Ausbildung zum Panzergrenadier - Reservistenkameradschaft Ingolstadt

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Ausbildung zum Panzergrenadier

Aktivitäten

Ausbildung zum Panzergrenadier beim PzGrenBtl 908:

Der Erwerb der ATN Panzergrenadier erfolgt in 4-Blöcken:
- Block 1: Herbstübung des Bataillons vom 20.10.- 30.10.2014 in Torgelow/TrÜbPl Jägerbrück
- Block 2: 20.03.-22.03.2015
- Block 3: 08.05.-10.05.2015
- Block 4: 03.07.-05.07.2015

Die Wehrübung im Herbst 2014 gliederte sich folgender Maßen:

Tag 1, Montag, 20.10.2014:
Abfahrt in Ingolstadt Hbf um 0800 mit ICE 1512 zusammen mit dem Kameraden Holzmann aus Murnau. Nach Umstieg in Naumburg/Saale auf den IC 2355 in Richtung Ostseebad Binz erreichen wir um 1530 den Bahnhof Pasewalk. Der KvD bringt uns um ca. 1600 zur Greifen-kaserne an der Pasewalker Chaussee. Die Einschleusung erfolgt dort im Gebäude 40a, hier werden auch die Stuben bezogen. Die truppenärztliche Untersuchung (Hör-, Sehtest, Blut-druck, Puls etc.) wird beim Sani in der benachbarten Kürassierkaserne durchgeführt, da sich dort die aktive Truppe befindet. Nach Rückkehr beginnt um 1900 die Waffenausbildung (Zerlegen und Zusammensetzen) an MG3, G36 und P8. Diese dauert bis ca. 1945. Im Anschluss werden die Schiessaufsicht und alle übrigen Soldaten im Unterrichtsraum über die Besonderheiten der hiesigen Schiessbahnen aufgeklärt und in Ihre Aufgaben eingewiesen bis ca. 2045. Im Schlussantreten werden die Soldaten auf die einzelnen Züge aufgeteilt. Aus unerfindlichen Gründen bin ich beim Versehrtenzug, obwohl ich die medizinischen Untersuchungen bestanden habe. Eine Klärung sollte am nächsten Tag erfolgen. Nach Rückkehr auf die Stuben sollte zwecks Umverteilung der Soldaten weitere Befehle abgewartet werden (2130). Daraus wurde aber nichts und so wurde Dienstzeitunterbrechung befohlen . Im Bett 2330



Tag 2, Dienstag, 21.10.2014:

Wecken um 0550 erfolgt wie der Zapfenstreich gestern mit Fanfare. Der Tag beginnt gleich mit Frühsport im Flur. Dieser besteht aus 25 Liegestützen und 3 x 10 Situps. Danach zug-weises Antreten vor dem Gebäude zwecks Abmarsch zum Frühstück in der Truppenküche um 0630. Nach einer halben Stunde wird zum Gebäude zurückmarschiert und es werden Waffen für das Schiessen empfangen. Die Restteile werden zum Truppenarzt geschickt. Ich gliedere mich selbstständig dem zweiten Zug ein, da bis dato keine Statusänderung erfolgt ist. Noch kann ich nicht mit zur Schiessbahn, da zuerst eine Vervollständigung meiner Ausrüstung stattfinden muss. Dies erfolgt bei der hiesigen LHBw auf der Liegenschaft selbst. Es dauert bis 0945 bis die Einkleidung erledigt ist. Bis wir zur Schiessbahn abgeholt werden, verstauen wir die neu erhaltene Ausrüstung in unseren Stuben und Spinden. Um 1130 werden wir end-lich zum Schiessen gefahren. Hier erst einmal P8-S-1 (41 von 50 Ringen), dann MG-Ausbildung und Mittagessen um 1230-1330. Danach MG3-S-1 und G36-S-1a/b mit Bravour bestanden. Von 1430-1530 erhalten die Kameraden und ich Stationsausbildung im Wechsel am Schützenpanzer Marder, der hierfür in unmittelbarer Nähe zur Schiessbahn abgestellt worden ist und Waffenausbildung. Vorrangig wird schnelles Ein- und Aussteigen, sowie Lukenöffnen und -schließen geübt, allerdings erfolgt dies alles noch ohne Gerödel. Danach MG3-S-2 und Abendessen um 1730-1800. Nach dem Antreten gehts nochmal zu den SPz zur Ausbildung bis 2000. Leider kann ich an der MG3-S-5(Nacht) nicht teilnehmen, da mir eine Schiessübung als Voraussetzung fehlt. Daher Einteilung zum G36-S-4 (Nacht), die ich erst nach einer Stunde und 4 Versuchen bestanden habe. Von 2130-2230 nochmals SPz-Ausbildung, dann Waffenausbildung im Übungsraum bis 2300. Abbauen und Rückverlegung in die Kaserne. Dann Waffenreinigen von 0000-0045. Im Bett 0115.



Tag 3, Mittwoch, 22.10.2014:

Wecken um 0600. Bin müde wie alle anderen auch, da nur 4,45h geschlafen. Frühstück wie gehabt im Zeitraum 0630-0700. Diesmal kein Sport zum Aufwachen, der Innendienst hat Veto eingelegt. Empfangen Waffen und warten auf die Verlegung zur Schiessbahn. Das Wetter ist schlechter geworden. War es die Tage vorher noch bewölkt, regnet es jetzt. Ich gehöre zu denjenigen, die zuerst die Ausbildung am SPz Marder durchführen müssen (0900-1015), erst danach geht´s zum Schiessen (P8-S-2 "WÜ", 4 von 5 Klappscheiben erwischt, 1. Schuss wegen hartem Durchzug verrissen). Mittag von 1130-1300. Danach für eine halbe Stunde zum SPz, da gleich darauf G36-S-2. Es folgen die Wertungsübungen für P8-S-3
(Klappscheiben 2, jeweils liegend, stehend und liegend, 6 Schuß, 3/5, Silber erfüllt) und MG-S-3 (Scheibe 400m Darstellung, 3 Ziele zu bekämpfen, 15 Schuss, 6 Feuerstösse, 5 im kleinen, 8 im großen Kreis, Gold erfüllt). Danach MG reinigen. Es folgt Stationsausbildung entweder als Spähtrupp, Panzervernichtungstrupp oder Alarmposten. Ich werde in die Besonderheiten des Alarmpostens eingewiesen PAGNAAPPFF (bis 1730). Danach Rückverlegung in die Kaserne, da von 1840-1915 noch ein Bataillonsappell mit Beförderungen verdienter Soldaten im T-Bereich stattfindet. Nach Rückmarsch zur Kompanie Abendessen bis 1930. Im Anschluss Marsch zum Unterrichtsraum im Greifensaal (HBG Geb. 38). Hier Unterrichtung in der Funkbetriebssprache auf Grund des Appells verkürzt (0,5h). Dienstunterbrechung 2015.



Tag 4, Donnerstag, 23.10.2014:

Auf 0545. Ich bin heute auf Schießbahn 9D als Schreiber, neben Munausgeber Kamerad Steudter eingeteilt. Während die Kameraden HaWa aufnehmen, verlegt das Funktionspersonal schon vorab zur Schießbahn um diese für das Schiessen vorzubereiten. Unser Arbeitsplatz ist ein Container mit 3 Tischen und dazugehörigen Stühlen. Wir bekommen zuerst Munition für das P8-Schiessen (ca. 1200 Schuss AD60) und dann fürs MG-Schiessen (ca. 1600 Schuss). Sodann erfolgt eine Kurzeinweisung in meine Tätigkeit als Schreiber (Führen der Schiesskladde, Studium der ZDv für das Bestehen der Schießübung oder das Erreichen der jeweiligen Schützenschnur). Für die Kandidaten, die vorrangig die Übungen ableisten und bestehen müssen, ist Meldung an den Stabsfeldwebel Warnecke per Funk (Deckname: Kilo Whiskey) über SEM 52-S zu erstatten. Leitender meines Schießstands ist L Lemler und der SO ist Hauptfeldwebel Kröner. Um 0845 trudeln die ersten "Kunden" ein. Der Andrang und damit der Stress hält sich in Grenzen, da die gleiche Übung schon gestern geschossen worden ist und nur noch wenige die Übung wiederholen müssen. Zwischenzeitlich werde ich zum G36-S-3 Schiessen abberufen. Ich muss die Übung einmal wiederholen, da ich beim ersten Mal den Haltepunkt falsch angesetzt habe (66 von 100), beim zweiten Mal klappt´s besser (90 von 100). Im Laufschritt geht´s zurück zum Schreibcontainer. Jetzt wird´s stressig, da auf MG-S-3 umgestellt wurde. Dies ist weitgehend komplexer zu handhaben als bei der P8, auch ist der Andrang größer. Hinzu kommt, dass nicht alle Schützen ihr Schiessbuch bei sich führen, da diese noch bei anderen Schießständen zum Nachtragen einbehalten wurden. Bei weiteren Abberufungen zu Schießübungen G36-S-5 und G36-S-7/9? am Nachbarstand muss unser Schießbetrieb für diese Zeit eingestellt werden. Wir werden dementsprechend vorgezogen und nach bestandener Übung in unsere Tätigkeiten entlassen. Das Schiessen endet um 1600. Nach Prüfung und Unterzeichnung der Schiesskladde durch den Leitenden und der Verbringung der Schreibutensilien und Munitionsrückgabe, gewährt mir H Held auf meine Bitte hin, die Rückfahrt im SPz um 1700. Nach Waffenreinigung, -abgabe und Abendessen, wird der Unterricht in der Funkbetriebssprache wie gestern begonnen fortgesetzt (Greifensaal 1830-1915). Übung der verschiedenen Anrufsarten, wie Einzelanruf, Wiederholungsfall, Sammelruf und Verständigung. Auf Verschlüsselung anhand einer Sprechtafel wurde hingewiesen. Dienstunterbrechung 1945.



Tag 5, Freitag, 24.10.2014:

Heute steht die HiBa in der Kürassierkaserne auf dem Dienstplan (0745-1045). Wir empfangen die HaWa, die von gestern noch vom Schiessen verdreckt sind und reinigen diese vor Ort, da noch hiesige Truppe beim Photoshooting auf der HiBa ist und wir in 2 Gruppen aufgeteilt werden. Mein Trupp fängt bei der Escaladierwand an und ich darf vormachen. Nach dem Trockendurchgang erfolgt der erste scharfe Durchlauf. Zwischenzeitlich ist unser Kompaniechef Hptm Held eingetroffen, für den noch ein Durchgang gestartet wird. Ich gehöre zu den Ausgewählten. Es läuft wie geschmiert, der Chef fand´s schneidig, für unseren Ausbilder (HFw Müller) war´s eine Ehre. Obwohl ich meine letzte HiBa vor 20 Jahren abgeleistet habe, war ich vorn mit dabei. Verlegen zurück zur Mittagsverpflegung (1130 - 1215) in der Kantine. Danach erfolgt HaWa-Empfang für die Verlegung in den A-ÜbRaum Rieth. Erhalte 2 Turm-MG nebst jeweils 2 Ersatzrohre. Der Weg zu den 4 wartenden Schützenpanzern im T-Bereich (ca. 500m) ging ob der Last in die Knochen, da die MGs ohne Haltegurte gern verrutschten und mein Rucksack auch noch zu kopflastig war. Aber Dank der Unterstützung der Kameraden war der Weg zu schaffen. Abmarsch 1315. Ich bin Schütze 1 (hinten rechts) und deshalb die ganze Strecke über der Luke. Fahrtwind pfeift ordentlich und kalt. Gott sei Dank Kälteschutz an. Ankunft im Biwaklager nach 0,75h. Werde zum TD SPz eingeteilt, danach folge ich den Kameraden in den Unterziehraum und richte mit Kamerad Holzmann meine "Dackel-garage" ein (bis 1745). Es folgt bis 1915 Wiederholung Alarmposten Bereich ALPHA, Basis-ausbildung Alarmposten, Aufgaben und Tätigkeiten, Ablösung, Alarmierung. Ab 2000 Kameradschaftsabend in der großen Halle. Gutes Essen und Trinken mit musikalischer Untermalung. Großes Lagerfeuer vor der Halle. War großer Besuchermagnet, da sich heute die bis jetzt kälteste Nacht (2°C) ankündigte. Im 2-Mann-Zelt um ca. 2330.



Tag 6, Samstag, 25.10.2014:

Wecken 0600. Ganz schön schattig in der Früh, aber es können zu unserer Freude die sanitären Einrichtung des ÜbRaums verwendet werden, da der Kommandeur es verboten hat auf Spatengang zu gehen solange er selbst bei der Truppe nächtigt. Frühstück 0645-0720.
Heutige Ausbildungsziele:
- 1) MarschAusb SPz, Grundsätze Marsch, Verhalten, Vorgehen, TD mit Sicherung durch eigene Kräfte
- 2) Beziehen VerfR SPz, gekoppelt mit MarschAusb, AVZ Teile erkunden und unterstützen Einfließen des Zuges in den VerfR, allgemeine Tätigkeiten nach Erreichen VerfR
- 3) Vorbereitende Ausbildung für Mo/Di Waldkampfbahn, Gefechtsmäßiges Vorgehen im Grpen/Zg Rahmen - Koordination/Führen der Gruppen, Angriff, Deckungstrupp, Stosstrupp, Kampf in die Tiefe.

Das bedeutet für uns "Büchsenfleisch" bis Mittag auf den Böcken zu sitzen und diese bei Halt nach allen Seiten abzusichern. Heute wird hauptsächlich das Zusammenspiel der 4 SPz mit seiner Führungscrew (Kommandant, Richtschütze, Fahrer) geschult, va Kommunikation (Funkdisziplin und -qualität), Unterziehen im Gelände, Verhalten bei Fahrt im Verbund, Abstände, Reaktionen auf auftretende Probleme, etc. Der Kommandeur ist immer mit dem Wolf dabei und hält mehrmals Manöverkritik. Nach Einfließen in den Verfügungsraum werde ich von meiner Sicherung zu meinem Kommandanten Hptfw Bardutzky als Melder / Sicherer abkommandiert. Diesen begleite ich zu den Kommandantenbesprechungen, die von Major Steinert anberaumt wurden. Das Einrücken der einzelnen Marder in die einzelnen Unterzieh-räume zwischen den Nadelbäumen muss schneller erfolgen und deshalb mehrmals geübt werden. Die erkannten Mängel werden soweit wie möglich abgestellt. Außerdem ist Oberst Holthusen, der Inspizient für Reservistenangelegenheiten im Heer, aus Berlin zu Besuch und soll noch ein paar eindrucksvolle Bilder von uns erhalten. Die Kameraden erhalten während dieser Besprechungen SchtzTrp Ausb. Die Verpflegung erfolgt im Lager. Nach dem Mittag-essen erfolgt die SchtzTrp Ausb. Dazu werden die einzelnen Panzerbesatzungen auf die Ausbilder verteilt. Unsere Ausbildung übernimmt Hfw Jaus. Zuerst üben wir das Verhalten im Gelände (Patrouille, Schützenrudel, -reihe), Aufklären von Hindernissen, deren Umgehung bzw. Bekämpfung, überschlagendes Vorgehen. Platzpatronen sind jetzt natürlich mit am Mann. Höhepunkt ist der Angriff auf einen feindbesetzten Hügel im Wald. Dieser Hügel wird durch eine andere Gruppe verteidigt, die von unserem Vorhaben nicht im Voraus gewarnt worden war. Die Sichtung des Feindes erfolgt ohne erkannt zu werden. Wir nutzen das faltige Gelände aus, umgehen im großen Bogen den Hügel und greifen aus einer besseren Position heraus an. Dazu ersteigen wir einen Höhenrücken und nehmen von dort aus den Feind unter Deckungsfeuer, während der andere Teil den Hügel erstürmt. Gut erdacht, aber in der Ausführung noch verbesserungswürdig. Wir biegen zu früh auf den Höhenrücken ab, anstatt weiter auszuholen. Dadurch sind wir beim Sturm erst auf gleicher Höhe und müssen dazu noch eine Senke überwinden. Dazu kommt noch, dass ich im entscheidenden Augenblick Ladehemmung in der Patronenkammer habe. Erst nach Ende der Übung kann diese mittels Werkzeug behoben werden (es haben sich zwei Patronen gleichzeitig versucht in das Patronenlager zu schieben und sich so verkeilt, dass es manuell nicht zu beheben war). Nichtsdestotrotz war der Gegner durch unseren Angriff überrascht und leistete nur kurzen Widerstand, auch dadurch geschuldet, da dieser bereits auf dem Rückmarsch war. Danach war auch für uns Schluss (1145) und wir konnten unseren Puls beruhigen und unser Adrenalin wieder abbauen. Es folgen Rückmarsch zum Biwakraum, und dann noch raus mit 2 SPz um 1630 zur Ausbildung der Schützen. Es geht dann zu den einzelnen Stationen (HFw Jaus und Bardutzky) in der Pampa. Hier wiederholen wir noch mal das Verhalten im Gelände (Abstände!), die entsprechenden Befehle und Handzeichen, wie man beim Überspringen einer Straßen sichert und deckt. Die anschließenden Besprechungen sind offen und eher Diskussion als Belehrung. Bei der Abschlussübung auf dem Rückmarsch zur Anfangsstation können wir unsere zweite Gruppe erkennen und uns dementsprechend verhalten bevor diese uns entdecken kann. Um 1845 erfolgt bei Dämmerung die Rückverlegung in den Biwakraum zum Empfang des Abendessens. Als Höhepunkt und willkommene Abwechslung ist nach der Abendverpflegung die Ausbildung am NSA 80 Nachtsichtgerät. L Riedl erklärt das Gerät gruppenweise im Wechsel anhand eines G36 mit Zweibein und dem Griffstück mit Zielfern-rohr der Panzerfaust 3. Nach der Erklärung der technischen Daten und der Anbringung des Geräts wird zur Darstellung der Leistungsfähigkeit ein Kamerad an den 100m entfernten Waldrand geschickt. Dort soll er sich eine Zigarette anstecken und als Zielansprache fungieren. Das Ergebnis ist erstaunlich. Das vorhandene Restlicht taucht alles in angenehmes Grün und die Zigarette leuchtet wie eine Taschenlampe. Im Anschluss an die Ausbildungs-stationen werden von den einzelnen Panzerbesatzungen die Marder getarnt. Als Tarnmaterial liegen geschlagene Nadelbaumäste bereit, die mittels beigestellten Telefondrahts an den Flanken der Panzer befestigt werden können. Die Arbeit ist sehr aufwendig und zeitintensiv.
Zwischenzeitlich können sich die Mannschaften an dem wieder entfachten Lagerfeuer wärmen, da es noch immer niedrige Temperaturen hat. Plötzlich auftauchende Blaulichter lassen uns erst vermuten, dass Lagerfeuer wäre nicht angemeldet worden. Es stellt sich jedoch heraus, dass die örtliche Feuerwehr um Amtshilfe bei der Suche nach einem Kleinflugzeug, das vermisst wird, bittet. Zwei Marder rücken daraufhin aus um mit Hilfe der Wärmebildkameras und der Augen der restlichen Besatzung einen Hinweis auf den Verbleib des Lfz zuerhalten. Der Rest der Truppe begibt sich zu den Zelten und beginnt mit der Nachtruhe (2300). Leider konnte das Flugzeug nicht gefunden werden und erst später stellte sich heraus, dass es über der Ostsee abgestürzt ist und die beiden Insassen ums Leben kamen.



Tag 7, Sonntag, 26.10.2014

Wecken 0600. Nach dem Frühstück und dem Waffenempfang erfolgt die Übung Sturm und Einbruch mit allen 4 SPz (0830-1230). Alle Schützen erhalten zur besseren Kennung gelbe Dreiecksleibchen für Brust und Rücken. Es ist eine Schau aus dem Winkelspiegel die 4 Panzer auf einer Höhe mit Vollgas durch die Pampa preschen zu sehen. Bei den jeweiligen Besprechungshalten springen wir Schützen heraus und sichern rundum. Bei einem solchen Halt verheddere ich mich im Kabel des Trpfhrs und lande beim Herausspringen mit dem rechten Knie auf der rechten Verriegelungsnase der Klappe. Zum Glück war nach dem ersten Abtasten nichts gebrochen, aber der Schmerz war stark. Nach dem Mittagessen (1315-1355) beginnt der Rückbau des Biwaks und die Marschvorbereitungen. Rückmarsch erfolgt ca.1545. Ankunft T-Bereich ca. 1630. Entladen Panzer und zurück zum Ukftsgeb zum Waffenreinigen bis 1830. Es folgt Abendessen und Dienstunterbrechung (2030).



Tag 8, Montag, 27.10.2014

Wie üblich Wecken um 0600 mit folgendem Frühstück. HaWa-Empfang erfolgt nach Einteilung der Gruppen in SPz- und Waldkampfbahn. Ich werde zur SPz-Kampfbahn unter L Günter (Alpha 1) eingeteilt. Uns begleitet der 2.SPz unter Fw Schlüter (Alpha 3). Von 0830-0900 Verlegung zum StÜPl Jägerbrück. Hier SPz Ausb/SPz Kampfbahn von 0900-1730. Als Schütze 5 bekomme ich am wenigsten mit, werde aber ordentlich durchgeschüttelt, da es mit Vollgas durchs Gelände geht. Hauptsächlich geht´s um Angriff, Anpirschen an den Feind, um die korrekte Kommunikation der Panzerkommandanten untereinander. Es wird das Überwinden einer Minensperre und das überlappende Vorgehen geübt. Wir Schützen spielen hauptsächlich nur Ballast, kein Absitzen außer bei Besprechungshalten. Verpflegung erfolgt im Felde. Es bleibt während der Pausen auch noch Zeit mit Oberst Holthusen zu plauschen. Am Schluss der Übung erhält unser Panzer beim Überqueren eines Höhenzugs einen (simulierten) Treffer aus einer Glattrohrkanone (Kampfpanzer) und wir müssen das brennende Fahrzeug verlassen. Wir sammeln uns in der Senke dahinter und ich kläre über den Rücken auf. Ich kann ein angreifendes Schützenrudel, 2 feindl. SPz und einen feindlichen KPz im Vormarsch auf unsere Stellung entdecken. Die Kameraden werden durch mein Rufen und meine Feuer-eröffnung auf den Feind aufmerksam gemacht und bekämpfen diesen dann mit. Leider wurde das Feuer mit der Pzfaust auf die SPz eröffnet, da der KPz aus der Schützenstellung nicht ausgemacht werden konnte. Rückmarsch zur Kaserne, danach Abendessen und Waffenreinigen, dann Dienstunterbrechung 2030.



Tag 9, Dienstag, 28.10.2014

Der übliche Trott mit Wecken, Frühstück und Waffenempfang wie gestern, jedoch nun mit dem Wechsel der Gruppen. Das bedeutet für meine Gruppe Empfang Waffen mit Verschluss für Übungspatrone mit verkürztem Gefahrenbereich (Blaumun), da uns heute die Waldkampfbahn bevorsteht. Verlegen zur SB 15 mit Kfz 0750-0820. Herrliches Sonnenaufgangswetter. Ich werde anfangs als Schrankenposten eingeteilt, allerdings nur ca. 20min, da ich am ersten Gefechtschiessen teilnehmen soll. Zum Ablauf: 2 Züge im Vorgehen. Anmarsch in Schützenreihe, dann an Querstraße Auffächerung zum Schützenrudel zwecks Überspringen und Beginn Übung. Höchste Konzentration und Anspannung erforderlich, um Gefechtsfeld, Nachbarn und Befehle im Überblick zu halten, zu verstehen und umzusetzen. Überlappendes Vorgehen ist wegen Verwendung der blauen Mun nicht zulässig. Eine Abfolge von Sprung auf Marsch, Marsch, in Deckung gehen und Bekämpfung von feindlichen Zielen als Klappscheiben lösen einander ab. Leider funktionieren die Klappscheiben nicht richtig und bleiben auch nach mehreren Treffern stehen. So habe ich bald von meinen 60 Schuss bald alle verschossen, bevor noch der Sturm auf das Dorf beginnt. Haben einen (simulierten) Verwundeten, dem ich zu Hilfe eilen muss. Bevor ich aber auch noch im Liegen meine Verbandspäckchen herausziehen kann, kommt der SanTrp und transportiert den Verwundeten (Holzmann) ab. Ich bekomme nun Munersatz, aber zu wenig um ausreichend Unterstützung zu leisten. Das Dorf wird aber erstürmt und die dahinter liegende Brücke gegen feindliche Gegenstöße verteidigt. Dauer des Durchgangs ca. 1,5h. Nach den 2 gestrigen Durchgängen war dies bisher der beste (unter L Barthel). Danach Gruppenwechsel und warten. Nach dem Mittagessen um ca. 1330 geht´s weiter. Diesmal wird mit 2 Gruppen gleichzeitig gestartet. Oberst Holthusen ist als Beobachter wieder dabei. Nach dem Ende des Durchgangs gibt es Lob und Anerkennung für den schneidigen Angriff und vom Oberst die Empfehlung für die Ostfront (durch H Held). Melde mich freiwillig für ein drittes Rennen, das ich jedoch nicht antrete, da ich für HFw Müller, der noch nicht geschossen hat, auf Bitten L Barthels zurücktrete. Der Kamerad war mir dafür und danach äußerst dankbar. Zurück in der Kaserne ca. 1700. Danach Essen, Waffenreinigen und Dienstschluss. Am Abend gemütliches Zusammensitzen im Lagerraum des Küchenpersonals, der dafür mit ein paar Biertischen ausgestattet war. Es wurde munter gefeiert, getrunken und gelacht. Einige Kameraden hatten ihre eigenen Softair-Waffen mit dabei und führten diese natürlich im passenden Outfit vor.



Tag 10, Mittwoch, 29.10.2014

Wecken 0600, Frühstück von 0630-0700. Antreten und Waffenempfang. Heute ist Nachbereitung der gestrigen Übungen für den ganzen Tag vorgesehen. Das bedeutet vor allem Waffenreinigen, während die Kameraden MKF den TD vornehmen. Ich nutze die Möglichkeit und tausche für die Kameraden und mich Klamotten bei der LHBw in der Liegenschaft. Meine Kameraden und ich stellen unser Gepäck für den Versand mit Hermes bereit und bringen es dann zur Poststelle in der Kürassierkaserne. Als Krönung des Tages wird im Gebäude 38 im Greifensaal ein Abendessen veranstaltet (1930-2100). Dazu werden noch Beförderungen, sowie Schützenschnüre und die ATN Panzerabwehrsoldat MILAN verliehen und Kommandeur Oberstleutnant Dubitzky zieht eine durchweg positive Bilanz. Einige Kameraden führen noch einen sehr professionell gemachten Film von einer früheren Übung vor. Unser Kommandant HFw Bardutzky erhält von seiner Mannschaft als Dank eine selbst gestaltete Anerkennung. Neben Essen und Trinken wurde auch noch kräftig ins Horn geblasen (OSG Nagel) und natürlich ein paar Soldatenlieder zum Besten gegeben (Urlaubsschein, Westerwald, Panzerlied, etc.).



Tag 11, Donnerstag, 30.10.2014

Letztes Wecken und Frühstück zusammen. Danach Antreten und Verteilen der einzelnen Aufgabenpakete. Die Stuben müssen wir besenrein übergeben. Also erst mal Bettzeug abziehen und getrennt stapeln. Staubkehren, Abfall raus. Dann unterstütze ich HFw Hopperdietzel beim Rauswischen der Flure im OG und EG. Abnahme um ca. 0930. Abschlußantreten und Dienstende gegen 1000. Ich werde zusammen mit einigen Kameraden vom Fw Schlüter zum Bahnhof Pasewalk gebracht. Da der Zug bereits auf dem Gleis steht, heißt es die Beine in die Hand nehmen und hoffen, daß der Zug noch länger stehen bleibt. Leider schaffen es außer mir nur noch L Lemler, HFw Hopperdietzel und SG Holzmann. Die anderen Kameraden hatten ihr Gepäck auf den Küchenbulli verladen, der jedoch an einer Ampel warten mußte. Kurz nach dem Einstieg fährt er auch schon los (1044). Die Fahrt geht über Berlin Gesundbrunnen (Umstieg IC) und Nürnberg (Umstieg RE) nach Ingolstadt. Dort Ankunft um ca. 1900 am Hbf.


Fazit:
Nach 20 Jahren Abstinenz von der Truppe wurden grundsätzlich alle Erwartungen bzw. Befürchtungen, die ich beim Beginn dieser Ausbildung hatte, erfüllt. Die Bundeswehr hat sich seit meiner Dienstzeit gewandelt, jedoch geblieben sind die dummen Sprüche, der Kommiß-Ton und vor allem das Gefühl der Kameradschaft, die so kein Arbeitgeber bieten kann. Es war nicht alles Licht, es gab auch negative Aspekte, die man jedoch anders als damals dank der jetzigen Lebenserfahrung leichter wegstecken konnte. Es überwog das positive Gefühl und die Erkenntnis Teil einer verschworenen Gemeinschaft Gleichgesinnter zu sein. Ich bin froh und stolz darauf, mich dieser Herausforderung gestellt und mit den Kameraden gedient zu haben.

Ausblick:
Die nächsten Termine zu Erfüllung der ATN Panzergrenadier für 2015 sind:
- 20.03.-22.03.2015
- 08.05.-10.05.2015
- 03.07.-05.07.2015
- 21.09.-01.10.2015


In diesem Sinne:
DRAN...DRAUF...DRÜBER

euer
Wolfgang Reitzer

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