Ausbildung zum Pzgren Ausbildungsblock 3: - Reservistenkameradschaft Ingolstadt

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Ausbildung zum Pzgren Ausbildungsblock 3:

Aktivitäten

Ausbildung zum Panzergrenadier beim PzGrenBtl 908 Ausbildungsblock 3:

Wehrübung beim PzGrenBtl 908 in Hagenow/Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne vom 08.05.-10.05.2015

Tag1, Freitag, 08.05.2015:
Wegen des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL fahren heute nur zwei Züge von Ingolstadt Nord ab, die auch noch heute in Hagenow-Land ankommen werden. Mein RE fährt deshalb schon um 0550 Richtung Nürnberg Hbf. Dort einstündiger Aufenthalt und dann weiter mit dem ICE nach Hamburg Hbf. Hier treffe ich die Kameraden OL Manter, HFw Hopperdietzel und OG Wenzel am Bahnsteig. Nach unterhaltsamer Fahrt erreichen wir den Bahnhof Hagenow-Land um ca. 1334. Wir werden durch OSFw Backasch abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht, die sich hinter der Kaserne bei der Schießbahn 7 befindet. Ein paar Kameraden sind schon da und man freut sich auf das Wiedersehen. Ich beziehe Raum 4, der mit 12 Mann belegt wird. Als Ausstattungsgegenstände sind für jeden Soldaten je eine eingeschweißte Matratze und ein Stuhl vorgesehen. Sanitäre Anlagen besitzt das Gebäude nicht. Stattdessen stehen an der Stirnseite des Gebäudes 3 Dixies, sowie mehrere Kanister mit Frischwasser auf Bierbänken vor dem Gebäude für die Körperpflege zur Verfügung. Duschgelegenheiten befinden sich ca. 100m weiter im Gebäude der Kommandantur/Schießbahnbetreuung. Auch können die sanitären Anlagen in der Kaserne genutzt werden. Zuerst aber Einschleusung bei OSFw Backasch und danach Einweisung für den Orientierungsmarsch im Gebäude 27 (SIM-Zentrum) in der Kaserne um 1645. Der geplante Vortrag zu Karte, Kompass, Orientierung im Gelände und Skizzen fällt leider aus, da das Laptop für den Powerpointvortrag nicht beschaftt werden konnte. So erfahren wir das Nötige in groben Zügen, die Unterlagen dazu haben die Meisten schon vorab per Email erhalten und die Prüfungsfragen bearbeitet.
Zur Durchführung des Orientierungsmarsches:
Es gibt zwei Routen (Hase und Igel). Es werden jeweils 10 Paare (Hase 1-10 und Igel 1-10) eingeteilt. OG Hilkert und ich bilden Hase 2. Jedes Paar bekommt zur Verfügung gestellt:
- einen Kartenausschnitt des Übungsplatzgeländes im M 1:10000
- ein laminiertes Luftbild für die erste Aufgabe (von 12 insgesamt)
- einen Kompaß
- eine Taschenlampe
- Meldeblock (zum Anfertigen von Wegeskizzen, elektronische Hilfsmittel sind nicht gestattet)
- laminierte Laufkarte mit 12 Entwertungsfeldern (Entwertungszange bei jeder Station anders)
- 12 laminierte Hase 2 Schildchen (zum Einwerfen bei der jeweiligen Station)


Jede Station ist gekennzeichnet und enthält die Aufgabe für die jeweils nächste Station. Zu beachten sind die verschiedenen Aufträge für Hase und Igel. Gestartet wird wie im Wettkampf mit Zeitabständen von 5 min. Zur Entfernungsbestimmung empfiehlt sich die Kenntnis der eigenen Doppelschrittlänge (normal, im Laufen und im Gelände). OG Hilkert misst 56 auf 100m. Für meine Messung bleibt keine Zeit mehr, da wir schon starten müssen (1755). Unsere erste Aufgabe ist leicht, da schon auf dem Luftbild der Start- und Rückkehrpunkt verzeichnet ist (bei anderen Gruppen war es anders). Jedoch endet für uns und die nachfolgenden Gruppen die Schnitzeljagd schon am Kasernentor. Die Wache der aktiven Truppe, welche noch bei unserer Ankunft das Tor besetzt hielt, hat bei Antritt des Wochenendes das Tor abgesperrt und ist abgezogen. So muß erst ein Schlüssel organisiert werden, was dauert. Daher bringt uns OSG Lehmann mit dem Kfz zum Kasernentor auf die andere Seite indem er das Kasernengelände umfährt. Bei der Ankunft am Kasernentor ist dieses in der Zwischenzeit geöffnet worden und so hasten wir den Kameraden hinterher (1830). Die Verzögerung hat uns eine halbe Stunde gekostet. Punkt 1 befindet sich 300m entlang der befestigten Straße und dann etwas mehr als 250m in östlicher Richtung entfernt am Rande eines Waldstücks (1838). Die Markierung (weiß-roter Wimpel) ist klar erkennbar. Während David die Karte locht und das Schildchen einwirft, fertige ich gemäß Aufgabenstellung eine Wegeskizze zur nächsten Station an. Punkt 2 ist nicht weit entfernt und zwar wieder entlang der befestigten Straße und gleich bei der ersten Wegabzweigung nach NW. Nun soll per Marschkompasszahl (MKZ) Punkt 3 auf Höhe 54 in 300m Entfernung gefunden werden. Leider können wir wegen einer Baumschonung nicht direkt darauf zu marschieren. Wir verschieben etwas seitlich, natürlich ohne MKZ. Diese Bequemlichkeit rächt sich selbstredend auf der Höhe, da wir nach Ablauf der vorgegebenen Streckenentfernung nicht auf die nächste Markierung stoßen. Wir müssen uns aufteilen und suchen. Zu unserem Glück ist das Plateau der Höhe nicht so groß, so daß es mir gelingt Punkt 3 zu finden und die nächste Aufgabe zu erfahren. Nun sollen wir als Punkt 4 in 430m Entfernung einen Wegeknick erreichen. Unser Weg führt die Höhe hinunter über zwei kleine Bäche mit leicht morastigem Bachumfeld zu besagtem Ziel, erkennbar an Lehmanns Chefwagen und der Führungsriege auf Besuch. Wir machen uns auf zu Punkt 5. Da die Straße zu anfangs ziemlich nahe an der direkten Luftlinie entlang verläuft, entscheiden wir uns diesen Weg solange wie möglich zu folgen. Am Ende der Wegstrecke wählen wir lieber den Umweg über den etwas längeren Waldweg, da uns der Weg über die Wiese wegen der unbekannten Bodenbeschaffenheit und wegen Volleinsichtigkeit als ungeeignet erscheint. Wir kommen schnell voran und erreichen Punkt 5 kurz hinter der Gruppe Böttcher/Dewart. Nun sollen wir der Straße 430m bis zu einer TKreuzung folgen und dann mit MKZ 8 ca. 930m weiter. Der erste Streckenabschnitt geht einfach und wird im Laufschritt zurückgelegt. Der zweite Abschnitt scheint wie der erste zu sein. Die Straße folgt in etwa der MKZ. Wir haben die Gruppe vor uns im Blick und können mittels Laufeinlagen die Entfernung verkürzen. Jedoch ist uns irgendwo ein Fehler unterlaufen. Wir haben das vermeintliche Ziel rechts der Straße ausgemacht. Wir können es nirgendwo entdecken und müssen neu ansetzen. Hierzu überprüfen wir nochmal unsere Angaben und konsultieren die Karte. Es ergibt sich jedoch nur eine geringfügige Abweichung. Das Ziel bleibt rechts der Straße. Wir müssen suchen und unsere Suchkreise ausweiten, das kostet Zeit. Zu viel Zeit! Das Laufen hat sich nicht rentiert, unser Zeitgewinn dadurch verdampft. Nach einer halben Stunde findet David auf der linken! Wegseite das gesuchte Ziel P6 um 2015. Für Punkt 7 ist wieder eine Wegeskizze anzufertigen. Die nächste Station liegt demnach an einer Waldecke an einem Bachlauf. Auf der Karte suchen wir uns eine geeignete Strecke. Wir können zu anfangs einen Waldweg benutzen, danach geht es in eine Niederung und der Weg wird unbefestigt und morastig. Wegen der Bodenverhältnisse bleiben wir nach dem Weg im Bereich des Waldrands, da dort der Boden unter den Bäumen trittfest ist. Später wechseln wir auf die Wiesenseite, da das Unterholz zu dicht wird. Um zu der Markierung zu gelangen ist ein Bachlauf im Graben im Sprung zu überwinden. Unsere nächste, zu erreichende Position (P8) liegt ca. 550m entfernt auf MKZ 43. Die Karte weist hier die Ecke einer großen, rechteckigen Waldlichtung aus. Hierhin zu gelangen ist es notwendig über die Wiese zurückzugehen. Wir durchqueren den Wald, überspringen zwei querende Waldwege und erreichen auf Anhieb das gesuchte Ziel. P9 ist eine Flußspinne in 650m Entfernung und zwar genau Richtung Süden. Hilkert zählt die Schritte und peilt die Richtung. Der Weg führt durch den Wald, wieder sind zwei Wege zu queren und wir erreichen das Ziel etwas weiter südöstlich (2100). Für den nächsten Marschabschnitt ist wieder eine Wegskizze anzufertigen. Dieser Punkt (10) ist 520m entfernt und stellt eine Wegegabelung NNW einer Ortschaft (Granzin) dar und führt an zwei Seen vorbei. Auf der Karte ist der Weg nur noch zur Hälfte erkennbar. Er führt uns durch richtiges Sumpfgebiet, wir müssen ausweichen und festen Untergrund suchen, was Zeit und Kraft kostet. Außerdem merkt man im Wald die bereits hereinbrechende Dämmerung. Wir müssen uns beeilen. Leider ist meine Skizze zu ungenau. Wir kommen weiter westlich auf eine ähnliche Wegekreuzung. Da das Dorf weiter östlich liegt suchen wir in dieser Richtung weiter. Dort finden wir um ca. 2130 den gesuchten Punkt. Hier erhalten wir ein Luftbild mit eingezeichneter Wegführung zu unserem letzten Auftrag (P11, einzeln stehendes Gebäude). Dazu müssen wir schon die Taschenlampe einsetzen. Wir entscheiden uns nach Kartenlage für eine kürzere Strecke zu unserem Ziel und zwar über den Dorfsportplatz und einer, von der Ortschaft diagonal verlaufenden Straße bis direkt unterhalb des Ziels. Das Gebäude wird erreicht (2145) und die nahe liegende Kaserne (Rückkehrpunkt P12) anvisiert. Am Kasernentor erwartet uns der Posten, der uns als 6. Gruppe aufnimmt. Es folgt keine Ausbildung im U-Raum mehr, da noch Gruppen unterwegs sind. Wir nutzen die Zeit zur Organisation, zum Essen und können die Duschen im Gebäude 40 in der Kaserne nutzen (ein Traum). Nicht allzu lange nach der Abholung durch den KvD Dienstunterbrechung und ab ins Bett 2345. Einige Kameraden haben draußen noch ein Lagerfeuer entfacht und genießen ihr Tagesabschlußbierchen.



Tag 2, Samstag, 09.05.2015:

Aufstehen um 0545. Nach dem Frühstück im Frühstücksraum auf Biertischen, geht es zum Waffenempfang in die Kaserne. Das Warten auf die Waffen wird von den Kameraden ausgiebig für den Toilettengang genutzt. Als Teil der 1. Gruppe unter SU Riep beginnen wir mit der Ausbildung Kampf über die Bordwand. Mit 2 SPz fahren wir auf die Panzerbahn, dort Aufteilung. Die Lage stellt uns als Teil eines Aufklärungszuges dar, der nach Ausfall und Reparatur den Anschluß an den Rest sucht und dabei auf feindliche Einheiten/Infanterie stößt. Im ersten Durchgang bin ich MG-Schütze 2 (Milan). Unser SPz unter HFw Buck pirscht sich an die Straßenkurve heran, klärt Feind auf und rollt zurück um mit Schwung durch den Feind zu stoßen. Der Trpfhr wird durch den Kommandanten über die Lage und das weitere Vorgehen eingewiesen und gibt die Befehle an uns weiter. Die Waffen sind mit Platzpatronen aufmunitioniert. Beim Vorpreschen werden die entdeckten Feindziele bekämpft. Das ist ein schwieriges Unterfangen, da die ausgefahrene Panzerstrecke den Marder wie im Wellengang aufschaukelt. Nach dem Frühstück unter Luke zu fahren, läßt leicht mulmige Gefühle aufkommen, vergeht aber wieder. Die Strecke wird im Kampf wieder zurückgefahren. Vor dem zweiten Durchlauf wird durchgewechselt. Ich bin nun MG-Schütze 1, auf der ersten Halbstrecke allerdings nur mit G36, dann endlich mit MG3. Da der Gurtkasten sich nicht befestigen läßt (Zapfen schon arg abgenutzt), wird der Feuerkampf halt mit Gurt offen geführt. Wegen der Schaukelfahrt bin ich mir sicher nichts getroffen zu haben, aber vielleicht haben ein paar Iwans die Köpfe eingezogen. Im folgenden Durchgang stellen die bisherigen Schützen nun den Feind dar und sollen sich in dem Streckenabschnitt zwischen den Pappkameraden eine Hinterhaltstellung suchen. SU Riep weist uns (Schulz, Wech und ich) unsere Stellung zu und gibt den Befehl zur Feuereröffnung nach Pfiff. Leider läßt unsere Feuerdisziplin zu wünschen übrig und so wird der SPz durch unser vorzeitiges Feuer gewarnt und kann sich mit Gegenfeuer und Handgranatenwerfen vehement wehren. Beim letzten Durchlauf bin ich dann Truppführer, habe bei meinem Wirkbereich jedoch kaum die Möglichkeit der Feindbekämpfung. Außerdem war ich mehr beschäftigt mich festzuhalten um nicht rausgeworfen oder verletzt zu werden. Feinde habe ich keine erkannt, obwohl der Befehl zum Feuern und Werfen der Handgranaten gegeben war. Der Wille war da, jedoch wäre es bei der Schaukelfahrt gefährlich gewesen seinen Haltegriff zu lösen geschweige denn noch eine Handgranate abzuziehen und in Richtung Feind zu befördern und nicht in den eigenen Kampfraum. Nach Durchstoßen des Feindes muß der SPz in ausreichender Sicherheitsentfernung auf mögliche (Beschuß-)Schäden inspiziert werden. Dazu hat der Trpfhr abzusitzen und den Panzer in Augenschein zu nehmen. Schäden am Laufwerk können zum Abbrechen eines Laufrads führen, was bei erstem oder letzten Laufrad der Abbruch der Fahrt/des Einsatzes bedeutet. Also springe ich gemäß Befehl bei Halt aus dem Bock, wende mich nach rechts (in Fahrtrichtung) zur Waldseite und suche nach Schäden. Auf Turmhöhe werde ich plötzlich durch feindliches Gewehrfeuer überrascht. Nach zu langer Schrecksekunde springe ich (wahrscheinlich schon tot) in den Panzer zurück und wir machen uns vom Acker. Leider hatte meine Sicherung (Schulz) am MG Ladehemmung und konnte somit keinen Feuerschutz geben. Zum Mittagsessen ziehen wir uns zurück in Deckung und staffieren unseren Panzer zur besseren Schußunterlage mit gefüllten Jutesäcken aus. Nach der Speisung geht es mit OFw Colombos Panzer zum Panzervernichtungstrupp als nächste Ausbildungsstation ab 1330. Die Lage ist folgende: SPz fährt auf einem Waldweg auf eine Kuppe zu und kann auf der sich ausbreitenden Freifläche vor dem gegenüberliegenden Waldrand einen feindlichen KPz mit Heck zu uns mit Begleitinfanterie ausmachen. KPz vermutlich beschädigt. Sofortiges Zurücksetzen in Deckung. Auftrag Kommandant an Trpfhr: Aussetzen des kompletten Panzervernichtungs- und Grenadiertrupps zur Vernichtung des feindlichen KPzs. Weisungsgemäß führt uns SU Riep an den Feind durch den Wald heran. Als Schütze 2 führe ich die GraPi mit. Parallel zum Waldrand läuft ein Waldweg, der Waldrand selbst ist wallförmig ausgebildet und bietet gute Deckungs- und Annäherungsmöglichkeiten. Jedoch ist von unserer Stellung der Feind schlecht auszumachen und wir müssen querverlegen. Dann wird vom Trpfhr nach Aufklärung die einzelnen Stellungen eingewiesen und für die PzFst der Schießbefehl gegeben (hintereinander). Mit der GraPi erledige ich die feindlichen Schützen. Nach Übungsunterbrechung gibt es wie immer Manöverkritik und Diskussion. Beim 2. Durchgang bin ich als Nahsicherer (G36) unterwegs. Die Übung verläuft anders als vorher, da die Ziele gewechselt haben (KPz hat sich zwischenzeitlich bewegt). Die neue Situation erfordert neue Lösungen. Aus meiner Stellung konnte ich weder Feind erkennen, noch die eigenen Leute im Blick haben. Das muß besser werden! Vor dem 3. Durchgang öffnet der Himmel seine Schleusen und es regnet wolkenbruchartig (Dewart: herrlich!) Wir machen trotzdem weiter. Also Nässeschutz an und in die Stellung geschwommen, letztes Stück in tiefster Gangart, da Feindeinsicht möglich. Dewart ist jetzt Trpfhr und ich einer der beiden Panzerfaustschützen. Wir werden in die Stellung geführt, Feind ist schon im Vorgehen aufgeklärt und so geht es recht schnell und zügig. Ich erfaße den Feind und mache Meldung wie üblich vor dem Abschuß (ist im Gefecht unzweckmäßig). Auftrag erledigt und nun scheint uns die Sonne wieder und wir können die Klamotten trocknen. Teilnehmer an der Regenschlacht siehe Bild.
An der dritten Ausbildungsstation unter L Günther vertiefen wir das schnelle Ein- und Aussteigen vom SPz mit Bildung von Rundumsicherungen. Wichtig ist die Kommunikation zwischen Kommandant-Trpfhr-Truppe. Ich bin hier immer unter Luke, erst als Nr. 2, dann 5 und 4. Beim letzten Durchgang ist eine vermeintliche Minensperre aufzuklären. Wir schwärmen aus und sichern, während der Trpfhr die Minen als Attrappen ausmacht. Plötzlich werden wir von vorne beschossen. Wir erwidern das Feuer nur sporadisch, auch kann der Befehl dem Feind nachzustoßen und zu bekämpfen wegen Munitionsmangel schlecht umgesetzt werden. Riep links neben mir hat sich verschossen, Schulz rechts von mir hat noch 2 Schuß, ich selbst noch 4. Das MG hat vielleicht noch Mun für ein paar Feuerstöße, dann ist Schicht im Schacht. Also gehe ich als einziger vor Richtung Feind und pirsche mich durchs Unterholz. Es wird nicht mehr geschossen, also muß ich mich vorsichtig und umsichtig vorwärts bewegen. Alle Sinne sind angespannt, ich erwarte jeden Augenblick den finalen Schuß. Mache nur langsame Fortschritte, auch weil ich immer wieder Horchhalte einlege. Dann erkenne ich im lichteren Unterholz rechts seitlich 20m voraus den feindlichen Schützen (OSG Jesse), der in einem Schützenloch das Feuer auf meine Kameraden wieder aufnimmt. Er ist bewaffnet mit einem G36 mit Unterlaufgranatwerfer. Da ich im Dunklen bin, hat er mich noch nicht entdeckt. Also lege ich an und erledige ihn mit meinen letzten Schüssen. Erst durch mein Feuern wird Jesse auf mich aufmerksam und erwidert nun das Feuer, auch mit seinem Granatwerfer. Ich kann nichts mehr erwidern und nachdem er sich auch verschossen hat, steigt er mit erhobenen Händen aus dem Schützenloch und ergibt sich. Ich kehre zu meinem Haufen zurück und melde die Beseitigung der Gefahr. Das Auf- und Absteigen nach dem Regenguss ist für uns Grenadiere kein Zuckerschlecken. Der Marder öffnet seine Klappe grundsätzlich immer über dem größten Brackwasser und wir Grenadiere dürfen Dreisprung üben. Danach geht es zurück in die Kaserne zum Waffenreinigen. Es wird darauf antreten befohlen und wir harren lange der Dinge bis endlich alle Beförderungen verliehen wurden. Dienstunterbrechung 2215. Jetzt schnell zurück in die Unterkunft zum Duschvorbereiten. Leider wird nichts daraus, da die Bude abgesperrt ist und keiner weiß wo der Schlüssel ist. Nach geraumer Zeit fällt mir ein, daß ich die Handynummer vom OSFw Backasch eingespeichert habe und dieser klärt mich dann über das Schlüsselversteck auf. Nun Fertigmachen zum Duschen, Warten auf den Transport in die Kaserne (Fw Schlüter) und dann Genuß einer göttlichen Dusche (2330). Nach Rückkehr noch ein kurzes Pläuschen mit OFw Colombo über Schußwaffen und dergleichen. Dann Nachtruhe bei mir (Ohropax rein und gut ists, 0015).


Tag 3, Sonntag, 10.05.2015:

Ich bin wie gestern schon eher wach (0540), da kein Rollo vorhanden, außerdem war es im Schlafsack zu warm. Dank der Gehörstöpsel habe ich nichts von den Geräuschen der Kameraden mitbekommen, wie zB. Böttcher, der ziemlich gerädert wegen der Schnarcherei seiner umliegenden Kameraden war. Die Luft ist zum Schneiden dick wie in einem Ziegenstall. Den Unterschied merkt man erst beim Lüften, hatte schon Angst das Fenster knallt bei dem Druckunterschied. Also raus und Körperpflege vorm Gebäude, danach Schuhputz herstellen, während die Kameraden langsam wach werden und aus ihren Löchern gekrochen kommen. Ich bereite derweil meine Ausrüstung für die Abreise vor, da der Zug um 1223 von Hagenow-Land abfahren soll. Die Kameraden HFw Hopperdietzel, OL Manter und Fw Wilke wären mit dabei. Leider erteilt mir die Live-Auskunft der Bahn die unschöne Nachricht, daß der Zug mit einer voraussichtlichen Verspätung von 20min eintreffen wird. Damit Lösen sich alle meine geplanten Anschlußzüge in Luft auf. Ich werde daher Ingolstadt erst um 2300 erreichen können (Ärger!). Noch ein letztes Frühstück mit den Kameraden, dann geht es in die Kaserne zum Waffenempfang (Geb. 40). In der großen Halle (Geb. 27) sind dann die G36 noch zu reinigen, die MGs wurden gestern schon gesäubert. Beim Zerlegen reiße ich mir noch die Haut auf und muß mir ein Pflaster besorgen, da die Wunde stark blutet. Ist ärgerlich, aber dann doch nur lästig bei der Arbeit. Die Waffen werden nach dem Reinigen wieder in die Waffenkammer verbracht und ich erhalte den Auftrag die Kameraden bei der Reinigung der Duschen im Geb. 40 und in der Schießbahnbetreuung zu unterstützen. Vor dem Abschlußantreten erhalte ich von Knaflic das Angebot bei ihm im Auto bis Nürnberg mitzufahren, was ich dankend annehme. Das Resümee von OL Lemler über das Ausbildungswochenende ist äußerst positiv, vor allem die Moral und die hohe Motivation aller Beteiligten, die ihresgleichen sucht, werden gelobt. Es folgt die Verabschiedung bei den Kameraden, in der Küche holen wir uns noch ein Essenspaket für unterwegs und fahren um 1230 ab. Kamerad Knaflic setzt mich um 1815 vor dem Nürnberger Hbf ab und um 1950 bin ich in Ingolstadt Nord zurück.

Wolfgang Reitzer

 
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