Ausbildung zum PzGren Block 2 - Reservistenkameradschaft Ingolstadt

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Ausbildung zum PzGren Block 2

Aktivitäten

Ausbildung zum Panzergrenadier beim PzGrenBtl 908 Ausbildungsblock 2:
Übung beim PzGrenBtl 908 in Viereck/Kürassierkaserne vom 20.03.-22.03.2015
Tag 1, Freitag, 20.03.2015:
Aufstehen um 0500. Abfahrt mit RE um 0550 von Ingolstadt Nord nach Nürnberg Hbf. Dort Umstieg auf den ICE nach Hamburg über Leipzig und Berlin Hbf. Ankunft in Berlin Hbf ca. 1230. Ich treffe am Bahnsteig die Kameraden Fw Colombo, OSG Dörbandt, OL Lemler, OL Barthel und OSG Böttcher wieder. Mit diesen zusammen mache ich mich auf den Weg mit der Regionalbahn nach Pasewalk. Wegen fehlender 1. Klasse wird die Fahrt in kuscheliger Enge verbracht. Am Zielbahnhof um ca. 1417. Erwarten hier die Abholung durch die KvDs (Fw Schlüter und SG Lehmann). In der Kürassierkaserne erfolgt zuerst die Einschleusung bei SFw Backasch um ca. 1430, danach Antreten um ca. 1500 vor unserem Ukftsgeb. 3b. Die bereits anwesenden Kameraden werden in Gruppen zu je 4-5 Mann aufgeteilt. Ich werde der 4. Gruppe unter OSG Rudolph mit den Kameraden SG Wech, OSG Tauch und OG Nemschok zugeordnet. Wir können sodann unser Gepäck auf unsere Stuben verbringen, bevor die Ausbildung im U-Raum beginnt. Ich liege auf einer reinen OG-Stube (204b) zusammen mit Hilkert, Nemschok und Schulz. Die Ausbildung beginnt OL Barthel um ca. 1530 mit den Themen Granatpistole und Handgranate mit Schwerpunkt technische Angaben und Sicherheitsbestimmungen (Powerpointvortrag mit Videounterstützung).

Es folgt der Vortrag von Fw Colombo zum Anlegen von Sperren. Zuerst Feldmäßige Bausperren (Arten, Wirkung), dann Baumsperren und Barrikaden. Wir lernen die Inhalte einer Sperrmeldung kennen und die Wichtigkeit einer genauen Skizze zu erkennen. Der Powerpointvortrag und anschließende Vorstellung wichtiger Sperrbestandteile in natura (S-draht, Banddraht, etc.) dauert bis ca. 1730. Das folgende, halbstündige Abendessen wird in Form der Inhalte der ausgegebenen Essenspakete auf den Stuben eingenommen. Meine Gruppe soll dann zuerst ins AGSHP zur GraPi-Ausbildung (GraPi-S-1, Zielen und Treffen von Fenstern und Türen auf verschiedene Entfernungen). Die Gruppen wechseln durch die verschiedenen Stationen durch sobald das Ausbildungsziel erreicht ist. Nach Erfüllung (1830) verlegen wir weisungsgemäß zurück zur Unterkunft.
Es erwartet uns die Ausbildung am G36 mit Zerlegen, Zusammensetzen, Ladetätigkeiten, Visiereinstellungen etc. unter Fw Colombo allerdings nur kurz (1845), danach erfolgt die Abberufung zur MG-Ausbildung unter OSG Dörbandt (wie beim G36) bis ca. 1945. Wir werden danach als letzte Gruppe zur GraPi-S-2 (Bekämpfung feststehender Ziele wie Kfz und Schützenreihe in verschiedener Entfernung) ins AGSHP befohlen bevor dieses um 2000 schließt. Die Zeit reicht jedoch aus die Übung zu bestehen. Zusammen wird aufgeräumt und noch rausgekehrt, zurück zum heutigen Schlußantreten. Dienstunterbrechung ist um 2130. Jetzt ist Zeit den Spind einzuräumen, das Bett zu beziehen und die restlichen Kameraden ausgiebig zu begrüßen. Im Bett 2330.

Tag 2, Samstag, 21.03.2015:
Aufstehen 0552. Frühstück von 0700-0730 in der Küche der Kürassierkaserne (modern, neu und gut belichtet wegen der großen Glasfassade). Der erste Auftrag für meine Gruppe ist gemäß Dienstplan die Bewältigung der Hindernisbahn um 0800. Das Wetter zieht zu, ist jedoch noch trocken und steht daher der Ausführung nicht im Wege. Die Einweisung und Durchführung übernimmt L Günther. Wir durchlaufen die einzelnen Hindernisse nach dem Prinzip Vormachen/Nachmachen mehrere Male hintereinander, bevor der erste Durchlauf in einem Zug erfolgt. Eine besondere Herausforderung ist natürlich die Escaladierwand, an der ich gleich beim ersten Male hängen bleibe. Passiert mir aber danach nicht mehr. Noch einmal an den Schwebebalken sich selbst überwinden und der Rest läuft von alleine. An der Stellung am Ende der HiBa erwartet uns OSG Lehmann mit den blauen Übhandgranaten (allerdings nur die Splitterkörper) zur Übung der Wurfarten. Für einen zweiten Komplettdurchlauf bleibt keine Zeit, auf uns wartet das MG (0930).Die Stationsausbildung findet unter freiem Himmel statt. Auf den Kokosmatten wird unter Leitung von SFw Hantke das Zerlegen und Zusammensetzen auf Zeit gedrillt. Es frischt auf und es fängt zu regnen an. Diese Mischung verschärft die Ausbildungsbedingungen erheblich. Ich kann mit meinen klammen, gefühllosen Fingern kaum noch den Deckelbolzen einführen. Wegen des nun andauernden schlechten Wetters wird unter das Schleppdach der abgestellten SPz Marder verlegt. Von der GraPi- Ausbildung unter SU Mende wird meine Gruppe überraschend zum AGSHP zur PzFst-Übung abberufen, da dort sonst Leerlauf herrscht. Ich bestehe dort alle 3 Übungen ohne Fehlschuss, allerdings bewegen sich die Ziele nicht. Zurück unterm Schleppdach erhalten wir von Fw Colombo infanteristische Ausbildung am G36, hier vor allem das richtige Instellunggehen und von dort wieder heraus. Danach Mittagessen von 1130-1200. Wir verbleiben auf der Station G36, erlernen hier Anschlagsarten im Zurückgehen. Die nächste Ausbildungsstation führt uns zur Panzerfaust 3 mit Zerlegen, Zusammensetzen, Anschläge und Meldungen. Interessanter, da für mich neu, geht es weiter mit der Handgranate. Die Einweisung führt Fw Schlüter durch: Unterrichtung Wurfarten und Übungswerfen mit richtiger Wurfhaltung. Leider wurden uns nur die blauen Splitterkörper von der aktiven Truppe zur Verfügung gestellt, d.h. das Ziehen des Sicherungssplints mit Abzugsring und das Gedrückthalten des Sperrbügels musste von uns simuliert werden. Zur Umsetzen des Gelernten erfolgt als Auftrag die Bildung eines Stoßtrupps, der um eine Halle herum aufklären soll. Das gefechtsmäßige Vorgehen gestaltet sich zu einem Fiasko, da die Gruppe fast vollständig vernichtet wird. Der feindliche Schütze in seiner Hinterhaltstellung im Wald konnte von uns nicht entdeckt werden. Abendessen im Anschluss von 1700-1730. Im folgenden Ausbildungsabschnitt bringt uns OSG Dörbandt das altehrwürdige SEM 52-S wieder in Erinnerung. Neben der Gerätevorstellung mit den technischen Daten gibt es noch eine kurzfristige Einführung in die Sprechdisziplin. Um 1800 verlegt unsere Gruppe ins AGSHP zum Gefechtsschiessen mit PzFst.

Szenario: Tal mit links wie rechts ansteigenden, bewaldeten Hügeln.
Auftrag:   Linie halten.
Von links nach rechts auswandernde Feindpatrouille wird verschont, da für uns keine Gefahr der Aufklärung besteht. Anders ist es bei der darauf direkt auf uns zu marschierenden Feindgruppe. Diese wird auf Befehl umgehend niedergemacht. Aus dem Talgrund angreifender Panzerfeind nebelt und greift in mehrfacher Stückzahl an. Habe ich bei den vorangegangenen Übungsschießen noch alles getroffen, so versage ich bei der Bekämpfung sich bewegender Ziele völlig. Es gelingt mir kein einziger Treffer. Das Nachladen ist fehlerhaft und dauert deshalb zu lange. Die Gruppe muss es büßen und bezahlt mit ihrem (virtuellen) Leben dafür. Die Übung wird ein zweites Mal angesetzt. Das Ergebnis ist das gleiche, obwohl ich diesmal nicht der PzFst-Schütze bin (SG Wech). Es geht zurück zur Unterkunft zur G36-Ausbildung (1900). Dieses Mal erfolgt das Zerlegen und Zusammensetzen auf Zeit (1:17min). Ab 1930 bildet uns SU Mende an der PzFst aus. Erst Herstellung der Gefechtsbereitschaft mit Meldung und dann das Zerlegen. Zur Auffrischung der müden Krieger wird eine kleine Körperertüchtigung eingelegt, bestehend aus: 40Stk Liegestütz auf den Knöcheln auf Kokosmatte, darauf Sitzhaltung an der Wand mit PzFst in Vorhalt mit 20x pumpen, Sitzposition haltend, dann im Stand PzFst über Kopf mit gestreckten Armen halten, jeweils 20x hinter dem Kopf absenken und heben, vor dem Kopf und dann für den Bizeps auch noch. Verdientes Ausbildungsende 2000. Waffenreinigen im Flur und Revierreinigen im Anschluss bis 2100. Für das Abschlussantreten um 2130 ist der Schuhputz noch herzustellen. OL Barthel zieht eine positive Tagesbilanz und lobt vor allem die Ausdauer und den Einsatz der PzGrenAzubis. Der Tag endet in geselliger Runde bei Bier und Wurst frei, da einige Kameraden befördert wurden und sich hiermit erkenntlich zeigten (OFw Colombo). Im Bett 2330.

Tag 3, Sonntag, 22.03.2015:
Aufstehen 0600. Vorbereitung auf die Rückreise, d.h. schon mal den Rucksack packen. Frühstück wie gestern in der Küche von 0700-0730. Von dort direkt zum Waffenempfang im benachbarten Gebäude. Meine Gruppe hat zuerst Alarmposten-Ausbildung um 0800 im AGSHP. Der Auftrag besteht darin die Brücke zu verteidigen und das davor liegende Dorf vor angreifenden und eindringenden Feind zu säubern. Der Gruppenführer OSG Rudolph teilt uns den empfangenen Auftrag mit, macht die Geländetaufe, weist in die Schußbereiche ein, gibt die Nachbarn bekannt, ebenso den Platz des Führers, den Feuervorbehalt sowie die Parole aus. Bei Feindangriff rückt der Rest der Gruppe in die Stellung ein und verteidigt diese gegen angreifende Infanterie. Angreifende SPz werden nach und nach durch die PzFst (SG Wech) vernichtet. Der in unserem Rücken befindliche Gefechtsstand (HFw Hopperdietzel) wird vom Truppführer per Funk über die jeweilige Situation informiert und liefert auf Anfrage Munersatz in Form von 4 (virtuellen) Patronen (Geschoß und Abschussrohr) für die PzFst da verschossen. Im grossen Ganzen war es nicht schlecht, einiges ist natürlich verbesserungswürdig, zB könnten die Funkmeldungen schneller erfolgen, damit sich der Gefechtsstand ein aktuelles Bild der Lage machen und ggf. eingreifen kann. Auch sollte der Munbedarf im Auge behalten werden und Bedarf schon vor dem letzten Schuss angefordert werden. Die Feuereröffnung der PzFst auf zu große Entfernung ist unzweckmäßig, bei mehreren gepanzerten Zielen, ist das Ziel zu bekämpfen, welches den Feuerkampf aufnimmt. Nach Rückmarsch zum Ukftsgeb. erfolgt die Prüfung am G36 (hier mit 1:26min im ersten und 1:54min im zweiten Durchgang) und am MG3 (Mittelfeld mit 3:21min). Die Ausbildung würde bis 1030 dauern. Nach einer gestrigen Absprache ist es mir erlaubt worden mit zwei weiteren Kameraden vorzeitig die Heimreise anzutreten. Ich verabschiede mich von den Kameraden und werde mit OSG Wenzel und OSG Rudolph von OSG Lehmann zum Bahnhof Pasewalk gebracht (1015). Fahre mit den Kameraden um 1048 mit dem IC 2356 nach Berlin Hbf (tief) und von dort geht es zusammen weiter mit dem ICE 373 nach Fulda. Beide Kameraden verlassen den Zug in Kassel und machen sich auf ihre weitere Heimreise. Nach Umstieg erreiche ich Ingolstadt um 1806 und bin dann nach Fußmarsch um 1835 zu Hause.

Wolfgang Reitzer

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