PzGrenBtl 908 in Augustdorf - Reservistenkameradschaft Ingolstadt

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PzGrenBtl 908 in Augustdorf

Aktivitäten
Wehrübung beim PzGrenBtl 908 in Augustdorf 24.03. - 26.03.2017 

1. Tag, Freitag, 24.03.2017: 
Ich stehe um 0550 zuhause auf. Am Nordbahnhof nehme ich den BRB um 0704 zum Ingolstadt Hbf. Von Ingolstadt mit dem ICE 728 nach Würzburg. Mit dem Anschluß- ICE gelange ich 1034 nach Kassel-Wilhelmshöhe. 
Dort treffe ich zwei Kameraden am Bahnsteig und setze mit diesen die Weiterfahrt um 1102 nach Altenbeken fort. Noch einmal Umsteigen in den ERB und wir sind dann um 1239 am Bahnhof in Detmold. 
Der KvD trifft ein und nach kurzem Warten auf gerade eintreffende geht es um 1305 ab nach Augustdorf zur GFM-Rommel-Kaserne, welche um 1330 erreicht wird. In der Kaserne beziehen wir den Block 517 wie im letzten September. Mit den Kameraden K. R. und N. belege ich Stube 3.01 im 2.Stock. Hier deponiere ich kurz meine Sachen (die unteren Betten sind bereits belegt) und begebe mich in den URaum am Ende des Flurs im gleichen Geschoß zur Einschleusung (1345). Diese dauert wegen des umfangreichen Formularkriegs (Truppenausweis mit Paßfoto, Rentenerklärung, etc...) bis 1430.
Danach konsultiere ich den Dienstplan, der zur Zeit Waffen- und Geräteausbildung (WuG) vorsieht. Jedoch beim Sichten des weiteren Aushangs stelle ich erstaunt fest, daß ich dazu heute als Ausbilder eingeteilt und morgen Hilfsausbilder bei der Gefechtsübung des Einzelschützen unter H G. bin. 
Zurück auf Stube Gerödel anlegen und Gefechtshelm mitgenommen. Ein Blick aus dem Flurfenster am Ende des selbigen bestätigt, daß bereits auf dem Rasen hinter dem Kompaniegebäude die Ausbildung stattfindet. Hurtig die Treppe hinunter und bei OLT W. gemeldet. 
Es stehen drei Stationen (G36, MG3 und Granatpistole) zur Ausbildung bereit. Ich suche mir meine Lieblingswaffe, das MG, aus und versuche den Kameraden mein Wissen zu vermitteln (1500-1630). Leider konnte ich mich auf meine Tätigkeit als Ausbilder nicht vorbereiten, so daß es mit einigen Begrifflichkeiten hapert. Egal, auch wenn es nicht mehr so ausgebildet wird, konnte ich den interessierten Kameraden zeigen wie der Verschluß und der Deckel mit Zuführeroberteil zerlegt und wieder zusammengesetzt wird. Die Ausbildungsgruppe wird danach zur Theorie abberufen und wir Ausbilder bleiben als Waffenwache zurück. 
Um 1745 wird auf der anderen Gebäudeseite auf dem Grün angetreten. Nach Begrüßung werden u.a. noch mehrere OL zu Hauptleuten befördert, so daß nun im Bataillon eine inflationäre Schwemme davon herrscht. 
Die anschließende Pause (1800-1830) wird für das Abendessen, für das wir die ausgelegten Essenspakete verwenden, genutzt. Die Ausbildung wird fortgesetzt, dazu wird wegen des nun fortgeschrittenen Tages und der anbrechenden Nacht in den Flur 1.OG verlegt. Ich bleibe Ausbilder am MG. Die Ausbildungsgruppe wechselt um 1930 und wir warten auf das Eintreffen der Kameraden, die bisher im AGSHP waren. Parallel dazu läuft die Einweisung zur Richtschützenausbildung nach Dienstplan. Im AGSHP dauert die Ausbildung länger als geplant, so daß wir die Waffen ab 2015 abbauen und in die Waffenkammer zurückbringen. 
Ab 2030 erhalte ich den Auftrag von H G. zusammen mit ihm, Martin L. und Sven R. die Örtlichkeit für die morgige Ausbildung "Tätigkeit des Einzelschützen im Gefechtsdienst" zu erkunden. Zusammen fahren wir mit VW-9-Sitzer zu dem Ausbildungsgelände hinter den Lagerhütten B50-52 und dem Gebäude 524. 
Mit der Taschenlampe bahnen wir unseren Weg durch das dichte Unterholz bis wir einen geeigneten Platz für den Beginn der Ausbildung in dem L-förmigen Waldstück vor der großen Wiese finden. Bei der Verteilung der Aufgaben melde ich mich für die Erstellung einer Lageplanskizze auf Meldeblock in zweifacher Ausfertigung und der Errichtung eines Sandkasten für die Einweisung der Auszubildenden. Die Kameraden tragen dafür Sorge, daß die benötigten Waffen, Funkgeräte und Übmun zu Beginn der Ausbildung bereitstehen. 
Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig um 2100 zurück zum Abschlußantreten. Danach ist offizieller Dienstschluß, aber ich fertige noch bis 2130 mit Hilfe von Googlemaps die zwei benötigten Skizzen an. Dann muß ich nochmals in den URaum im 2.OG um eine Unterschrift für den elektronischen Truppenausweis abzuleisten. Zurück auf Stube kann ich nun endlich mein Bett beziehen. Ich begebe mich dann ins Erdgeschoss und trinke noch ein Bierchen mit den Kameraden bis 2300. Im Bett um 2330. 

2. Tag, Samstag, 25.03.2017: 
Aufstehen um 0550 noch vor der Weckfanfare um 0600. Entweder sollen wir den Shuttlebus zur Truppenküche nehmen, die für uns extra um 0645 öffnet, oder wir organisieren uns selbst eine fahrbare Mitfahrgelegenheit. Zweiteres bietet sich mir durch einen Neukameraden mit dem ich zusammen mit Stefan E. und Henrik W. zur Truppenküche um 0630 fahre. Erst noch anstehen vor dem Aufladegerät für die elektronische Geldkarte und dann zum Frühstücken bis 0705. Mit Martin S. und David H. zu Fuß zurück. 
Auf Stube Gerödel anlegen und allein zum Ausbildungsraum marschiert um den Sandkasten wie befohlen herzustellen. Ich suche mir eine geeignete Stelle für das Anlegen des Sandkastens aus, ebne mit dem Spaten den Untergrund und besorge mir die nötigen Utensilien aus der Umgebung (Tannenzapfen, Äste, Moos). Die Arbeit unterbreche ich um um 0730 rechtzeitig zu Antreten zurück zu sein. Während die Ausbildungsgruppen nach dem Antreten die Waffen empfangen, mache ich mich auf den Rückweg und vervollständige mein Werk bis 0750. 
Die Ausbildung untergliedert sich in vier Bereiche an unterschiedlichen Standorten auf der Liegenschaft. So wird an einer Station PzVernTrp, an einer anderen das richtige Auf- und Absitzen auf den Marder geübt. Als dritte Station dient das AGSHP. Unsere Station fällt unter Gefechtsübung des Einzelschützen. 
Die erste Ausbildungsgruppe erscheint pünktlich um 0800 mit ihren Waffen. Diese dürfen sie mit unseren Waffen (mit MPG) tauschen, damit nur ein dutzend Waffen gereinigt werden müssen und nicht alle. Nun werden zuerst die Patronen zum Aufmunitionieren verteilt (ca. 15 Patronen pro Mann). 
Um 0815 beginnt die eigentliche Ausbildung mit einem Zeitansatz von jeweils 70min. H G. will sich ein Bild des vorhandenen Ausbildungsstandes der Gruppe machen und fragt bekannte Handzeichen ab. Zur Einprägung sollen sich die Soldaten die Abkürzungen VASE (Verbindung-Aufklärung-Sicherung-Erkundung) und FAST (Feuerbereitschaft-Abstände-Schanzen-Tarnen) merken. 
Danach wird Schützenreihe und Schützenrudel geübt im bewaldeten wie auch auf freiem Gelände unter GrpFhr Sven R. und HalbGrpFhr Martin L.. Alles findet unter den wachsamen Augen des Hauptmanns statt, der korrigierend eingreift. Nach einer kurzen Pause (0900-0915) erlernt die Ausbildungsgruppe die richtige Annäherung an eine Straße und das gleichzeitige Springen darüber. Dabei sind die Führer gefordert, mit Stimme zu führen und auf die richtige Ausführung ihrer Befehle zu achten. 
Auch komme nun ich endlich mit Kamerad Sebastian B. als Feinddarstellung zum Zuge. Mittels 4 Pappkameraden simulieren wir das Vorgehen eines Feindtrupps im Schützenrudel. Die Kameraden sollen das rechtzeitige Erkennen, Melden, In- Stellung-Gehen und den geordneten Feuerkampf üben. Nach mehreren Ansätzen kommt über Funk für uns der Befehl zum Ausfall und des Übungsendes mit anschließender Manöverkritik um 0945. 
Danach Pause bis zum Eintreffen der neuen Gruppe. Das gleiche Programm wie vorher läuft ab. Am Schluß dieses Ausbildungsabschnittes überfallen wir die durch das Gehölz vorgehende Ausbildungsgruppe mit Feuer, ziehen uns als Feindkommando nach Gegenwehr über eine Straße zurück. Hinter mehreren Hütten nehmen wir den Feuerkampf wieder auf, weichen zurück, bekämpfen die nachdrängende Gruppe beim Sprung über eine Waldschneise und ziehen uns zu deren schlauchartigen Ende zurück. Hier warten wir auf den Ansturm, aber es kommt anders. Per Funk ergeht der Befehl zum Sturmangriff (zu zweit), also hoch die Schneise entlang gestürmt und letztendlich im gegnerischen Kugelhagel mustergültig "gefallen". 
Nach der Abschlußbesprechung wird aufgesessen und zur Kantine zum Empfang des Mittagsessens gefahren (1215-1245). Ab 1300 neue Gruppe. Ich soll nun als stellvGrpFhr unter GrpFhr L. ausbilden, jedoch kommt es anders. L. macht Stellv, GrpFhr wird Fw Tim R., der die Ausbildung PzGren noch ableisten muß. Also bin ich wieder Feindkommando. 
Am Ende dieser Ausbildungseinheit entwickelt sich ein Feuerkampf, in dem beide Seiten versuchen, den Gegner durch Umgehung seiner Flanken zu bekämpfen. B. bleibt an meiner Seite zur Bindung des Gegners, Sven versucht sich von der Seite heranzuarbeiten und zu wirken. Das Ende ist das Gleiche, Ausfall im Unterholz auf Befehl gegen 1500. 
In der Pause schaut der Kommandeur OTL D. zur Visite vorbei und als er mich sieht, teilt er mir mit daß beim Mittagessen mein theatralisches Ableben die Runde gemacht und Hollywood auch schon angerufen habe (Man gibt halt alles für 908 :-) ). Tuan ist der Gruppenführer der neuen Gruppe, die um 1515 bei uns aufschlägt. Wir warten auf unseren Einsatz als Feindkommando wie bisher auch bis zum unausweichlichen Ausfall und Übungsende um 1645. 
Waffentausch- und -kontrolle und Abtransport zur Waffenkammer (1715). Abendessen auf Stube bis 1800, danach Waffenreinigen. Um 1900 ist Dienstschlußantreten, im Anschluß noch in den Stab zur Klärung einiger Angelegenheiten, dann auf Stube. 
Unterhalte mich noch mit meinen Stubenkameraden Sven, Tuan und Herrmann. W. und N. kommen mit der Liste der Bahnfahrer vorbei, damit ich meine Abfahrtszeiten eintragen kann. Meine beiden Stubenkameraden haben keine Lust mehr nach unten zu gehen also mache ich mich alleine auf und gehe runter ins EG und dann nach draußen wo für den Kameradschaftsabend ein offenes Feuer entfacht wurde. 
Aufgewärmt und gut geräuchert verlasse ich diesen Ort um 2300 Richtung Stube, nachdem ich mich angeregt mit den Kameraden und längere Zeit mit dem Kommandeur unterhalten habe. Zum Duschen und ins Bett 2330. 

3. Tag, Sonntag, 26.03.2017: 
Zeitumstellung auf Sommerzeit. Ich bin dennoch pünktlich um 0600 bereit zum Aufstehen. Die Luft in der Bude ist zum Schneiden und meine Klamotten sind vom gestrigen Lagerfeuer total verraucht. Also raus zum Waschen und in neue Klamotten rein. 
Mit dem Bus zur Küche zum Frühstück (0630-0705). Mit Kamerad Hermann K. mache ich mich zu Fuß auf den Rückweg, ein bisschen frische Luft schnappen. 
Zurück in der Stube, beginne ich den Spind auszuräumen und meine Utensilien reisefertig zu verstauen.  
Ich kann noch das Bett abziehen, dann ist auch schon Antreten um 0740. Ich bringe dann die bereits abgezogene Wäsche nach unten in den Keller und tausche diese gegen neue ein. Den Stubenschlüssel gebe ich beim Spieß ab, damit dieser ausgetragen werden kann und beim Abschlußappell nicht noch Verzögerungen deswegen (wie schon einmal geschehen) auftreten. 
Ich helfe noch mit beim Waffenreinigen im Flur bis 0915, da alle Bahnfahrer schon um 0930 (für mich überraschend, da ich erst um 1030 angegeben habe) gemeinsam zum Bahnhof Detmold gebracht werden sollen. 
Die Verabschiedung von den Kameraden ist daher kurz und schon 5min später sitzen wir zu sechst auf den Bus auf. Mit L. als KvD gelangen wir um 0945 zum Bahnhofsvorplatz. Ich kann sogar einen Zug eher (1002) nach Hause fahren und mich in aller Ruhe von meinen Begleitern verabschieden. Über Altenbeken (1027) und Nürnberg (1416) erreiche ich Ingolstadt Nord um 1550 und bin 10min später wohlbehalten daheim. 

Wolfgang Reitzer, OSG d.R.
 
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