazu Aufstellung im Halbkreis, damit auch geprüft werden kann wie und ob jeder mitsingt. Und schon geht es los. Nachdem alle Strophen soweit durch sind, fehlt natürlich noch die körperliche Bewegung dazu. Es handelt sich ja schließlich um ein Marsch- und kein Standlied. Im Flur wird daher improvisiert und das Lied im Gleichschritt am Platz gesungen. Ziel ist das gleichmäßige Singen und Bewegen und es gilt zu verhindern schneller zu marschieren oder zu singen. 
Der "scharfe" Einsatz draußen vorm Gebäude kommt nicht zur Ausführung (schade), da mehrere Mann zur Kürassierkaserne abgeordert werden (1345) um dort Waffen nachzureinigen. Ich gehöre dazu. Mit den Transportern verlegen wir in die benachbarte Kaserne und reinigen dort mit den bereits anwesenden Kameraden noch ein paar G36 im Gebäude 3a bis 1500. Zurück in der Kaserne kurze Ruhepause, dann Mithilfe beim Verbringen von Material aus dem Mat.Raum zum Gebäude 33 vis-à-vis bis 1630. Im Anschluß werden wir zur Küche zum Empfang der Abendverpflegung geführt und von dort wieder zum Sangebäude zur Fortsetzung Ausbildung EEH-Alpha. 
Unterrichtsbeginn des Moduls D ist 1745. Thema der ersten zwei Unterrichtstunden sind besondere Verletzungen (Hitze-/Kälteschäden, Verbrennungen), die auch mit Bildern anschaulich verdeutlicht werden. Bis 2200 erhalten wir noch Praxisausbildung, unter anderem wie man eine Rettungsdecke zum Tragen benutzen kann. Zurück in die Kompanie, duschen und ab ins Bett (2310).
Tag 12, Freitag, 02.10.2015:
Dieses eine Mal weckt uns Nagel mit seinem Jagdhorn um 0530. Zum Frühstück in der üblichen Zeit 0600-0630. Wir treten dann um 0700 vor SFw Jaus an, der die Aufgaben ein- und verteilt. 
Die eigenen Stuben müssen geräumt werden, dazu ist das Bettzeug nach Muster einheitlich zu falten und zu stapeln. Die Stuben sind zu fegen und naß herauszuwischen. 
Um 0820 gehe ich zur LHBw um für meinen Dienstanzug das Brigadeabzeichen zu holen. Dort ist zur Zeit Neueinkleidung der Rekruten und der Chef mauert (wie immer), deshalb wende ich mich mit Hilfe durch OFw Keßler an die Dame von der Kasse, die uns bereitwillig unterstützt (geht doch). 
Zurück in der Kompanie treten wir nach getaner Arbeit um 0945 ein letztes Mal an. Es werden noch einige Schützenschnüre verliehen (darunter Silber für mich) und Beförderungen ausgesprochen. Dann verabschiedet man sich herzlich von den Kameraden, mit der Hoffnung, daß die Zeit bis zum nächsten Wiedersehen bei der nächsten Wehrübung nicht allzu lange dauern möge. 
Mit dem Transporter werden wir Zugfahrer um 1014 zum Bahnhof Pasewalk gebracht und fahren zusammen um 1048 zum Hbf Berlin (1235). Dort trennen sich unsere Wege und ich fahre mit dem ICE 209 nach Nürnberg (1725). In Ingolstadt Hbf bin ich dann um 1800. 

Wolfgang Reitzer, SG d.R.
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